Eurosport - Mo 28.Sep. 18:17:00 2009
Vom Champions-League-Anwärter zum Abstiegskandidaten. Der tiefe Fall der Hertha und ihres am Montagabend entlassenen Trainers Lucien Favre. Eurosport nennt die fünf Fehler des Lucien Favre und Gründe, die mitunter zu seiner fristlosen Entlassung geführt haben.
"Hast Du Scheiße am Fuß, dann hast du Scheiße am Fuß", so die einst saloppe Umschreibung von Andreas Brehme für eine Pechsträhne im Fußball. Ein passendes Zitat für die Vorstellungen von Hertha BSC in den letzten Wochen? Nein, ganz so einfach ist es nicht.
Fraglos sind die Berliner in der laufenden Saison nicht vom Glück verfolgt, haben mit zahlreichen Verletzungen zu kämpfen. Doch das reicht als Entschuldigung bei weitem nicht aus. Hilflos, desolat und bedauernswert die Vorstellungen gegen Freiburg (0:4) und in Hoffenheim (1:5). Am Ende ist es ganz einfach: der unbestritten fachlich kompetente und bis zur vergangenen Saison äußerst erfolgreiche Trainer Lucien Favre hat sich verzockt.
Fünf Gründe:
Favre und die deutsche Sprache:
Die Interviews mit dem Hertha-Coach klangen anfangs noch sympathisch, ähnelten sie doch der allseits bekannten Hustenbonbon-Werbung. Doch letztlich machte Favre bei seinen Sprachkenntnissen keine Fortschritte. Er blieb seinem französisch-schweizerisch-deutschen Kauderwelsch treu. Journalisten schmunzelten immer häufiger hinter nur noch halb vorgehaltener Hand ob seiner lustigen Ausdrucksweise. Schlecht für seine Autorität. Berufe wie der eines Fußballtrainers leben von der Sprache. Gerade in Krisenzeiten, wenn es um die Motivation der Akteure geht, sind klare Worte gefragt. Favre verlangt von seinen Akteuren Vielseitigkeit er selbst geht hier mit keinem guten Beispiel voran.
Favre und die Transferpolitik:
Das alte Lied. Drei Leistungsträger (Woronin, Pantelic und Simunic) wurden vor Saisonbeginn abgegeben. Gleichwertiger Ersatz wurde nicht verpflichtet. Zudem kamen drei der Neuverpflichtungen erst kurz vor Ende der Transferperiode. Favre unterschätzte die Situation, setzte weiter auf seine Philosophie, das Team ist der Star.
Fravre und die jungen Wilden:
Gojko Kacar und Patrick Ebert - in der Tat zwei richtig gute Fußballer. Allerdings liegt auf ihnen eine schwere Last. Gerade beim Serben hat der Betrachter das Gefühl, dass von ihm die Rolle des Abräumers, Spielgestalters und Torjägers in einer Person gefordert wird. Favre gibt den jungen Spielern viel Verantwortung und hofft sie werden schnell in eine Führungsrolle hineinwachsen. Er verlangt viel zu viel.
Die jungen und durchaus talentierten Spieler wie Bengtsson und Pejcinovic wurden ins kalte Wasser geworfen und sollten auf Anhieb die Alten (wie Simunic) ersetzen. Favre setzte auf einen Automatismus, eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte der letzten Saison. Eine Fehleinschätzung.
Favre und die Routiniers:
Der Schweizer ist ein Verfechter des Teamgedankens. Zudem bevorzugt er junge und polyvalente Spieler. Fakt ist, der 51-Jährige hatte und hat ein Problem mit Routiniers. Weniger der ständige Zoff mit dem wahrlich nicht einfachen Marko Pantelic sei hier in den Vordergrund gestellt. Doch gab es mit Josip Simunic zu Beginn seiner Berliner Zeit ebenfalls zwischenmenschliche Probleme. Knatsch gab es zudem mit Andrej Woronin und zum Saisonende angeblich auch mit Arne Friedrich. Nur der Kapitän blieb im Team. Zu wenig, denn trotz seiner unbestrittenen Klasse taugt Friedrich nicht als Leitwolf.
Favre und die Fehleinkäufe:
Bei vielen Neueinkäufen bewies der Schweizer kein glückliches Händchen. Spieler wie Amine Chermiti, Rodnei und Andre Lima wurden gekauft und schnell wieder ausgeliehen. Steve von Bergen, Fabian Lustenberger, Marc Stein und Christoph Janker sind allenfalls durchschnittliche Bundesligaprofis. Eines haben alle gemeinsam: Lucien Favre wollte sie verpflichten.
Lucien Favre hat mit der Hertha in der vergangenen Saison um die Meisterschaft gespielt, in Berlin eine einzigartige Euphorie entfacht und der Bundesliga, die auf den Trainerbänken so häufig in ihrem eigenen Saft schmort, neuen Glanz verliehen hat. Ein guter Trainer, fraglos. Am Montag leitete er zunächst noch das Training in Berlin. Als er nach einer Krisensitzung zwei Stunden später das Stadiongelände verließ, war er weiterhin Trainer von Hertha BSC. Am frühen Abend kam dann die Meldung, dass Favre und sein Trainer-Team mit sofortiger Wirkung entlassen seien. Nun hat der Schweizer also keine Zeit mehr, seine Fehler zu korrigieren.
Kommentare 62 - 81 of 81
P.S.:Und Uwe sprach ja von "Schweizer" Trainer´n und Spieler
zu 92 Nur so nebenbei Hitzfeld ist Deutscher und trainiert nus als Deutscher die Schweizer Nationalmannschaft.Unumstritten ist das Favre ein mittelmässiger Trainer ist der ein Problem mit sehr guten Spielern hat/hatte.
zu 91 Uwe
wenn man keine Ahnung hat....einfach mal Schnau ze halten.
Der erfolgreichste Schweizer Trainer ist bis DATO Hitzfeld und Favre hat das Zeug einer zu werden, nicht umsonst wurde er im Sommer von einigen Vereinen Umworben.
Die fünf Gründe sind doch wohl klar. Grund 1-5 = Schweitzer. Die Schweiz ist ja auch die Fußball Nation. Da kommen ja alle Top Trainer und Spieler her.
Also....auch hier noch einmal.....
Tja....ihr überbezahlten "Fußballprofis"....jetzt habt ihr ja ganz offensichtlich das erreicht, was ihr mit euren desolaten Leistungen erreichen wolltet....;-((
Wenn ich bei Hertha was zu sagen hätte, wären eure Gehälter allerdings von (schlechtem) Spiel zu Spiel beachtlich gesunken...!!
....bis ihr euch wieder auf das besinnt, wofür ihr euer viel zu hohes Gehalt bekommt....nämlich guten Fußball zu spielen..!!
Und ich würde euch im Training so lange rennen und hüpfen lassen, bis euch die Lunge aus dem Hals kommt und ihr abends todmüde ins Bett fallt...;-)))))
Amen...;-))
Favre zu entlassen war ein Muss.
Alle Gründe um die Mannschaft und den Kader stimmen, aber die Hertha ist nicht im unteren Mittelfeld die hertha ist jetzt schon fast abgestiegener Letzter.
Niemand hätte an Favre gezweifelt wenn die Hertha zwischen 12-15 wäre. Aber dieses Ergebniss hätte auch der Zeugwart eingefahren, wozu also FAVRE???????????????????????
Die letzten 3 Spiele waren keine Niederlagen, dass war das reine Desaster, die Tordifferenz ist jetzt schon unretbar.
Letztendlich hätte Favre die Chance gehabt in die CL zum Geldtopf zu kommen, aber ................
Ich werde das Gefühl nicht los als würde die Manschaft gegen den Trainer Gespielt haben. Lag es an Verständigungs Schwierigkeiten, oder an den Spielern zu Guter Letzt am Trainer??? Was wurde Lulu Hochgejubelt. Da wurde wieder Einmal alles auf das Falsche Pferd Gesetzt, da war zu viel Euphorie im Spiel. In welcher Saison hat die Hertha mal das Niveou halten können???? Eigentlich nie, als Langjähriger Beobachter habe ich das Gefühl das die Führung sich gerne mit den Erfolgen Profilieren möchte aber keine Eigenen Fehler zu gibt. Auch die Herren aus der Führungs Etage haben dafür zu Sorgen das der Mißerfolg Beseitigt wird. Um zu Sparen werden da wieder Noname Trainer ins Spiel Gebracht, bloß keinen Griff zur Eigenen Kasse (Gehälter)Ich habe schon mit dem Abstieg am Anfang der Saison Gerechnet und Hoffe ganz Stark für Hertha das es nicht zu Wahrheit wird!!!!
Favre jetzt als einzigen schuldigen hinzustellen ist albern und oberflächlich. Sicher steht die alte Dame schlecht da, aber will mir jemand sagen das die das Fussbalspielen verlernt haben? Es ist doch auch eine Aufgabe der Mannschaft sich zu hinterfragen und das abzurufen was sie können! Klar war es jetzt der einzige Weg was neues zu versuchen, aber eine Schuld sehe ich bei Favre nicht, denn nicht er ist Verantwortlich dafür das wichtige Spieler weg sind. Das hat doch die Führung zu Verantworten, und die sollte sich mal hinterfragen. Würde mich nicht wundern wenn Favre bald wieder in der BL als Trainer auftaucht, sein können hat er bewiesen. Bin mal gespannt wie es weitergeht.
Wenn ich jetzt immer lese, wie toll Höneß war, kommt's mir hoch. Den wollten ALLE (auch die, die jetzt das Gegenteil behaupten) seit Jahren los werden. Zurecht! Höneß ist schuld an den jetzt fehlenden Einnahmen, weil er sich alles als Signing Fees sofort hat auszahlen lassen. Die Einnahmen werden noch auf Jahre fehlen. Danke, toller Manager!
Und zu Pante, Woro, Simunic: Pante hat letzte Saison 7 Tore geschossen (Weltklasse) und hat einen Vertrag abgelehnt, der für ihn lukrativer gewesen wäre als der jetzt in Amsterdam. Woro sitzt lieber für mehr Gehalt in Liverpool auf der Tribüne als bei Hertha für weniger zu spielen (und hatte auch seit März kein Tor mehr geschossen). Und Simunic hat schon in der letzten Hinserie vom Abschied gesprochen und seinen Abgang seit Saisonende demonstrativ eingeleitet. Pech für ihn, daß kein Spitzenklub zugreifen wollte und er ihn Sinsheim unterkommen mußte. Aber klar, waren ja alles echte Herthaner ...
Ganz Berlin ist doch pleite , nicht nur die alte Dame.....
ich fand lucien ein toller typ. schade, dass er an dem erfolg der letzten saison nicht anknüpfen konnte. ich glaub er versatnd sehr wohl das spiel von herta. aber er hat die manschaft nicht weiterentwickelt, keine guten neuzugänge gebracht. klar, man musste sich von ihm verabschieden, aber ich denke nach wie vor dass er ein toller trainer ist und aus seinen fehlern lernen wird. was die manschaft von herta hoffentlich auch tut....
Dieser Artikel ist eher einer der bescheidenen Art. Das klassische Strickmuster "bleibt der Erfolg aus, ist der Trainer schuld" ist auch im Falle Favre die einzige Erklärung des Geschehenen und ein trauriger Zusatzakt der Hilflosigkeit. Dass man Favre (und womöglich auch Koller) ein nicht hinreichend ("hoffähiges Deutsch") vorwirft, ist geradezu ein Akt der Lächerlichkeit! - "Ich habe fertig"-Treppatoni war Erfolgstrainer und Kultfigur; van Gaals Deutsch ist eben nicht das allerbeste (z.B. im Vgl. zu Aarie Haans). Dennoch wird ihnen niemand die fachliche Kompetenz absprechen. - In Berlin ist es wie in Bochum: hohe Erwartungen, nichtvorhandenes Spieler-/Leistungspotential. Vielleicht wäre es einmal an der Zeit, Spielerwertigkeiten (und -gehälter) auf den Prüfstand zu nehmen und die Zielvorgaben an der Realität und nicht am Wunschdenken auszurichten. Vielleicht begreift man dann auch in Bochum und andererorten, dass aus Wenig nicht Viel zu machen ist. Man darf übrigens gespannt darauf sein, welchem Trainer es künftig gelingt, die Berliner Hertha auf Platz drei zu führen bzw. den VfL Bochum fünf Jahre hintereinander erstklassig zu halten.
ich muss mal was zu Atzes Anmerkungen schreiben. Vielleicht vorweg, ich bin nicht der Hertha-Fan, verfolge aber die Szenerie seit Jahren doch mit Aufmerksamkeit. Für mich war Hertha immer so eine Art "Graue Maus", eine Mannschaft mit wenig Charakter, auch wenn ab und an und besonders im Vorjahr einige Spieler so etwas ähnliches mitbrachten.
Ich wundere mich, dass jetzt alles an Favre festgemacht wird. Die Verkäufe sind doch nicht nur auf seinem Mist gewachsen und ein Herr Hoeness trägt als Manager a.D. schon eine Verantwortung dafür, dass der Verein finanziell so schlecht dasteht. Was sonst ist denn die Aufgabe eines Managers. Also bleibt auf dem Teppich, wenns um Schuldzuweisungen geht.
Was für ein Sch***** Kommentar.....
Das sehe ich genau so. Nur das mit dem Trainer Wechsel kam mir noch zu früh:
Bitter, aber eine erfolgreiche (Platz 5 aufwärts) Saison ist eh schon gelaufen. Wenn die Spieler eins zwei Erfolgserlebnisse haben, kommen Sie auch ohne viel Worte aus Ihrem Loch heraus. Der Klassenerhalt ist dagegen so früh in der Saison noch lange nicht in Gefahr. Zumindest bis wirkliche Gefahr entstanden wäre, hätte man Favre weiter machen lassen sollen. Er hat sich das Team zusammengebaut, kennt die meisten Spieler bestens. So viele Verletzte und finanzielle Notkäufe. Weder Favre noch ein anderer Trainer kann zaubern!.
Welcher gute Trainer soll jetzt noch aus dem Ärmel gezogen werden? O.k., in Norwegen geht die Saison gerade zu Ende, aber der alte Herthaner Kjetil Rekdal ist nicht wirklich der große Trainer-Name. Sonst sind für wenig Geld natürlich nur noch Trainer zu bekommen, welche bis jetzt kein Verein wollte. Und der muss dann auch was mit dem Kader anfangen können. Hoffentlich habe ich Unrecht....
Der Artikel trifft den Nagel auf den Kopf.Ein "Trainer",der ,trotz aller Wichtigkeit des Teamgedankens nicht verstanden hat,dass ein erfolgreiches Team ein paar Persoenlichkeiten und Spieler braucht,die Spiele entscheiden koennen,die selbst auf dem Platz Entscheidungen treffen koennen und nicht nur nach Anweisungen spielen(spielen muessen,weil sie selbst kein eigenes Profil haben),der ist kein Trainer.
Wenn H Favre wenigstens die Faehigkeit haette,zu erkennen,welcher Soieler mal eine Persoenlichkeit werden koennte,und die Faehigkeit,einen solchen heranzubilden(siehe zB Magath),dann waere ja noch alles gut.Aber er hat sich wohl bewusst solche Spieler geholt,von denen er weiss,dass sie nicht aufbegehren(ueberrascht,dass sie das auf dem Platz jetzt auch nicht tun?).
Jedenfalls glaube ich,dass unter Hoeness dies nicht soweit gekommen waere (haben nicht H Favre und H Preetz alles getan,um Hoeness wegzukriegen?).Ich finde,H preetz muesste auch gehen.Er hat die Transfers zu verantworten.
Ein fremdsprachiger Trainer ist sicher nicht das Problem. Das Problem ist, dass für einen Schweizer die "hoch"deutsche Sprache eine Fremdsprache ist. Das führt dazu, dass die Schweizer sich konzentrieren müssen, wenn sie hochdeutsch reden. Das Gesagte kommt dann eher behäbig rüber und auch immer im gleichen Tonfall. So richtig dynamisch geht bei einem Schweizer in hochdeutsch halt nicht, das hat man auch bei Marcel Koller gesehen (gehört).
Zu Hitzfeld: Ich denke, die meisten haben noch nie gehört, wie er Schwiitzertüütsch redet. Der unterscheidet sich in nichts von einem Schweizer.
Marc Stein ist kein durschnittlicher Bundesligaspieler sondern ein schlechter!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Holt Hans Meier!Der zieht Hertha aus dem Dreck
Ich bin zwar kein Freund von Herrn Funkel, aber der hat das Zeug, die Hertha da unten raus zuholen.
ja, Hertha hat sich das selbst zuzuschreiben. Wer einen Hoeness vorzeitig gehen lässt, hat es nicht anders verdient. Er hat Hertha zu dem gemacht was es letztes Jahr gewesen ist.Hat jemand bemerkt das alles schief läuft seit dem der Scheißhausputzer und Fensterputzer Gegenbauer die Freundschaft zum Manager verraten hat. Preetz hätte erst einmal noch einige Zeit unter Hoeness lernen und sich was ab gucken sollen. In einige Jahre wird Preetz sicher ein guter Manager werden. jetzt ist es bei weitem zu früh ! Gegenbauer und sein Vorstand müssen auch gehen. Irgendwie scheint der holst hinter den Kulissen noch viel zu viel zu sagen haben. Außerdem ist es eine Schande für den Vorstand von Hertha, dass sie bisher in der Millionenstadt Berlin noch keine richtigen Sponsor gefunden hat. Siehe Bayern, Wolfsburg usw. Warum sollte Hertha nicht z.B. " Hertha BSC - Mercedes oder Mayer Schulze etc. " heißen ? Dann kommen wenigstens Millionen die Hertha dringend benötigt. Dazu ist unser Vorstand zu blöd. Selbst Provinz-vereine wie Hoffenheim usw. haben mehr Geld sprich Sponsoren. Wir Berliner bzw. die Firmen sollten sich schämen. Das ist unwürdig für eine Hauptstadt. Gegenbauer und Co. raus !!!!!!!!! Einen erfahrenen Manager her ( in einige Jahre kann das Preetz machen ) und einen neuen Vorstand. Bin übrigens Hertha Mitglied. So etwas hat Hertha nicht verdient !
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