EM 2008 - Vom Edeljoker zum Hoffnungsträger

Eurosport - Sa 28.Jun. 14:49:00 2008

Bei Arsenal London ist er Leistungsträger, bei Spanien bislang nur "Edelreservist", nun soll Cesc Fabregas die Iberer zum Titel führen.

FOOTBALL Euro 2008 Spain Fabregas - 0

Wohl dem, der einen hochbegabten Spieler wie Cesc Fabregas in seinen Reihen hat und es sich sogar leisten kann, ihn bei der EM bisher nur sporadisch einzusetzen. Im Finale soll der Arsenal-Star in der "Seleccion" nun den verletzten Toptorjäger David Villa ersetzen.

Zwar gab es noch am Freitag wilde Spekulationen, der mit vier Toren bei der EM bisher erfolgreichste Stürmer könne nach einer "Wunderheilung" womöglich doch noch im Endspiel auflaufen. Doch die Meldungen entsprangen eher der Fantasie der spanischen Presse. Nachdem Trainer Luis Aragonés nach einer weiteren medizinischen Untersuchung in einem Wiener Hospital Villas Ausfall verkündet hatte, machte Spaniens Teamarzt Jesus Jimenez die letzten Hoffnungen zunichte. Villa habe sich einen "kleinen Riss in der Muskulatur des rechten Oberschenkels" zugezogen und müsse fünf bis 10 Tage pausieren. "Er kann nicht spielen", stellte Jimenez klar. "Natürlich bin ich ein bisschen traurig, dass ich im Endspiel nicht dabei bin. Aber es ist besser, wenn ein anderer für mich spielt, der total fit ist. Die Verletzung würde mich zu stark behindern", sagte Villa.

Perfekter 12. Stammspieler

Doch selbst sein Ausfall kann die Euphorie der Spanier nicht bremsen, ihre Zuversicht nicht trüben, nach 44 Jahren endlich einen großen Titel zu gewinnen. "Ich glaube nicht, dass es ein großes Problem ist", sagte Xabi Alonso, der wie Fabregas im Halbfinale am Donnerstag gegen Russland eingewechselt wurde. "Wer auch immer bei uns von der Bank ins Spiel kommt, macht einen tollen Job. Und das ist genauso wichtig, als wenn du von Anfang an spielst."

Gut möglich, dass auch im Finale der "Bank-Qualität" eine tragende Rolle zukommt. Fabregas jedenfalls spielte seinen Part als "12. Stammspieler" bisher perfekt. Lediglich im unbedeutenden dritten Gruppenspiel gegen Griechenland stand der Offensiv-Künstler in der Startelf, in den übrigen vier EM-Partien durfte er erst später eingreifen.

Aber wie: Im Viertelfinale gegen Italien verwandelte der 21-Jährige nervenstark den entscheidenden Ball im Elfmeterschießen. Gegen Russland, als er Villa bereits nach 35 Minuten ersetzen musste, riss Fabregas die Partie sofort an sich. "Unser Spiel hat sich mit ihm verändert. Wir standen mit fünf Mittelfeldspielern kompakter und konnten besser unser schnelles Kurzpassspiel aufziehen. Dank der Präsenz von Fabregas hatten wir den Gegner unter Kontrolle", lobte Aragonés. In der 73. Minute leitete die Nummer 10 den Ball direkt zum 2:0-Torschützen, dem ebenfalls eingewechselten Daniel Güiza weiter. Und auch den dritten Treffer bereitete Fabregas genial vor. Er selbst fühlt sich ohnehin nicht als fünftes Rad am Wagen. "Ich sehe mich nicht als Reservisten, sondern als gleichwertigen Teil dieses Teams."

Aragones: "Er ist ein wichtiger Spieler"

Es gilt als sicher, dass Aragonés dem Supertalent, das 2003 aus der Jugend des FC Barcelona nach London wechselte und in der Vorsaison bei Arsenal den Durchbruch schaffte, auch gegen die DFB-Elf vertraut. Auch wenn er es der Öffentlichkeit noch nicht verriet. "Er ist ein wichtiger Spieler. Aber es gibt auch andere Optionen."

Nachdem Fabregas sich im Vorjahr unglaublich positiv entwickelte, verglich sein Clubcoach Arsène Wenger ihn schon mit Frankreichs früherem Ballvirtuosen Michel Platini. Wie der jetzige UEFA-Präsident agiert Fabregas nicht nur als Denker und Lenker. Auch seine Abschlussschwäche hat er erfolgreich bekämpft. In der abgelaufenen Premier-League-Saison gelangen ihm sieben Tore, in der Champions League traf er sechsmal.

Sollte der Katalane auch im Finale die Akzente setzen und seine Elf auf Europas Thron führen, wäre nicht nur König Juan Carlos, der das Endspiel zusammen mit Königin Sofía im Ernst-Happel-Stadion erleben wird, entzückt. Ein Platz in Spaniens Fußball-Historie wäre Fabregas sicher. Noch denkt der Jungprofi nicht darüber nach. "Wir wollen den Moment genießen, wie die Kinder, die im Park spielen."

dpa / Eurosport

Kommentare 1 - 4 of 4

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  1. nicht das alle hier weinen, aber die deutschen werden 2 ist doch was oder? Viva spanien

    Von bartolome.garciaperez, am Sa 28.Jun. 19:30
  2. ihr wedet verlieren

    Von sunigirl95, am Sa 28.Jun. 17:58
  3. Genau es ist egal.
    Wir gewinnen ja eh

    Von Ellen S, am Sa 28.Jun. 16:09
  4. Tja, eigentlich wurscht ob Spanien mit der Stammelf spielt oder net, bei den Türken haben auch 9 (?) Stammspieler gefehlt und es war wohl auch damit kein Spaziergang gegen sie.
    Aber gut, wen juckt`s, Deutschland spielt 90min sch... und gewinnt^^
    Is doch auch prima, oder? ;-))

    Von ma we, am Sa 28.Jun. 15:31
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