Eurosport - Mi 28.Mai. 07:20:00 2008
Deutschland ist im ersten EM-Testspiel auf dem Kaiserslauterner Betzenberg gegen Weißrussland nur zu einem 2:2 (2:0) gekommen. Miroslav Klose (9.) und ein Eigentor durch Wladimir Korytko (20.) brachten die DFB-Elf mit 2:0 in Führung. Witali Bulyga (61., 88.) schoss die Weißrussen noch zum Ausgleich.
Vor 47.258 Zuschauern im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion zeigten sich einen Tag vor Jogi Löws endgültiger EM-Auslese alle Wackelkandidaten noch einmal engagiert. Die Entscheidung, wer an diesem Mittwoch das Ticket für die Endrunde in der Schweiz und Österreich bucht, wird der Bundestrainer am Mittwochmittag auf Mallorca bekannt geben.
1. Halbzeit:
Die deutsche Mannschaft übernahm von Beginn an die Initiative und spielte mutig nach vorn. Thomas Hitzlsperger prüfte Weißrusslands Schlussmann Wasili Chomutowski mit einem Schuss aus 20 Metern, doch der Keeper konnte das Leder per Hechtsprung entschärfen (5.). Miroslav Klose erzielte nur fünf Minuten später die verdiente Führung. Der Bayern-Angreifer nahm einen Pass von Sturmkollege Lukas Podolski auf, umkurvte Chomutowski und schob aus kurzer Distanz zum 1:0 ein (10.). Dabei hatte das DFB-Team Glück, da Klose beim Pass im Abseits stand. Mit dem frühen Tor im Rücken spielte die Elf von Bundestrainer Joachim Löw noch forscher nach vorn und wurde belohnt: David Odonkor flankte von der rechten Seite in die Mitte, Klose verpasste und Wladimir Korytko, der eigentlich klären wollte, traf zum 2:0 ins eigene Netz (20.).
Auf Seiten der Weißrussen gefiel besonders Aliaksandr Hleb, der das Spiel immer wieder ankurbelte. Im Zusammenspiel mit Bruder Wjatscheslaw und Witali Bulyga sorgte der Gast besonders über die rechte Seite oft für Gefahr. So gelangte Bulyga beispielsweise in der 36. Minute in den Strafraum und flankte scharf in die Mitte. Jens Lehmann konnte das Leder gerade noch zur Seite ablenken und Philipp Lahm die Situation klären. Dann hatte Wjatscheslaw Hleb den Anschlusstreffer auf dem Fuß, doch sein Rechtsschuss in Richtung rechtes, oberes Toreck wurde von Lehmann überragend pariert (45.+1).
2. Halbzeit:
Im zweiten Abschnitt ging der Spielfluss im deutschen Team durch viele Wechsel verloren. Die Elf von Trainer Bernd Stange kam immer besser in die Partie und nutzte einen schwachen Tag von Hitzlsperger, der sich auf der linken Abwehrseite ein ums andere Mal überlaufen ließ. Wjatscheslaw Hleb hatte über die rechte Angriffsseite auch die erste Möglichkeit (49.). Nachdem Aliaksandr Hleb abermals eine gute Gelegenheit verpasste (59.), war Bulyga dann zur Stelle. Der agile Stürmer nahm einen Pass von Aleksandr Kulschy auf, lief allein auf Lehmann zu und schob das Leder am deutschen Schlussmann vorbei (61.). In der Folge hatte der WM-Dritte von 2006 gute Chancen, mit dem dritten Tor das Spiel für sich zu entscheiden. Doch Präzision und die nötige Durchschlagskraft verhinderten den vorzeitigen Knockout für die Weißrussen. Die größte Möglichkeit vergab der in der 54. Minute eingewechselte Patrick Helmes, als der Kölner im Fünf-Meter-Raum den Ball nicht an Keeper Chomutowski vorbeibrachte (80.). So kam die Stange-Auswahl doch noch zum Ausgleich. Bulyga zog nach einem Alleingang zentral vor dem Tor aus 20 Metern ab und traf in die rechte untere Ecke (88.), profitierte dabei jedoch von einem Lehmann-Patzer. Der kurz vor der Vertragsunterzeichnung beim VfB Stuttgart stehende Torwart ließ den Flachschuss durch seine Hände gleiten. Lehmann, der neben dem Fehlgriff zum Ausgleich noch kleinere Unsicherheiten zeigte, aber auch einige starke Szenen hatte, steht bei Löw für die nächsten Spiele aber nicht zur Disposition.
Spieler des Spiels: Witali Bulyga
Der weißrussische Stürmer war der auffälligste Akteur und sorgte über die rechte Seite immer wieder für Gefahr. Der 28-Jährige krönte seine Top-Leistung mit zwei Toren und erzwang damit einen Achtungserfolg.