Valverde wiederholt Triumph

Eurosport - Mo 28.Apr. 09:16:00 2008

Der Spanier Alejandro Valverde (Caisse d'Epargne) hat die 94. Auflage des Frühjahrs-Klassikers Lüttich-Bastogne-Lüttich vor dem Italiener Davide Rebellin (Gerolsteiner) und dem Luxemburger Franck Schleck (CSC) gewonnen. Bester Deutscher wurde Fabian Wegmann vom Team Gerolsteiner auf dem 22. Rang.

CYCLING 2008 Liege-Bastogne-Liege Caisse d'Epargne Alejandro Valverde - 0

Nachdem der 28-jährige Spanier im vergangenen Jahr Zweiter hinter dem Italiener Danilo di Luca wurde, sichert sich Valverde mit diesem Triumph bereits zum zweiten Mal den Sieg bei dem seit 1892 ausgetragenen Eintagesrennen. Der 36-jährige Rebellin hatte im Zielsprint keine Chance gegen den wesentlich agileren Spanier und konnte somit den Sieg aus dem Jahr 2004 nicht wiederholen. Der Luxemburger Frank Schleck wurde wie im vergangenen Jahr erneut Dritter.

"Beim Sprint habe ich mich sehr stark gefühlt. Der Sieg heute bedeutet mir noch mehr als mein Erfolg vor zwei Jahren", sagte Valverde überglücklich im Ziel. "Frank Schleck und sein Bruder Andy waren jedoch auch sehr stark heute", lobte er die Konkurrenz.

Ausreißer dominieren lange Zeit

Bei strahlendem Sonnenschein wurde das Rennen über 261 Kilometer lange Zeit von einer fünfköpfigen Ausreißergruppe dominiert - mit Markus Fothen (Gerolsteiner) und David Kopp (Cycle Collstrop) waren auch zwei deutsche Fahrer dabei. Nach 24 Kilometern setzte sich die Gruppe, zu der auch der Russe Pavel Brutt (Tinkoff) sowie der Franzose Pierre Rolland (Credit Agricole) gehörten, vom Feld ab und führte das Rennen bis zur "Cote de la Redoute" an. Am viertletzten der insgesamt zwölf Anstiege in den belgischen Ardennen war es Andy Schleck (CSC), der attackierte und das Feld auseinanderreißen konnte. Der Deutsche Stefan Schumacher (Gerolsteiner) konnte der Attacke des 22-jährigen Luxemburgers folgen und so erreichten die beiden als erste die "Cote de la Roche aux Faucons".

"Falkenfelsen" wird zur Schlüsselstelle

An der steilen Rampe des erstmals ins Programm aufgenommenen "Falkenfelsens" stellte das Top-Quartett sein Können jedoch unter Beweis und setzte sich vom auseinanderfallenden Feld ab - allein der Sieger des Amstel Gold Race Damiano Cunego (Lampre), der Zweitplatzierte des "Fleche wallonne" Cadel Evans (Silence-Lotto) sowie der Spanier Joaquim Rodriguez (Caisse d'Epargne) und der Österreicher Christian Pfannberger (Barloworld) konnten halbwegs folgen, schafften aber den Anschluss nicht mehr.

Knapp elf Kilometer vor dem Ziel war es erneut der jüngere der Schleck-Brüder, Andy, der aus der Spitzengruppe heraus attackierte und Valverde, Rebellin sowie seinen Bruder Frank stehen ließ. Am Schlussanstieg, der "Cote de Saint-Nicolas", verließen den jungen Luxemburger dann jedoch die Kräfte und er musste die Top-Drei passieren lassen - Schleck verlor auf den letzten sieben Kilometern noch 30 Sekunden auf das Top-Trio und musste die Hoffnung auf den ersten Podiumsplatz dieser Saison begraben.

Gerolsteiner-Chef Holczer zufrieden

Lange Zeit schien die Taktik des Teams Gerolsteiner aufzugehen, sich nicht an der Führungsarbeit im Feld beteiligen zu müssen und die anderen Teams unter Druck zu setzen, da mit Markus Fothen ein Fahrer in der Spitzengruppe vertreten war. Die Kräfte bei Davide Rebellin reichten im Zielsprint dann jedoch nicht ganz, um einen Sieg für Gerolsteiner einzufahren. Der deutsche Rennstall bleibt somit ohne einen Erfolg bei den Ardennen-Klassikern.

"Ich bin mit den heute zu Ende gegangenen drei Rennen voll zufrieden. Vielleicht hätte Davide am Schluss gegen Valverde etwas früher attackieren müssen, aber dazu fehlte eventuell ein bisschen der Mut. Wir haben heute sicher Werbung für uns gemacht mit der Attacke von Fothen und dem Finale von Rebellin. Das ist im Hinblick auf unsere Suche nach einem neuen Sponsor für 2009 sicher nicht schlecht", sagte der Gerolsteiner-Chef Hans-Michael Holczer nach dem Rennen.

Hinweis:

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David Schaub / Eurosport