Vonn siegt, Höfl-Riesch sauer

Fr 27.Jan. 14:37:00 2012

Die Gesamtweltcup-Führende Lindsey Vonn aus den USA hat die Super-Kombination in St. Moritz vor der Slowenin Tina Maze und Nicole Hosp aus Österreich gewonnen. Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch aus Garmisch-Partenkirchen wurde nach einem groben Fahrfehler im Slalom lediglich 21.

Lindsey Vonn St. Moritz 2012 - 0

Von Sebastian Würz

Olympiasiegerin Vonn legte bei Kaiserwetter den Grundstein zum Sieg in ihrer Paradedisziplin Abfahrt. In allen Teilabschnitten fuhr die 27-Jährige dort Bestzeit und lag sechs Zehntelsekunden vor der zweitplatzierten Elisabeth Görgl aus Österreich und neun Zehntel vor Höfl-Riesch.

Im Slalom profitierte Vonn von einem Patzer der Deutschen und einem Ausfall der Österreicherin und konnte ihren Vorsprung auf die verbliebene Konkurrenz mit einem Sicherheitslauf souverän ins Ziel retten.

"Oben hatte ich das Gefühl, dass ich nicht gut Grip habe. Da war ich eher vorsichtig - unten habe ich schon eher Gas gegeben. Ich habe gewusst, dass mein Vorsprung auf Tina groß ist", so die Siegerin.

Vonn baute damit auch ihre Führung im Gesamtweltcup auf über 300 Punkte vor Maze aus.

Hosp zurück auf dem "Stockerl"

Die Slowenin fuhr die schnellste Slalomzeit und verbesserte sich damit noch vom sechsten Rang nach der Abfahrt auf Position zwei. 42 Hundertstel fehlten ihr auf die Siegerin.

"Mit einem Slalomlauf ist es auf diesem Hang schwierig, eineinhalb Sekunden aufzuholen. Wenn es länger gewesen wäre, dann wäre vielleicht was gegangen", analysierte die Riesenslalom-Weltmeisterin.

Für Hosp bedeutete der dritte Rang nach schwachem Saisonstart den ersten Podiumsrang in der laufenden Saison. Entsprechend groß war die Freude der 28-Jährigen.

"Die Erleichterung ist sehr groß. Was mich irrsinnig freut: Ich habe heute wieder ein super Renngefühl gekriegt. Das ist mir zwischenzeitlich verlorengegangen. Oben habe ich probiert, ein Gefühl zu bekommen. Dann habe ich versucht, alles zu riskieren - und es hat gepasst", so die ehemalige Riesenslalom-Weltmeisterin.

Die Weltmeisterin von 2009, Kathrin Zettel, und ihre Nachfolgerin Anna Fenninger auf den Plätzen vier und sechs komplettierten das starke österreichische Teamresultat. Die Schweizerin Denise Feierabend wurde Achte.

Höfl-Riesch unsicher

Höfl-Riesch wirkte nach ihren Slalom-Ausfällen zuletzt im Stangenwald sehr verunsichert und ging den Durchgang extrem vorsichtig an. Auf einer Eisplatte rutschte die Doppel-Olympiasiegerin weg und verpasste ein Tor.

Zwar stieg die Gesamtweltcupsiegerin zurück und blieb in der Wertung, ließ durch den Fehler jedoch wertvolle Zeit liegen.

"Natürlich ist der Ärger groß. In der Kombination sind nur drei Rennen, wenn man da um die Kugel mitfahren will, dann kann man sich einen Ausfall - oder Beinahe-Ausfall - nicht leisten. Ich habe bei solchen eisigen Bedingungen Probleme mit meiner Abstimmung", meinte die 27-Jährige.

Die zweite Starterin des Deutschen Skiverbandes (DSV), Veronique Hronek, schied schon in der Abfahrt nach einem Torfehler aus.

VIDEO: Der Patzer von Höfl-Riesch im Slalom

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