Garmisch-Partenkirchen - Cuche triumphiert auf der Kandahar

Sa 28.Jan. 13:49:00 2012

Didier Cuche hat bei der Weltcup-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen den dritten Saisonsieg gefeiert. Der 37-Jahre alte Schweizer verwies auf der verkürzten Kandahar-Strecke den Kanadier Erik Guay und Hannes Reichelt aus Österreich auf die Ränge zwei und drei. Andreas Sander wurde 21.

Didier Cuche Garmisch Partenkirchen 2012 - 0

Von Sebastian Würz

Der Klassiker auf der "Kandahar" musste wegen starken Nebels im oberen Streckenabschnitt auf den Super-G-Start unterhalb des Trögelhanges verlegt werden.

Cuche ließ sich von den nicht idealen äußeren Bedingungen und der weichen Piste nicht verunsichern und zauberte einen fehlerfreien Lauf in den Schnee.

Sein Vorsprung auf Weltmeister Guay betrug im Ziel für die Kürze der Strecke beachtliche 27 Hundertstelsekunden. Zum Vergleich: Die Plätze zwei und 30 trennte lediglich eine Sekunde.

Doppeltes Jubiläum durch Cuche

Der Erfolg des fünffachen Streif-Siegers war zugleich der 20. Weltcupsieg des Altmeisters und der 300. Podiumsplatz eines Schweizer Rennläufers in einer Weltcup-Abfahrt.

"Ich fahre nicht Zahlen hinterher, aber ich gebe schon zu: Ich bin froh über den fünften Sieg in Kitz", meinte der gelernte Metzger.

"Ich muss meinem Servicemann danken, die Ski sind sicher gelaufen. Wenn es so locker geht, dann fällt alles viel einfacher. Meine Linienwahl war sicher nicht schlecht. Ich hatte aber auch Glück, dass ich die Schläge besser absorbiert habe als die anderen", fügte Cuche hinzu.

Lediglich Guay konnte dem Westschweizer in Teilabschnitten Paroli bieten, verpasste einen möglichen Sieg aber mit einem Fahrfehler bei der Einfahrt in die "Hölle", wo er einen Schlag erwischte, und er kurzzeitig mit dem Außenski den Bodenkontakt verlor.

Drei Hundertstel rettete der Weltmeister auf den Drittplatzierten Hannes Reichelt ins Ziel, der dafür sorgte, dass der Österreichische Skiverband (ÖSV) auch in der fünften Saisonabfahrt einen Platz auf dem "Stockerl" eroberte.

Sander ordentlich

"Die drei Hundertstel kann man vom Start bis ins Ziel überall finden. Aber so ist es im Sport. Vor allem wenn die Strecke so kurz ist", meinte der Vizeweltmeister im Super G.

Stephan Keppler, zuletzt Achter in Kitzbühel, riskierte bei der Einfahrt in den Eishang zu viel und stürzte. Der Ebinger blieb aber unverletzt.

"Ich hab volles Risiko genommen, es ist nicht aufgegangen", sagte Keppler. "Mein Ziel war auf jeden Fall Top-10 oder das "Stockerl" zu attackieren - das ging nur mit vollem Risiko."

Der 22-jährige Sander bot eine solide und sichere Vorstellung und fuhr mit Startnummer 36 noch auf Platz 21 nach vorne, die zweitbeste Leistung eines Läufers mit einer Nummer über 30.

Für den ehemaligen Junioren-Weltmeister im Super G war es das dritte Mal in dieser Saison, dass er in die Punkteränge vorfuhr.

Abseits des Rennens sorgte wieder einmal Bode Miller für Wirbel. Der US-Amerikaner kam zu spät zur Startnummernverlosung und musste zur Strafe als 46. ins Rennen gehen. Auf welliger Piste hatte der dreifache Medaillengewinner von Vancouver keine Chance und verfehlte die Weltcuppunkte.

VIDEO: Cuche dominiert auf der Kandahar

D.Cuche downhill

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