Afrika-Cup - Ghanas individuelle Klasse schlägt Mali

Sa 28.Jan. 22:47:00 2012

Ghana hat Mali im zweiten Vorrundenspiel mit 2:0 (0:0) geschlagen und sich damit so gut wie sicher für das Viertelfinale qualifiziert. In einer durchwachsenen Partie setzte sich der Favorit dank der Geniestreiche von Asamoah Gyan (63.) und Andre Ayew (76.) gegen offensiv zu harmlose Malier durch.

2012 Afrika-Cup Ghana Mali Asamoah Gyan - 0

Die Lehren:

Der Favorit hat sich lange Zeit schwer getan. Mali hatte zu Beginn wenig Mühe, die Angriffe der Ghanaer zu verteidigen. Ein wunderbarer Freistoßtreffer von Asamoah Gyan brachte Ghana mit 1:0 in Front. Durch eine klasse Einzelleistung sorgte Andre Ayew eine Viertelstunde vor Schluss für die Entscheidung.

Wie auch in der ersten Begegnung konnte Ghana zwar spielerisch nicht überzeugen, der zweite Sieg im zweiten Spiel wurde aber dennoch ziemlich ungefährdet eingefahren. Das liegt auch an einer stabilen Defensive, die auch gegen Mali kaum Torchancen zugelassen hat. Einzige Ausnahme sind Eckbälle, bei denen Schlussmann Adam Kwarasey ein ums andere Mal ins Leere faustete.

Mali hat es fast die komplette Spielzeit geschafft, die ghanaischen Topspieler in Schach zu halten. Bei beiden Gegentreffern konnten sie allerdings die Geniestreiche nicht verhindern. Aus dem Spiel heraus blieb die Elf von Alain Giresse zu einfallslos, lediglich Standardsituationen sorgten für Gefahr.

Die "Black Stars" haben damit die Tür zum Viertelfinale weit aufgestoßen. Mit der optimalen Punkteausbeute von sechs Zählern aus zwei Partien ist das Team von Goran Stevanovic so gut wie weiter. Mali bleibt bei drei Punkten, aufgrund des besseren direkten Vergleichs mit Guinea stehen die "Adler" aber noch auf Rang zwei.

Die Highlights:

24. Freistoß für Mali: Das Leder segelt von außen in den Strafraum, Kwarasey irrt durch den Strafraum. Es bleibt aber ohne Konsequenzen.

25. Beim anschließenden Eckball dasselbe Bild: Kwarasey kommt wieder aus dem Kasten und kann den Ball nicht klären. Glück für den Keeper!

26. Erste Gelegenheit für Ghana. Asamoah probiert es mit einem Schuss aus der Distanz, den Diakite nur abklatschen kann. Der Nachschuss von Muntari geht knapp am linken Pfosten vorbei.

36. Schönes Dribbling von Asamoah, der zwei Gegenspieler stehen lässt. Sein strammer Spannstoß geht nicht weit am linken Pfosten vorbei.

38. Ein klasse Freistoß von Diabate! Aus 27 Metern zirkelt er den Ball an den linken Pfosten, von dort aus hüpft er an den rechten Pfosten und dann ins Spielfeld. Pech für Mali, das hätte einen Treffer verdient gehabt.

45. Endlich mal ein guter Angriff von Ghana. Pantsil bringt die Flanke von der rechte Seite, Ayew schraubt sich im Zentrum hoch und kommt zum Kopfball. Der Ball geht nur haarscharf daneben.

55. Ayew spielt einen tollen Doppelpass mit Asamoah und zieht aus 20 Metern ab. Den Schuss kann der malische Schlussmann im Nachfassen parieren, bevor ein ghanaischer Angreifer zur Stelle gewesen wäre.

63. TOOOR für Ghana! 1:0 durch Asamoah Gyan! Den fälligen Freistoß nach Ayews schöner Einzelleistung zirkelt Gyan in die Maschen. Keine Chance für den malischen Torhüter. Ein überragend getretener Freistoß.

68. Maiga mit der großen Möglichkeit nach einer Ecke. Wieder einmal kommt der ghanaische Keeper aus seinem Kasten und faustet ins Leere. Der Kopfstoß von Maiga geht nur Zentimeter über den Kasten.

76. TOOOR für Ghana! 2:0 durch Andre Ayew! Eine starke Einzelleistung des Spielers von Olympique Marseille. Er dribbelt mit dem Ball am Fuß in den 16-Meterraum, schlägt zwei Haken und lässt damit seinen Gegenspieler alt aussehen. Sein Linksschuss schlägt flach am kurzen Pfosten ein.

Der Kracher: Andre Ayew

Der Stürmer von Olympique Marseille war ohne Zweifel der Mann des Spiels. Mit seinem Dribbling im Mittelfeld holte er den Freistoß heraus, den Gyan verwandelte. Für die Entscheidung sorgte der 22-Jährige dann höchstpersönlich. Auf seine zwei Haken, mit denen er seine Gegenspieler in die Zuschauerrolle verwies, folgte ein trockener Linksschuss ins kurze Eck. Es war seine individuelle Klasse, von der Ghana abhängig ist.

Im Abseits: Adam Kwarasey

Der Schlussmann Ghanas hat war noch keinen Gegentreffer kassiert, bei Eckbällen aber große Schwächen im Herauslaufen offenbar. Bei drei malischen Ecken irrte der Keeper im Strafraum und faustete nach allem, nur nicht nach dem Leder. Er ist nicht der erste Torwart, der beim Afrika-Cup keine glückliche Figur abgibt.

Die Statistik: 47

47 Fouls sind ein Indiz dafür, dass die Partie zerfahren und von vielen Unterbrechungen geprägt war. Durch die Pausen kam selten Spielfluss zustande. Die beiden wunderbaren Tore entschädigen aber doch für die überwiegend durchwachsene Begegnung.

TV-Tipp:

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Nico Eichelbrönner / Eurosport

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