Dakar 2009 - Dakar 2010 wieder in Südamerika

Eurosport - Mi 28.Jan. 17:29:00 2009

Die Rallye Dakar soll nach der gelungenen Premiere 2009 im kommenden Jahr wohl wieder in Südamerika stattfinden. Südamerika sei eine "Entdeckung" gewesen, teilten die Veranstalter der Rallye mit und bescheinigten Argentinien und Chile gute Möglichkeiten zur Ausrichtung 2010.

2009 Dakar Stage 12 Volkswagen De Villiers - 0

"Es ist noch zu früh, nach Afrika zurückzukehren", räumte der Generaldirektor von Rennorganisator ASO, Yann Le Moenner, in Anspielung auf die terroristischen Drohungen ein. Weiters hoffen die Veranstalter auf eine erneute Teilnahme von VW. "Der Volkswagen-Triumph hat uns glücklich und stolz gemacht. Ich glaube, dass sie schon eine Entscheidung getroffen haben und es gibt gute Chancen, dass sie ihre Teilnahme an der Dakar 2010 in Erwägung ziehen."

Die Organisatoren erwägen außerdem, das Rennen als eine Art "Wanderzirkus" in Zukunft in anderen Kontinenten zu organisieren. Die offizielle Entscheidung der ASO über 2010 soll schon in den nächsten Wochen bekannt gegen werden. Der siegreiche deutsche Beifahrer Dirk von Zitzewitz hatte bereits die Idee wechselnder Austragungsorte begrüßt. "Darüber sollte man definitiv nachdenken", hatte er gesagt.

Mit Tour de France vergleichbar

Le Moenner hob in der spanischen Hauptstadt unter anderem die Begeisterung von Hunderttausenden Argentiniern und Chilenen an der Strecke, die Zusammenarbeit zwischen der Regierungen der beiden südamerikanischen Länder sowie die "prächtigen Landschaften" hervor. Man habe die Zahl der Zuschauer auf 500.000 geschätzt.

Das Begeisterungniveau sei mit dem der Tour de France vergleichbar, die auch von ASO organisiert wird, sagte der Franzose. Argentinien und Chile wollen auch 2010 die Rallye austragen. "Im nächsten Jahr feiern beide Länder den 200. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit, und deshalb ist das wichtig für sie".

Die Rallye Dakar wurde 2008 aufgrund terroristischer Drohungen kurz vor dem Start in Lissabon abgesagt. Die Veranstalter kamen dann auf die Idee, die umstrittene "Wüstenfahrt" drei Jahrzehnte nach der ersten Ausgabe nach Südamerika zu verlegen.

Die Dakar auf Entdeckungsreise

"Seinerzeit hat die Dakar dazu gedient, Afrika zu entdecken. Nun ist das auch mit Argentinien und Chile geschehen. Das war eine wahre Entdeckung", meinte Le Moenner. Die Dakar sei ein nomadenartiges Rennen und es gebe "noch zahlreiche Territorien, die man auskundschaften kann".

Auch der französische Pilot Stephane Peterhansel, der mit Motorrädern und Autos insgesamt neunmal die Dakar gewann, sprach sich in Madrid für Südamerika als Veranstaltungsort 2010 aus. "Ich meine, es gibt 80 Prozent Chancen, dass das Rennen wieder in Südamerika stattfindet", sagte "Monsieur Dakar".

Es handele sich um "um eine sehr schöne" Region, die für die Dakar sehr geeignet sei. In Zukunft solle das Rennen auch nach anderen Kontinenten "auswandern". "Warum nicht Asien, warum nicht der Nahe Osten", fragte er. Man könne drei Jahre in Südamerika bleiben, dann nach Afrika zurückkehren und irgendwann einmal auch in China fahren.

"Extremes Event"

Der Mitsubishi-Pilot hofft 2010 auch auf eine VW-Teilnahme. "Es ist gut, dass VW die Dakar erstmals gewonnen hat. Dass Mitsubishi immer gewinnt, ist nicht gut für den Wettbewerb", sagte der Dakar-Seriensieger. Sollte VW nach dem Doppelerfolg aufhören, "wäre das sehr traurig".

Le Moenner nahm unterdessen zu den zahlreichen Todesopfern Stellung, die Dakar zu einem umstrittenen Spektakel machen. "Dakar ist ein extremes Event, ein gefährliches Rennen", gab er zu.

dpa / Eurosport

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