Oberstdorf - Morgenstern auf Hannawalds Spuren

Eurosport - Do 27.Dez. 15:21:00 2007

Als bisher Einziger hat Sven Hannawald 2001/02 alle vier Springen bei der Vierschanzentournee für sich entschieden. Damals meinten viele, das wäre ein Rekord für die Ewigkeit. Doch jetzt ist da Thomas Morgenstern. Der Österreicher hat in diesem Winter schon sechs von sieben Weltcups gewonnen...

SKI JUMPING 2007-2008 Engelberg Thomas Morgenstern - 0

Nur Fliegen ist schöner: Das dachte sich wohl auch der 10-jährige Thomas Morgenstern aus dem Örtchen Lieserbrücke in Kärnten. Der Knirps schnallte seine Alpin-Ski ab, um fortan über Skisprungschanzen zu brettern. Und da der mittlerweile 21-Jährige am liebsten allen anderen davonfliegt, macht er das dann einfach auch.

"Wenn's läuft, dann läuft's", sagte vor Jahren der mittlerweile verstorbene Ski-Weltmeister Rudi Nierlich. Bei Thomas Morgenstern läuft's - und wie. Der Team-Weltmeister gewann in dieser Saison die ersten sechs Skisprung-Weltcups, erst im siebten Springen musste sich der Youngster erstmals geschlagen geben - hinter Andreas Küttel und Gregor Schlierenzauer reichte es jedoch immer noch für Platz drei in Engelberg.

Und während sich also die Konkurrenz abmüht, wirkt bei "Morgi" alles locker und leicht. "Ich habe ein supergeiles Gefühl", meinte der Doppelolympiasieger und frischgebackene Weltrekordhalter. Noch nie zuvor hatte ein Skispringer die ersten sechs Weltcup-Wettbewerbe einer Saison für sich entschieden. Vor diesem Winter stand Morgenstern im Weltcup nur zweimal ganz oben auf dem Podest.

Wer sonst also, außer Morgenstern, soll die Vierschanzentournee zum Jahreswechsel für sich entscheiden? Tournee-Präsident Claus-Peter Horle geht sogar noch weiter und traut dem Weltcup-Führenden den totalen Triumph zu: "Vielleicht gelingt ihm ja der gleiche Erfolg wie Sven Hannawald vor sechs Jahren. Schließlich ist er in der Form seines Lebens."

"Rot-weiß-rotes Fahnenmeer"

Publikumsliebling Morgenstern und der Rest der erfolgreichen ÖSV-Adler sorgen auch für ein rege Nachfrage nach Tickets. "Gerade für die österreichischen Stationen in Innsbruck und Bischofshofen ist der gelungene Auftakt der ÖSV-Springer eine grandiose Vorlage. Hier wird es ein rot-weiß-rotes Fahnenmeer geben", sagte Horle.

Übrigens - Thomas Morgenstern hat nun das Geheimnis seines Erfolges gelüftet. Es ist viel simpler, als man vielleicht denken könnte. Ein Bio-Computer in Form eines Anhängers befreie ihn von allem Negativen. Seit ihm das Stück, nachdem er an Gürtelrose gelitten hatte, bei der Weltmeisterschaft in Sapporo Glück gebracht hat (Gold mit dem Team und Bronze im Einzel), baumelt der Anhänger um seinen Hals. Morgenstern sei seitdem ausgeglichener und habe mehr Gespür. Wenn's hilft, dann hilft's...

Birgit Riezinger / Eurosport