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Schmitt hat «gutes Gefühl» vor Saisonhöhepunkt

Do 27 Dez, 14:29 Uhr


München (dpa) - In der «2. Liga» des Skispringens hat Martin Schmitt Selbstvertrauen für die Vierschanzentournee getankt, nun will er wieder in der Weltspitze mitmischen.

«Mein Leistungsvermögen wird von Sprung zu Sprung besser», verkündete der Routinier vor seinem 13. Start bei der Traditionsveranstaltung in Oberstdorf. Der einstige Vorflieger im deutschen Team hat die kurzzeitige Degradierung durch Bundestrainer Peter Rohwein nicht nur genutzt, um sich beim zweitklassigen Continental-Cup schon einmal mit der neuen Schanze in Garmisch-Partenkirchen vertraut zu machen - ein souveräner Sieg hat ihm auch Auftrieb für den bevorstehenden Saisonhöhepunkt gegeben. «Jetzt habe ich ein gutes Gefühl», sagte Schmitt, der miserabel in die Saison gestartet war. Bis Weihnachten hatte er nur fünf Weltcup-Zähler auf dem Konto.

Doch Schmitt wusste offenbar, wo der Fehler lag: «Ich hatte Probleme mit dem Skianstellwinkel im ersten Flugdrittel», erläuterte er. In Lillehammer beim Training wollte er eigentlich an der Fehlerbehebung feilen, doch wegen eines Magen-Darm-Infekts musste er eine Zwangspause einlegen. «Krafttraining konnte ich gar nicht machen», schilderte er. Rohwein nominierte Schmitt zunächst nicht für den Weltcup, sondern verordnete ihm einen Start in Garmisch- Partenkirchen. «Er sollte einen Aufbauwettkampf bekommen», sagte der Trainer. Dort wirkten Schmitts Sprünge stabil - doch es zählt erst bei der Tournee, das weiß auch der Springer aus Furtwangen: «Bei der Vierschanzentournee werde ich mich ganz anders präsentieren als bisher im Weltcup», versprach er.

«Ich habe die Sprünge langsam gut im Griff», sagte Schmitt. «Ich muss die Sprünge laufen lassen, darf nichts erzwingen.» Genau wie seine Teamkollegen vom Deutschen Skiverband (DSV) und der umstrittene Bundestrainer Rohwein steht auch Schmitt vor der prestigeträchtigen Tournee unter Druck: Seit Jahren versucht der viermalige Weltmeister vergeblich, an seine Erfolge aus den Jahren 1998 bis 2002 anzuknüpfen. Lediglich vereinzelt konnte er zumindest die Erinnerung an vergangene Glanzzeiten wieder aufleben lassen, so etwa Ende des vergangenen Winters mit einem dritten Platz in Lahti oder 2005, als er dem deutschen Team auf der Normalschanze zu WM-Silber verhalf.

Auch vor dieser Saison sprachen Schmitt und Coach Rohwein davon, dass der Knoten endlich platzen werde. Er habe an Stabilität gewonnen, «es gibt keine Ausreißer mehr nach unten», behauptete Rohwein. Dann aber kam ein neuer Tiefpunkt, beim Springen in Trondheim scheiterte der 29-Jährige sogar an der Wettkampfqualifikation. Bei der Tournee nun will er einen Neustart wagen: «Meine Sprünge sind auf einem anderen Niveau als in Trondheim.»