Bundesliga - Allofs: "Hoeneß ist ein Vorbild"

Eurosport - Fr 27.Nov. 09:54:00 2009

Klaus Allofs spricht im Exklusiv-Interview mit eurosport.yahoo.de über sein Verhältnis zu Uli Hoeneß und verrät, was es braucht, ein guter Manager zu sein. Er gewährt einen Einblick in die Verhandlungsweise zwischen Werder Bremen und Bayern München und verliert sogar ein paar Worte über Diego.

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Mit einem Blick auf die Vita von Uli Hoeneß und Klaus Allofs stellt man schnell fest, ein erfolgreicher Manager sollte ein guter Stürmer gewesen sein.

Klaus Allofs: (lacht) Aus diesem Blickwinkel habe ich das noch gar nicht betrachtet. Für eine wissenschaftliche Untersuchung reicht das noch nicht aus.

Wer von Ihnen beiden war der bessere Stürmer?

Allofs: Diese Frage kann ich so nicht beantworten, schließlich haben wir zu unterschiedlichen Zeiten gespielt. Alles in allem waren wir beide Nationalspieler, auch einigermaßen erfolgreich. Von daher gibt es da keine gravierenden Unterschiede.

Was zeichnet einen guten Manager aus?

Allofs: Das ist nicht so einfach zu erklären. Das Wort Manger ist ein Sammelbegriff für die unterschiedlichen Aufgabenstellungen, die in den Vereinen zu bewältigen sind. So ist das Aufgabenfeld von Uli Hoeneß ein anderes wie meines, oder das von anderen Kollegen. Vereinfacht dargestellt sollte man die Geschicke des Vereines gemeinsam mit den anderen Verantwortlichen so leiten, dass daraus am Ende sowohl sportlich als auch wirtschaftlich eine Erfolgsgeschichte resultiert.

Welche Attribute zeichnen Uli Hoeneß aus?

Allofs: Uli Hoeneß ist sicher ein gutes Beispiel dafür, dass man einerseits geschäftstüchtig sein muss, andererseits aber auch die menschliche Komponente nicht außer Acht lassen sollte. Er hat gezeigt, dass es sich nicht nur um ein Geschäft handelt, wo es um Zahlen geht, sondern auch um Atmosphäre und Vertrauen, welches über Jahre hinweg wachsen muss. Gerade in diesen Punkten war Uli Hoeneß ein Vorbild für viele Manager in der Bundesliga und ist es noch heute.

Als Sie 1999 in Ihre Karriere als Manager gestartet sind, war Uli Hoeneß schon 20 Jahre im Geschäft. Inwieweit war er in Ihrer Anfangszeit ein Vorbild für Sie?

Hoeneß: Er war sogar vorher schon ein Vorbild. Und zwar als ein Spieler, der ins andere Lager gewechselt ist, und nach einer erfolgreichen sportlichen Karriere seinen Weg unbehelligt auf der Funktionärsebene weitergegangen ist. Uli Hoeneß war der Maßstab - heute würde man sagen "Benchmark". Man hat genau nach München geschaut und sich gefragt: Wie macht es Uli Hoeneß bei den Bayern und wie ist das bei Werder Bremen umzusetzen?

Sie haben zahlreiche Verhandlungen miteinander geführt. Duzen Sie sich?

Allofs: Ja. Das ist aber so üblich unter Menschen, die sich früher auf dem Fußballplatz gegenübergestanden haben. Unter Sportlern duzt man sich einfach.

Wie kann man das Verhältnis zwischen Ihnen und Uli Hoeneß bezeichnen?

Allofs: Ich glaube, es handelt sich um eine Beziehung, die gegenseitige Sympathien in sich birgt. Wir haben uns zwar auch schon richtig gezofft, aber es herrscht von beiden Seiten Respekt und Akzeptanz vor. Darüber hinaus hatten wir häufig geschäftlich miteinander zu tun. Das hat immer in einer sehr guten Atmosphäre stattgefunden. Ich habe das stets als sehr fair empfunden.

Tritt Uli Hoeneß bei Verhandlungen mit jener Emotionalität auf, die man von ihm kennt? Das bekommt man ja leider nie öffentlich mit.

Allofs: Man kann nicht so erfolgreich sein, wenn man nicht auch besonders clever beziehungsweise geschickt ist. Es zeugt von Qualität in dieser Tätigkeit, wenn man nicht ausrechenbar ist. Man sollte einerseits der knallharte Verhandlungspartner sein, andererseits aber auch mal nachgeben können und kompromissbereit ist. Das konnte ich in den Verhandlungen mit Uli Hoeneß immer feststellen. Da zeigt er alle Facetten. Generell gilt: Wenn man sich darauf verlassen kann, dass die andere Seite verlässlich ist und korrekt arbeitet, sind das gute Voraussetzungen. Das war in den Verhandlungen mit dem FC Bayern eigentlich durch die Bank der Fall.

Können Sie eine kleine Anekdote aus den Verhandlungen mit Uli Hoeneß preisgeben?

Allofs: Lassen Sie mich kurz überlegen (lacht). Vergangenen Sommer hat es in den Verhandlungen über eine Rückkehr von Tim Borowski ein wenig gehakt. Vieles lief über das Telefon und manche Dinge wurden über die Öffentlichkeit ausgetragen. Schließlich bin ich nach Stuttgart geflogen, weil die Bayern dort ein Testspiel gegen die Stuttgarter Kickers absolvierten. Als wir uns gegenüber saßen, war die Sache nach einer Viertelstunde erledigt und wir haben über andere Themen gesprochen. Dieses Beispiel zeigt, dass manche Probleme auf persönlicher Ebene sehr viel einfacher zu lösen waren, als auf einem anderen Weg.

Hand aufs Herz: Was lief eigentlich wirklich mit Diego?

Allofs: Das war relativ einfach. Juventus Turin hatte sich relativ früh um die Dienste Diegos bemüht und sowohl Vorgespräche mit uns als auch mit dem Spieler geführt. Hinterher war es dann etwas zu spät, das muss man ganz einfach so sagen.

Auch Sie waren als möglicher Nachfolger von Uli Hoeneß im Gespräch.

Allofs: Das ist ja kein Geheimnis, dass es dazu Gespräche, aber niemals Verhandlungen gab. Man könnte auch von einem vorsichtigen Abtasten sprechen, welches nie konkretisiert wurde.

Inwiefern hat es Ihnen Spaß bereitet, nahezu jedes Jahr einen Rohdiamanten aus dem Hut zu zaubern, der in der Bundesliga für Furore sorgte und irgendwann vom FC Bayern umworben wurde?

Allofs: Der FC Bayern muss und kann in Sachen Transferpolitik etwas anders handeln als Werder Bremen. Wir können den Spieler, der auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit, oder kurz davor ist, nicht mehr kaufen. Insofern müssen wir etwas früher ansetzen. Im Gegensatz dazu können es sich die Bayern leisten, etwas später einzugreifen. Dennoch verfügen die Münchner auch über viele junge Spieler aus den eigenen Reihen, die sich gut entwickeln. Es gerät ein wenig in Vergessenheit, dass Bayern auch großen Wert auf die Jugendarbeit legt. Bei uns fällt das deutlicher ins Gewicht, weil wir nicht die große Anzahl an erprobten Stars haben. Aber es ist eine schöne Sache, dass wir es immer wieder schaffen, junge Spieler zu entwickeln und weiterzubringen.

Woher nimmt der Düsseldorfer Allofs die hanseatische Ruhe und macht bei den Transfers alles richtig?

Allofs: Ich bin jetzt schon zehn Jahre in Bremen. Darüber hinaus war ich drei Jahre hier als Spieler. Ein bisschen als Hanseat fühle ich mich auch schon, auch wenn ich die rheinländischen Wurzeln nicht verleugnen kann. Das hat sich natürlich im Laufe der Jahre entwickelt, dass man eine Vorstellung hat, wie eine Mannschaft aussehen soll, was man spielen will und wie man die Gemeinschaft funktionieren lassen kann. Da haben wir auch eine gewisse Vorstellung: die Bezeichnung wir ist das Entscheidende, dass man das gemeinsam entwickelt, das heißt dass es niemals eine Diskrepanz gibt zwischen dem, der verpflichtet wird, und dem, was Thomas Schaaf möchte. Wenn wir uns am Ende für einen Spieler entscheiden, dann heißt das, dass alle in der Pflicht sind, das so zu entwickeln, dass es auch funktioniert. Das ist schon mal eine ganz wichtige Voraussetzung, die nicht überall immer so gegeben ist. Die Umgebung Bremen und unser Mannschaftsgefühl sorgen dafür , dass Spieler schnell integriert werden. All das zusammengenommen führt dann dazu, dass die Wahrscheinlichkeit, dass man richtig liegt, vielleicht größer ist als woanders.

Was wünschen Sie Uli Hoeneß, der künftig in seiner neuen Funktion als Präsident des FC Bayern nicht mehr ins Tagesgeschäft eingreifen will?

Allofs: Ich denke, er wird dennoch in veränderter Funktion ganz dicht dran sein. Wir werden Uli Hoeneß auch weiterhin zu Dingen hören, die den Fußball beschäftigen und seine Meinung wird auch in Zukunft gefragt sein. Ein bisschen weniger Stress wäre wahrscheinlich wünschenswert und natürlich Gesundheit, das ist das Allerwichtigste.

Wie geht es weiter mit Werder Bremen? Das Team ist seit 20 Spielen ungeschlagen...

Allofs: Am liebsten wollen wir weiter ungeschlagen bleiben. Das würde uns schon Freude machen. Wir hatten in den letzten Wochen einen wirklich guten Lauf. Obwohl wir eine hohe Belastung hatten und auch einige verletzte Spieler, konnten wir doch recht konstant spielen. In den nächsten vier Spielen haben wir allerdings sehr schwere Aufgaben. Ich hoffe, dass wir da auch diese Konstanz beweisen, um uns vorne noch entschlossener festzusetzen. Im Moment ist es eine große Gruppe von Klubs, die ganz oben dabei ist. In den nächsten Wochen könnten die Abstände vielleicht ein bisschen größer werden, und da möchten wir ganz oben mit dabei sein.

Ist die Meisterschaft Thema?

Allofs: Rein theoretisch kann man im Duell Werder gegen Wolfsburg den neuen Deutschen Meister sehen. Wolfsburg hat Chancen, aber auch Werder . Für uns ist das Wort Meisterschaft kein Tabuthema. Wir wollen immer um den Titel mitspielen. Ob das diesmal ein realistisches Ziel war, mussten wir in den ersten Wochen der Saison erstmal erfahren. Aber man muss auch sehen, dass wir nicht alleine sind und dass nicht nur Wolfsburg oder Bayern unsere Konkurrenten sind, sondern auch Leverkusen, Schalke, der HSV oder Hoffenheim. In der Bundesliga gibt es momentan sieben oder acht Mannschaften, die es schaffen können. Wir werden eine richtig gute und konstante Saison spielen müssen, um ganz vorne zu sein. Aber das Potenzial hat diese Mannschaft, das muss man so sehen. Mal gucken, was wir daraus machen.

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Das Interview führte Thomas Janz / Eurosport

Kommentare 1 - 12 of 12

Kommentare sortieren: Aktualität | Meist bewertet
  1. Hand aufs Herz: Was lief eigentlich wirklich mit­ Diego?

    Allofs: Das war relativ einfach. Juventus Turin­ hatte sich relativ früh um die Dienste Diegos bemüht­ und sowohl Vorgespräche mit uns als auch mit dem­ Spieler geführt. Hinterher war es dann etwas zu spät,­ das muss man ganz einfach so sagen.

    kann mir das bitte­ einer erklären? ich verstehe nur bahnhof ...

    Von moegensiejazz, am So 29.Nov. 5:16
  2. 90.FC Bayern München Louis van Gaal, (General,­ Cheftrainer­ und Gott)
    Die Uli ist eine große Manager,­ zwar niet äh­ so groß wie ich, äh Gott, abe he hebbt­ mich aus Holland­ geholt für äh Verbesserung von die Fc­ Hollywood Team.­
    Die FC Bayern soll endlich wieder­ Erfolg feiern, ich­ sage das geht nur in die 2 te Liga.­
    Ich plane die­ Abstieg. Dafür müssen jetzt noch ein­ paar von die­ Erfolgsspile weg.
    Die Toni habe ich­ fertig.
    Ich danke­ Uli Hoeneß für diese Erkenntnis und­ das Vertrauen in­ Gott, äh, mich denke ich....

    Von Louis v. Gaal, am Sa 28.Nov. 15:30
  3. @ 1 und 2 .
    Ihr habt hier die richtigen Worte gefunden­ , und mit Sicherheit denken noch viele so , aber leider­ ist bei dem Vereinsegoismusdenken bei vielen das wort­ fair , Anerkennung und Respekt immer noch ein­ Fremdwort .

    Von amintase, am Sa 28.Nov. 10:58
  4. Hallo ich bin es Steven die Englische Prinzessin auf­ der Erpse ;) ich möchte mich für die ganzen­ Beleidigungen entschuldigen die ich euch an den Kopf­ geworfen habe,,aber ihr müsst verstehen das ich an­ extremen Minderwertigkeitskomplexen leide denn ich­ wiege 120 kg und seitdem mein hund vor mein bobby car­ gerannt und gestorben ist,mach ich mir immer­ Vorwürfe,ich sag auch nie wider Kraut zu euch weil­ eigentlich liebe ich Sauerkraut,,Bohnen mit Fish und­ Chips gemixt,,,und ich wohne auch nicht England sondern­ in Deutschland aber ich erzähle halt immer dass ich aus­ England komme damit mich keiner suchen kommt um mir mal­ mein großes Maul zu stopfen...also bitte versteht mich­ es ist schon hart genug für mich das ich mein eigenes­ Land verrate und ausgewandert bin aus der­ Heimat.....Ich wünsche euch frohe Ostern meine Mama hat­ schon nach Eiern gefragt^^

    Von steven49taylor.akarotolando, am Sa 28.Nov. 9:58
  5. Lieber Klaus Allofs, was soll man auch anderes­ schreiben. Leider kann man es sich heuzutage nicht­ erlauben, die Wahrheit zu sagen. Ich hoffe Sie haben­ die Riesensauerei vom ach so braven Herrn Hoeneß­ hinsichtlich Klose nicht vergessen. Dieses Vorgehen war­ einfach gegen alle, aber auch wirklich alle Regeln und­ ein Armutszeugnis, von Anstand keine Spur. Was war mit­ seinen lieben Äußerungen über Herrn Trochowski, diese­ Pöbelei war einfach nur Gosse und durch nichts zu­ entschuldigen. Sein kaufmännisches Verhalten? Warum­ nennt keiner die sinnlos verbratenen Millionen in den­ letzten 2 - 3 Jahren. Auch wenn er einiges für den FCB­ geleisten hat, die letzten Jahre waren­ untersterDurchschnitt.

    Von Black Rain, am Sa 28.Nov. 8:07
  6. Wie man bei YouTube sehen kann gab es da schon andere­ Seiten „Allofs macht Hoeneß fertig“

    Von BL Fan, am Sa 28.Nov. 8:01
  7. ich hätte mal gerne gewusst, was der allofs so bei­ yahoo schreibt, sicher hat er hier mal ein paar mal­ vorbeigerschaut, um zu wissen, was das volk so denkt.­ wäre spannend, ob er hinter der anymität auch dem­ hoeness und den bayern so schmeichelt.

    Von blitzkneisser, am Sa 28.Nov. 7:39
  8. Die Ratte verläßt das sinkende Schiff

    Von helle_mi, am Sa 28.Nov. 5:19
  9. das sagen die richtigen,sind doch die bayern fans,die­ sich für die grössten halten

    Von bild_eurosport, am Sa 28.Nov. 4:18
  10. Lesen -
    Nachdenken -
    Schreiben -
    dann wären die­ Stellungnahmen positiv.
    Wenn sich Allofs nicht zu­ schade ist,
    soltet Ihr es auch nicht sein.
    Ich bin­ gespannt.
    Peter aus Bonn

    Von Pit, am Sa 28.Nov. 4:17
  11. Anerkennung bedeutet oft Überwindung, Renee. Leider­ können das nicht alle, die hier in den Foren schreiben.­ Meinen Respekt für seine Leistungen hat Herr Hoeness­ allemal, auch wenn ich ihn nicht so sonderlich mag.

    Von JürgenS, am Sa 28.Nov. 3:14
  12. Ich finde es wunderbar wie da miteinander umgegangen­ wird, kein böses Wort über die Bayern....
    Daran sollten­ sich die Fans die hier Posten auch mal halten.­ Stichwort: Respekt für den Gegner

    Von Renee, am Sa 28.Nov. 3:02
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