Eurosport - Di 27.Okt. 15:02:00 2009
Der Bundestrainer lachte entspannt, die Spieler verbreiteten gute Laune und die Verbandsführung freut sich auf volle Hallen: Deutschlands Handballer wollen sich beim Supercup für die EM einspielen und mit einem Sieg beim prestigeträchtigen Heim-Turnier weiteres Selbstvertrauen tanken.
"Als Härtetest sehe ich das nicht, das hört sich so nach Quälerei an. Es ist die Möglichkeit, mit starken Mannschaften, die mit uns auf einem Niveau sind, Vorbereitungsspiele zu machen", sagte Bundestrainer Heiner Brand im westfälischen Halle. Er scheute sich 84 Tage vor EM-Beginn nicht davor, mit offenen Karten zu spielen: "Pokerei gibt es nicht im Handball."
Turniersieg als Ziel
Mit dem EM-Sechsten Norwegen am Donnerstag (20:30 Uhr) in Köln, Rekord-Europameister Schweden am Samstag (13:15 Uhr) in Halle/Westfalen und Europameister Dänemark am Sonntag (15:30 Uhr) in Hannover hat sich der WM-Fünfte erlesene Test-Partner eingeladen. "Nach den Qualifikationsspielen zur EM mit oft nicht so starken Gegnern hat das Turnier einen hohen Stellenwert. Es ist eine Standortbestimmung, auch unter dem Druck, vor eigenem Publikum zu spielen. In Köln werden so um die 11.000 Zuschauer kommen, die anderen Hallen sind ausverkauft", sagte Horst Bredemeier, Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB). Als Ziel gab er den Turniersieg aus: "Das sollten wir gewinnen. Aber wir sollten auch nicht traurig sein, wenn Dänemark vor uns ist."
Beim Supercup werden die deutschen Handballer mit neu kreierten Trikots, aber wie gewohnt personell gehandicapt auflaufen. Nach der Absage von Rückraum-Ass Pascal Hens (Hamburg), der auch die EM vom 19. bis 31. Januar in Österreich nur als Zuschauer verfolgen wird, kann mindestens im ersten Spiel gegen Norwegen auch Christian Sprenger nicht spielen. Den Rechtsaußen vom THW Kiel plagt eine Bauchmuskelzerrung, beim Training musste er passen.
Sprenger-Einsatz ungewiss
"Ich muss sehen, dass ich das wieder in Ordnung bekomme, so dass ich am Wochenende spielen kann. Ob ich am Donnerstag spielen kann, steht in den Sternen", sagte der 26-Jährige. Als Ersatz für ihn wurde wie bei der WM zu Jahresbeginn in Kroatien, als Sprenger wegen einer Knieverletzung vorzeitig abreisen musste, der Göppinger Christian Schöne nachnominiert. Zudem ist der für die EM gesetzte Kreisläufer Sebastian Preiß (Lemgo) wegen Achillessehnenbeschwerden nicht dabei.
Schwerer wiegt der Ausfall von Hens, der wegen fehlender Fitness für alle Länderspiele einschließlich der EM absagte. An seiner Stelle sollen der Göppinger Lars Kaufmann, Sven-Sören Christophersen (Wetzlar) und als "Joker" Kapitän Michael Kraus Druck und Torgefahr im linken Rückraum entfachen. "Wir sind dadurch in Zugzwang gekommen und müssen in der kurzen Zeit die junge Mannschaft einspielen", sagte Brand und heizte den Konkurrenzkampf an: "Alle, die hier sind, sind im erweiterten Kader für die EM."
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