DFB-Pokal - Dortmund scheitert am Pokal-Schreck

Eurosport - Di 27.Okt. 22:15:00 2009

Der VfL Osnabrück kickte Borussia Dortmund in der heimischen Osnatel-Arena mit 3:2 (2:0) aus dem Pokal. Eiskalt vor dem Tor schossen Angelo Barletta (36./41.) und Benjamin Siegert (71.) den VfL ins Viertelfinale. Die Treffer für den BVB durch Nuri Sahin (54.) und Lucas Barrios (90.+5) kamen zu spät.

2009-2010 DFB-Pokal Osnabrück Dortmund Dede - 0

Zuvor waren schon die Profis von Hansa Rostock und des Hamburger SV beim Zweitliga-Absteiger unter die Räder gekommen. Entsprechend enttäuscht zeigten sich die Profis des BVB nach dem Spiel. Die Dortmunder Spieler übten Selbstkritik: "Wir haben gespielt wie ein stumpfes Messer", sagte Verteidiger Patrick Owomoyela. Und Mats Hummels meinte: "Das war einer Bundesliga-Mannschaft nicht würdig."

Trainer Karsten Baumann auf Seiten der Osnabrücker zeigte sich erleichtert nach dem Pokal-Krimi: "Dortmund hat uns in der ersten Halbzeit vor große Probleme gestellt. Dass es am Ende noch mal knapp wurde bei sechs Minuten Verlängerung war nichts für unsere Nerven".

1. Halbzeit

Bei bester DFB-Pokalstimmung in Osnabrück waren die Rollen zwischen Dortmund und Osnabrück erst einmal klar verteilt. Die Gäste übernahmen von Anfang an die Initiative, was sich vor allem im Ballbesitz widerspiegelte. 77 Prozent sprachen eine deutliche Sprache. Bis zum Strafraum agierten die Gäste nach Belieben, aber vor dem Tor konnten sich die Borussen nicht entscheidend in Szene setzen. Die gefährlichste Aktion in den ersten Minuten war noch ein Eckball von Nuri Sahin, der halbhoch an Freund und Feind vorbei ins Seitenaus flog (15.).

Aber Osnabrück versteckte sich nicht, hatte in der Defensive alles im Griff, lauerte auf Konter und war vor dem Tor im Gegensatz zu Dortmund einfach abgeklärter. Nach einem weiten Einwurf von der rechten Seite, ließen die Abwehrspieler des BVB den Ball im Strafraum aufspringen und so ergab sich für Barletta die große Chance - er nutzte sie eindrucksvoll. Mit einem Fallrückzieher in der 36. Minute ließ er Roman Weidenfeller im Dortmunder Tor keine Abwehrmöglichkeit.

Osnabrück setzte nach und wurde erneut belohnt. Ein Eckball von Björn Lindemann landete erneut bei Barletta, und der erzielte ohne Mühe mit einem strammen Kopfball aus 14 Metern die 2:0-Führung. Dortmund war weder geschockt noch aufgewacht, sondern spielte bis zum Pausepfiff routiniert weiter, allerdings auch, ohne sich aussichtreiche Torchancen zu erarbeiten

2. Halbzeit

Beide Mannschaften kamen hoch motiviert aus der Kabine und gaben von Anfang richtig Gas. Nur 120 Sekunden nach Wiederanpfiff hatten die Hausherren Glück, dass eine Hereingabe von Jakub Blaszczykowski quer durch den Strafraum rollte, aber keinen Abnehmer im Zentrum fand. Die Mannschaft von Jürgen Klopp hatte sich aber offensichtlich einiges vorgenommen, denn sie drückte weiter nach vorne und wurde für ihr Engagement belohnt. Dem besten Dortmunder war es vorbehalten, den Anschlusstreffer zu erzielen. Kurz und schmerzlos per Dropkick aus kurzer Distanz ins lange Eck, so erzielte der Türke den Anschlusstreffer (54.).

Die Gäste waren nun am Drücker und hatten Pech im Abschluss. In der 58. Minute strich ein Freistoß nur knapp am Pfosten vorbei, während Barrios kurz darauf mit einem Fallrückzieher nur denselben traf (62.). Das Spiel wurde ruppiger und war zu diesem Zeitpunkt absolut offen. Osnabrück ergab sich nicht und war keineswegs nur damit beschäftigt, den Vorsprung zu verwalten, sondern lauerte auf Konter.

Einer dieser perfekt durchgespielten Tempogegenstöße war es dann auch, der die Hausherren auf die Siegerstraße brachte. Benjamin Siegert ließ mit einem flachen Schuss in der 71. Minute von Strafraumgrenze aus das ausverkaufte Stadion erneut über einen Zwei-Tore-Vorsprung jubeln. Dortmund warf nun alles nach vorne, aber schaffte nicht mehr als den erneuten Anschlusstreffer in der fünften Minute der Nachspielzeit durch einen Kopfball von Barrios.

Spieler des Spiels:

Auch wenn Angelo Barletta in der zweiten Halbzeit ein wenig abbaute, war er es, der mit seinem Doppelschlag in der ersten Halbzeit den Grundstein für das Weiterkommen des VfL legte.

abk / Eurosport

Kein Yahoo!-Nutzer? Kostenlos .