Eurosport - So 27.Sep. 20:03:00 2009
Erstmals in der WM-Geschichte hat ein Australier sich das Regenbogentrikot erkämpft: Als Solist triumphierte Cadel Evans am Ende des 262 Kilometer langen Rennens im schweizerischen Mendrisio. Silber holte mit 27 Sekunden Rückstand der Russe Alexandr Kolobnev vor Joaquin Rodriguez aus Spanien.
Der Schweizer Fabian Cancellara verpasste drei Tage nach seinem Triumph im Zeitfahren bei seinem Heimrennen den ersehnten Doppelschlag: Er wurde Fünfter hinter Olympiasieger Samuel Sanchez (Spanien). Bester Deutscher war wie im Vorjahr Milram-Profi Fabian Wegmann, der mit 1:47 Minute Rückstand Platz elf belegte.
"Die letzten drei Runden waren extrem schnell, und ich kam gerade noch so mit. Nur bei der letzten Attacke musste ich passen. Ich hatte Krämpfe. Schade, dass ich bei den letzten neun Fahrern nicht mehr dabei war", sagte der nach fast sieben Stunden und über 4600 Höhenmetern völlig ausgepumpte Wegmann.
Emotionale 'Erlösung'
"Dieser Sieg war die Anwort auf meine Kritiker, die oft sagen, ich kann nicht attackieren. Der Kurs hier lag mir besser als der im nächsten Jahr in Australien", sagte Evans nach seinem größten Sieg. Auf dem Podium kämpfte er mit den Tränen, der "ewige Zweite" bei schweren Rundfahrten stand endlich einmal ganz oben. Am Ende einer verkorksten Saison mit vielen Tiefschlägen gelang ihm ein unverhoffter goldener Abschluss, der mit 7667 Euro Prämie belohnt wurde.
"Es war manchmal demoralisierend, so oft Zweiter zu sein, aber ich habe immer nach vorn geblickt und an meine Siegchance geglaubt", so der Kapitän der Silence-Lotto-Mannschaft. "Während der Tour war ich krank, aber direkt danach habe ich mit der Vorbereitung auf dieses Rennen begonnen. Ich bin sehr stolz, als erster Australier die WM zu gewinnen", ergänzte Evans. Nach dem Coup schien Evans in den ersten Augenblicken erst wie gelähmt, konnte sein Glück kaum fassen und küsste wie in Trance den Ring an seiner Halskette.
Er ist nun nicht nur der erste Australier in der langen WM-Historie, der sich Gold sichern konnte, sondern er gewann erstmals ünerhaupt in seiner langen Karriere ein Eintagesrennen - und dann gleich das wichtigste im Kalender. Zudem war es ein Heimspiel für den 32-Jährigen, der wenige Kilometer abseits der Strecke sein Domizil in Italien hat.
Finale à la Eddy Merckx
Die Entscheidung fiel in der letzten der 19 Runden auf dem schweren Kurs im Tessin: Aus einer größeren Gruppe mit vielen heißen Sieganwärtern setzten sich die drei Medaillengewinner vor dem letzten Anstieg leicht ab. Der Attacke von Evans konnten seine beiden Begleiter nichts entgegensetzen - und die Stars dahinter hatten sich zu lange belauert. Sie kamen selbst an Kolobnev und Rodriguez zu spät heran.
Lange hatte zuvor eine zehnköpfige Gruppe um den Rostocker André Greipel das Rennen angeführt. Nach fast 200 Kilometern an der Spitze schlossen aber 50 Kilometer vor dem Ziel erste Verfolger um Titelverteidiger Alessandro Ballan (Italien) auf und der Kampf um die Podestplätze konnte richtig beginnen. Das Feld kam jedoch noch einmal heran und 21 Fahrer gingen gemeinsam an der Spitze in die Schlussrunde. Die Entscheidung fiel dann wie bei der WM 1971 an selber Stelle am Anstieg "Torrazza di Novazzano". Seinerzeit ließ dort Eddy Merckx seinen letzten Begleiter stehen, diesmal war es Evans, dessen Antritt die Entscheidung brachte.
Spanier nutzen Überzahl nicht
Am Ende profitierte der einstige Mountainbiker neben der eigenen Stärke auch ein wenig von der Unentschlossenheit der Top-Favoriten. Zu lange beäugten sich Cancellara, Sanchez, Philippe Gilbert (Belgien), Alejandro Valverde (Spanien) und Damiano Cunego (Italien). Diese verpassten den möglichen Sprung aufs Podium, wo nun der Russe Kolobnev wie 2007 wieder Silber in Empfang nehmen durfte. Von den drei Spaniern unter den Top Ten der WM erhielt nur der eigentlich als Helfer eingeteilte Rodriguez eine Medaille.
Mit rund 100.000 Zuschauern an der 13,8 Kilometer-Runde mit ihren zwei Anstiegen blieb der Zuspruch in Mendrisio trotz Kaiserwetters unter den Erwartungen. Pechvogel des Tages war dabei Milram-Profi Peter Wrolich. Der Österreicher stürzte bereits nach acht Kilometern und zog sich einen Schulterbruch zu. "Das ist sehr bitter, weil ich gut drauf war und jetzt die Saison vorzeitig beenden muss", sagte Wrolich.
Ergebnis:
1. Cadel Evans (Australien) 6:56:26 Std.; 2. Alexander Kolobnew (Russland) + 0:27 Min.; 3. Joaquin Rodriguez (Spanien) gleiche Zeit; 4. Samuel Sánchez (Spanien) + 0:30; 5. Fabian Cancellara (Schweiz) gleiche Zeit; 6. Philippe Gilbert (Belgien) + 0:51; 7. Matti Breschel (Dänemark); 8. Damiano Cunego (Italien); 9. Alejandro Valverde (Spanien) alle gleiche Zeit; 10. Simon Gerrans (Australien) + 1:47; 11. Fabian Wegmann (Freiburg) gleiche Zeit; ...79. Grischa Niermann (Hannover) + 10:54; 99. Johannes Fröhlinger (Freiburg) gleiche Zeit; 103. Paul Martens (Maastricht/Niederlande) + 14:03; Tony Martin (Schwalbach), Christian Knees (Euskirchen), André Greipel (Hürth), Marcel Sieberg (Hürth) und Gerald Ciolek (Pulheim) alle ausgeschieden
TV-Tipp:
Auch nach der WM blieben wir bis zum Saisonfinale bei den letzten Top-Rennen für Sie dabei: Verfolgen Sie bei Eurosport-TV, im Eurosport Player und hier im Live-Ticker die großen Klassiker Paris-Tours (11.10.) und Lombardei-Rundfahrt (17.10.) hautnah mit!
Kommentare 22 - 41 of 41
Ich gönne ihm den Sieg von ganzem Herzen! Ich finde er hat ihn wirklich verdient!!! Ich durfte ihn bei der diesjährigen Tour kennen lernen und ich muss sagen, er ist einer der sympathischsten! Na eine Serie von "Misserfolgen" finde ich es schön, dass er auch einmal ganz oben auf dem Treppchen steht.
Schade war nur, dass Eurosport nicht die Siegerehrung übertragen hart. Das dürfte bei einer Welstmeisterschaft NICHT passieren !!!
ja leider, aber wenigsten gibs noch ein paar normale fans die die sportler und ihre leistungen zu würdigen =)
@Andy,
wie rollinger_tom bereits erwähnt hat, ein TOP-Beitrag der die ganze Problematik auf den Punkt bringt;
aber leider gibt es hier in diesem Forum so viele geistig engstirnige Doping-Pauschal Blubberer, die Deinen Beitrag wohl nie verstehen werden....
@andy top beitrag hast vollkommen recht
@Freibier für alle!!! (Nr. 30) Sowas nennt man Ironie. Aber ich kanns auch gerne ausführlicher erklären: Natürlich weiss ich, dass nicht jeder Araber Terrorist ist und so weiter.... Genauso bin ich aber überzeugt, dass nicht jeder Radfahrer gedopt sind.... Ich wollte mit diesem Satz nur darauf hinweisen, dass man vielleicht nicht immer alle über einen Kamm scheren sollte.... Hoffe es ist nun bei allen angekommen :D
Klar, ein Dopingfreier Radsport ist Utopie, trotzdem gilt die Unschuldsvermutung solange, bis einer des Dopings auch überführt worden ist. Klar gibt es Fahrer wie z.B. Valverde, wo man mit grosser Wahrscheinlichkeit davon ausgehen kann, dass er nicht sauber sein wird. Bei Cancellara hingegen bin ich (auch wenn dies vielleicht sehr optimistisch klingt) sehr sicher, dass er nicht gedopt ist. Der war ja ned plötzlich ausm Nichts einfach da und hat alle von null auf plötzlich in Grund und Boden gefahren.... Aber wie gesagt, eine hundertprozentige Sicherheit wird es wohl nie geben. Denn je besser die Kontrollen werden, umso trickreicher werden auch die Machenschaften der Doping-Mafia....
Was mich eigentlich traurig stimmt ist, dass, egal bei welchem Rennen, egal bei welchem Sieger, immer gleich alle losschreien: Der ist eh gedopt! Ich habe in der Schlussphase mitgefiebert und keine Sekunde an Doping gedacht. Ja, das mag naiv klingen, aber wenn es diese Naivität braucht um ein Radrennen zu geniessen, dann bewahre ich mir die gerne.
Ich habe fertig :D
man also manchmal fragt man sich echt was für ein niveau in solchen forren ist ^^ zumal es doch fairplay heisst. der bessere gewinnt. klar jeder hat seinen favoriten und das will ich ja auch keinem streitig machen, aber nur weil ein anderer dann gewinnt ist er geich ein dopper oder was?^^ und wenn der favorit dann gewinnt dann sind die fans von dem aber ruhig und sagen nichts. man gönns dem evans doch mal, der hat immer so ein pech, immer der ewige zweite und jetzt hat er es endlich mal geschafft erster zu werden und dann kommen so beitràge wie: vollgespritzter affe
sry aber gehts noch blöder ^^ der kerl hats voll verdient ( sag ich als nicht fan von evans sondern als schleck fan ) und gerade beim bin ich mir sicher das er sauber ist oder habt ihr schon jemals was über erhöhte werte bei evans gehört?! ich gönns ihm von ganzem herzen ;) (: er hats verdient punkt!!!
für so einen Kasperl wie Dich Livestrong, reichts allemal....
.... und einen schlimmeren PROLO wie Dich alexkolysch,
hat die Welt auch noch nicht gesehen.....
@alexkolysh: Ich nenne mich.
Ferraris "Trainingspläne" sind echt Sp(r)itze
Wenn er "clean" ist dann Herzlichen Glückwunsch, ich finde es schade, dass man immer diesen scheiß Doping Hintergedanken haben muss...
Dennoch Glückwunsch
Diese ganzen Doping-Berichte sind eine Verschwörung, hinter der verschiedene Geheimdienste stecken.
Diese ganzen Doping-Berichte sind eine Verschwörung, hinter der verschiedene Geheimdienste stecken.
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@ruopph
wenn du denkst das evans nicht dopt, bist du ein träumer:
Es gibt Hinweise auf eine Zusammenarbeit zwischen Cadel Evans und Michele Ferrari. Laut Aussage Evans betrifft diese nur die Ausarbeitung von Trainingsplänen. Es sind keine Verdächtigungen gegen Evans auf Grund von positiven Dopingbefunden vorhanden. [1] -- wikipedia
sowas reicht mir schon..........
Ist das Forum hier Krank?,Ja!
Weil jedem Sieger hier Pauschal unterstellt wird zu Dopen. So etwas nennen Psychologen:"Schizofren".Denn es ist schon mehr als Krankhaft jedem ohne einen Hauch von Beweisen zu unterstellen er wurde Dopen. Denn die Leute die Spitzensportler oder Sportlerinnen perse des Dopings verdächtigen.Haben doch auser Schulsport noch nie Leistungssport betrieben. Und solche Sesselsportler wollen über Spitzensportler urteilen? Betreibt erstmals selbst Hochleistungssport dann könnt ihr erst Urteilen.
Andy, Du weißt doch genau, dass nicht jeder Araber Terrorist ist und genauso wenig ist jeder Deutsche @#$%. Aber jeder der Spitzensportler nimmt Mittel - der eine diese, der Andere andere und der Dritte solche. Ohne Dope geht´s gar nicht! Zumindest nicht gegen die anderen Doper!
Jawohl, alle Radfahrer sind gedopt, ebenso wie alle Araber Terroristen sind und alle deutschen Nazis..... Merkt ihr was??
Nun aber zu dem, worum es hier eigentlich geht: Freue mich, dass Cadel Evans gewonnen hat, der ist oft genug schon knapp geschlagen worden. Hätte zwar noch lieber Fabian Cancellara ganz oben gesehen, aber wenn du halt ständig als einziger die Löcher zufahren musst, dann geht dir irgendwann auch einmal die Kraft aus.... Aber das ist halt oft das Los der Topfavoriten, jeder schaut nur was du machst ohne selbst die Initiative zu ergreifen. Cancellara hat oft genug angezeigt, dass auch die anderen mal führen könnten, aber die haben sich ja alle vornehm zurückgehalten. Ganz schwach, was die Spanier geboten haben. Wenn du in einer solch kleinen Spitzengruppe mit 3 Mann vertreten bist, dann musst schon viel falsch machen, um am Ende nur Rang 3. zu haben. Aber Glückwunsch an Cadel, er hat endlich einmal den richtigen Zeitpunkt erwischt und war im Finale dann klar der Stärkste.
Diese ganzen Doping-Berichte sind eine Verschwörung, hinter der verschiedene Geheimdienste stecken.
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