Verblüffender Coup: Rocher im WM-Finale

Eurosport - Do 27.Aug. 21:23:00 2009

Der Deutsche Ruderverband (DRV) hat wieder einen Einer-Fahrer von internationalem Format. Im Jahr eins nach dem ehemaligen Skiff-Weltmeister Marcel Hacker, der zu Saisonbeginn in den Doppelvierer gewechselt war, verblüffte Mathias Rocher bei der WM mit seinem Finaleinzug die Fachwelt.

ROWING 2009 Mathias Rocher - 0

Der 19 Jahre alte WM-Debütant aus Magdeburg musste sich in dem erlesenen Feld der Weltklasseskuller nur dem Neuseeländer Mahe Drysdale und dem Belgier Tim Maeyens geschlagen geben. Völlig entkräftet reckte er im Ziel jubelnd die Faust in den Himmel: "Nun werde ich den Endlauf am Samstag genießen. Aber vielleicht geht ja noch mehr", sagte der Newcomer mit der leisen Hoffnung auf die Fortsetzung der wundersamen Erfolgsstory.

Die Freude im DRV-Lager über den couragierten Auftritt des Hacker- Nachfolgers wurde jedoch durch vier Ausfälle getrübt. Neben Juliane Domscheit (Potsdam) im Frauen-Skiff blieben Zweier ohne Steuermann, Frauen-Doppelzweier und Vierer ohne Steuermann auf der Strecke. Der Kommentar von DRV-Cheftrainer Hartmut Buschbacher fiel deshalb zwiespältig aus: "Wir hatten uns sicherlich ein bisschen mehr ausgerechnet, können aber bisher zufrieden sein."

Doppelzweier will Medaille

Vor allem das Rennen von Rocher war ganz nach Buschbachers Geschmack. Wie schon vor knapp sieben Wochen beim Weltcup-Finale von Luzern bewies der Hacker-Nachfolger erstaunliches Stehvermögen. Unbeeindruckt vom hohen Anfangstempo arbeitete er sich nach der 1000- Meter-Marke stetig nach vorn und hielt den Schweden Lassi Karonen im Schlussspurt auf Distanz. "Rocher ist ein gutes Beispiel dafür, wie man sich als junger Sportler durchbeißen kann", lobte Buschbacher, "das war das Rennen des Tages." Damit ist dem vorübergehend in den Vierer gewechselten Hacker binnen weniger Monate echte Konkurrenz im Skiff erwachsen.

Für den zweiten Lichtblick des Tages sorgten Stephan Krüger (Rostock) und Eric Knittel (Berlin) im Doppelzweier. Wie schon im Vorlauf dominierte das Duo auch im Halbfinale die Konkurrenz und verwies die starken Neuseeländer auf Rang zwei. "Das gibt uns noch mehr Selbstvertrauen. Nun wollen wir uns eine Medaille ergattern", sagte Krüger.

Bisher ist der DRV in sechs Endläufen vertreten. Weiteren vier Booten bietet sich am Freitag die Chance, dieses Ziel zu erreichen. Besonderes Augenmerk gilt dem Männer-Doppelvierer um Marcel Hacker, der nach seinem Sieg auf dem Rotsee und im WM-Vorlauf als Mitfavorit gilt. Beide Achter und der Frauen-Doppelvierer hatten sich bereits vorher für die Finalläufe qualifiziert.

dpa / Eurosport

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