Frauen-WM - Angerer: "Oh, das könnte eng werden"
Mo 27.Jun. 12:41:00 2011
Nach 622 WM-Minuten ohne Gegentor musste Nadine Angerer wieder hinter sich greifen. Im Interview spricht sie über den Treffer sowie die überwältigende Kulisse in Berlin und kann dem knappen Sieg gegen Kanada auch etwas Gutes abgewinnen.
Nadine Angerer, wie lautet Ihr Fazit nach dem 2:1 gegen Kanada?
Nadine Angerer: Es war ein schweres Spiel, von daher sind wir froh, dass wir drei Punkte und das Eröffnungsspiel überstanden haben.
Am Ende mussten sie noch einmal zittern. Wie haben Sie das erlebt?
Angerer: Wenn man in der 82. Minute das Gegentor bekommt, wittert der Gegner natürlich noch mal Morgenluft. Deshalb war ich froh, als der Schlusspfiff ertönte.
Vorne wurden ja auch einige Chancen großzügig liegen gelassen. Macht man sich da nach so einem Anschlusstreffer Gedanken?
Angerer: Wenn man die Medaille umdreht und Popp, Garefrekes und Laudehr treffen, gewinnen wir 5:0. Man kann aber nicht jedes Spiel 5:0 gewinnen und muss auch mal mit einem 2:1 zufrieden sein
Sind Sie froh, dass sie das Gegentor bekommen und dennoch gewonnen haben. Jetzt hört das Gerede von wegen Rekord, wieder kein Gegentor endlich auf…
Angerer: Das habe ich ja im Vorfeld tausend Mal betont. Darum geht es mir nicht. Hauptsache, wir haben heute gewonnen. Ich habe Christine Sinclair nach dem Spiel für ihr schönes Tor gratuliert.
War der Freistoß unhaltbar?
Angerer: Weiß ich nicht, ich habe ihn mir noch nicht wieder angeschaut. Aber währenddessen dachte ich: 'Oh, das könnte eng werden.'
Es hätte ja auch ganz anders laufen können, nachdem Sinclair schon nach fünf Minuten das 1:0 auf dem Fuß hatte…
Angerer: Ja, das war eine Unachtsamkeit von uns. Aber das zeigt, was wir die ganze Zeit sagen, nämlich, dass die Weltspitze enger zusammengerückt ist und man sich solche Aussetzer nicht erlauben kann.
In der ersten Hälfte waren die Kanadierinnen fast ebenbürtig.
Angerer: Genau, da haben wir uns auch nicht von unserer besten Seite gezeigt.
War die Mannschaft beeindruckt?
Angerer: Wir haben unser Spiel nicht so durchgezogen, wie wir es können.
Und von der Kulisse?
Angerer: Keiner von uns hat je vor solch einer Kulisse gespielt. Das hemmt, darf es aber nicht - das ist wohl ein ganz natürlicher Vorgang. Ich bin froh, dass mit diesen drei Punkten der erste Meilenstein erreicht ist.
Folgt nach dem ersten Meilenstein jetzt der Durchmarsch durch die Gruppe?
Angerer: Durchmarschieren ist nicht möglich, wie man heute gesehen hat. Wir müssen uns alles erarbeiten, aber das werden wir tun. Ich bin kein bisschen negativ oder enttäuscht.
Was nehmen Sie aus dem Spiel mit?
Angerer: Das ist das Positive, dass ich daraus ziehe: Es ist noch Luft nach oben.
DFB-Frauen besiegen Kanada
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Aufgezeichnet von Fabian Kunze / Eurosport
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