Eurosport - Sa 27.Jun. 08:22:00 2009
Bernd Schneider hängt die Fußballschuhe an den Nagel. Der 35-Jährige bat seinen Klub Bayer Leverkusen um die Auflösung seines Vertrages. Bei einer ärztlichen Untersuchung wurde festgestellt, dass die Rückenmarksverletzung aus dem April 2008 eine Karriere-Fortsetzung unmöglich macht.
"Ich habe seit diesem Unfall gesundheitliche Probleme", sagte der sichtlich enttäuschte Schneider, der seit 1999 für Bayer Leverkusen bei 263 Bundesliga-Einsätzen 35 Tore erzielte. "Diese Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen, ich trage aber Verantwortung für meine Familie und folge daher dem Ratschlag meiner Ärzte", so der ehemalige Nationalspieler weiter, dessen letzter offizieller Auftritt damit sein Kurzeinsatz am 33. Spieltag der abgelaufenen Saison war. Mit einer letzten Torvorlage verabschiedete er sich beim 5:0-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach damals noch unwissend von seinen Fans.
Große Karriere ohne große Titel
Schneider hatte seine Profi-Karriere 1991 bei Carl Zeiss Jena in der damaligen 2. Bundesliga Süd begonnen. In der Saison 1998/99 wechselte er zum Bundesligisten Eintracht Frankfurt, bevor er im Anschluss zehn Jahre lang für Bayer Leverkusen auflief. Mit der Werkself feierte "Schnix" zweimal die Vize-Meisterschaft und stand 2002 im Finale der Champions League. "Sicher wäre es toll gewesen, einmal einen Pokal oder die Meisterschale in den Händen zu halten. Aber es stört mich nicht so sehr. Trotzdem bin ich mit meiner Laufbahn zufrieden", resümierte Schneider.
Auch im Dress der Nationalelf kann er auf eine erfolgreiche, jedoch titellose Karriere zurückblicken. Sein Debüt feierte der gebürtige Jenaer am 28. Juli 1999 in Guadalajara (Mexiko) gegen Neuseeland. In Japan und Südkorea gehörte der zweifache Vater (Tochter Emily, Sohn Giovanni) im Jahr 2002 ebenso zum Vize-Weltmeister-Team, wie 2006 zur Mannschaft, die vor eigenem Publikum zu Platz drei kam. Bundestrainer Joachim Löw würdigte die Verdienste des 81-maligen Nationalspielers: "Der Rücktritt von Bernd Schneider weckt bei mir viele Erinnerungen an seine Auftritte in der Nationalmannschaft. Über viele Jahre hinweg war er ein wichtiger Spieler unseres Teams, der großen Anteil an vielen Erfolgen hatte."
Lob vom Bundestrainer
Auf und neben dem Platz gehörte Schneider trotz seiner ruhigen, zurückhaltenden Art zu den Führungsspielern in Verein und DFB-Elf. "Die spielerischen Qualitäten von Bernd und seine überraschenden Aktionen im Mittelfeld waren für die Nationalmannschaft von enormer Bedeutung. Er war einer unserer Leitfiguren auf und außerhalb des Platzes, der auch menschlich ein Vorbild ist", lobte der Bundestrainer.
Bei Bayer Leverkusen wird Schneider ein Abschiedsspiel erhalten, über dessen Termin in den nächsten Wochen entschieden wird. "Bernd ist ein Stück der Geschichte von Bayer Leverkusen. Wir haben mit dem weißen Brasilianer fußballerische Sternstunden erleben dürfen. Er wird unserem Verein fehlen", brachte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser die Stimmung beim Werksklub auf den Punkt. Ganz verloren geht "Schnix" jedoch nicht. Der 35-Jährige übernimmt in der kommenden Saison Aufgaben in der Scouting- und Jugendabteilung bei Bayer und ist daneben als Berater für seinen langjährigen Klub Carl Zeiss Jena tätig.
Kommentare 1 - 3 of 63
damit geht für mich einer der sympathischsten spieler der bundesliga!!!
Schade. Da geht einer, der sich richtig für seinen Verein und für die Nationalmannschaft reingehängt hat, was man teilweise von anderen nicht behaupten kann.
Ich habe ihm gerne beim spielen zugeschaut. Alles gute.
Ey Schnix, Du warst einer der Besten! Und immer auf dem Boden geblieben! Danke für viele schöne Momente im Fußball!
Bitte melden Sie sich an.
Kein Yahoo! User? Kostenlos Anmelden.