Eurosport - Mi 27.Mai. 12:27:00 2009
Jubel statt Trauer in Cottbus. Der FC Energie hat den direkten Abstieg abgewehrt und nach dem letzten Strohhalm zum Verbleib in der ersten Liga gegriffen. Mit einem 3:0 (0:0)-Sieg über Leverkusen sicherte sich Cottbus den Relegationsplatz. Matchwinner war "Chancentod" Emil Jula mit zwei Treffern.
Zum letzten Spiel der Saison war das Stadion der Freundschaft noch einmal ausverkauft. Die Fans taten alles, um ihr Team vor dem möglichen Abstieg zu retten - mit Erfolg. Nach 90 Minuten stand fest: Cottbus hatte sich dank des Siegs über Leverkusen die Relegation gesichert und damit den direkten Abstieg vermieden. Dabei profitierten die Lausitzer auch vom 2:2-Unentschieden Arminia Bielefelds gegen Hannover 96.
1. Halbzeit
Bemüht, aber ohne Erfolg. So zeigten sich die Cottbuser in den ersten 45 Minuten. Nervosität war den Lausitzern anzusehen, denn drei Punkte mussten her, um noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Doch die Nervosität schien den Mannen von Trainer Prasnikar zum Verhängnis zu werden. Zu viele Fehlpässe und unnötige Ballverluste schlichen sich ins Aufbauspiel ein. Gute Möglichkeiten ergaben sich meist nur über die rechte Seite. Stiven Rivic tankte sich mehrmals bis in den Leverkusener Strafraum durch und sorgte für Gefahr. In der zwölften Minute legte Rivic einen Ball überlegt zurück auf Shao. Der vergab die einzige gute Chance aber kläglich.
Leverkusen, das auf Rang neun liegend die Saison noch ordentlich beenden und sich für das DFB-Pokalfinale "warmlaufen" wollte, hatte in der ersten Halbzeit leichtes Spiel und die Partie im Griff. Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia konnte den Ball ohne größere Probleme in den eigenen Reihen zirkulieren lassen - Cottbus ließ genug Platz dazu. Bayer spielte souverän, ließ hinten fast nichts zu und kam durch Patrick Helmes, Stefan Kießling und Arturo Vidal zu mehreren guten Chancen, in Führung zu gehen. Doch die Schüsse der Leverkusener Angreifer fanden nie den Weg ins Tor. Entweder waren die Abschlüsse zu ungenau oder der überragende Torhüter Gerhard Tremmel war zur Stelle.
Zum Knackpunkt der Partie wurde die 45. Minute, als Vidal vorzeitig den Platz verlassen musste. Mit Gelb-Rot bekam er von Schiedsricher Wolfgang Stark die Quittung für sein zweites grobes Einsteigen innerhalb von fünf Minuten.
2. Halbzeit
Nach der Leverkusener Dezimierung gingen die Cottbuser motivierter in die zweite Hälfte. Von Anfang an setzten sie die Werkself unter Druck und wurden mit ihrem ersten Angriff sofort belohnt. Ausgerechnet Jula, der in dieser Saison bislang nur zwei Mal getroffen hatte, brachte sein Team in Führung. Der Rumäne nahm einen Pass von Rivic schön mit und verwandelte zum 1:0. Mit dem Führungstreffer war der Knoten geplatzt. Die Cottbuser spielten wie entfesselt und machten nur kurze Zeit später das 2:0. Erwin Skela legte von der Grundlinie auf Rivic ab, der mit seinem Treffer eine starke Partie krönte. Dank minimierter Fehlerquote und einem überragenden Tremmel hielt Energie Bayer in Schach und erzielte 20 Minuten vor Schluss den verdienten dritten Treffer. Von Leverkusen war in der zweiten Hälfte nicht mehr viel zu sehen, die wenigen Möglichkeiten vereitelte Tremmel.
Cottbus schaffte den höchsten Sieg der Saison und hat nun die Chance, über die Relegation ein viertes Jahr im deutschen Oberhaus mitzumischen.
Spieler des Spiels:
Emil Jula: Der Cottbuser Angreifer galt bislang als "Chancentod". Nur zwei Treffer hatte er bislang in dieser Saison erzielt. Mit seinem dritten Tor leitete der Rumäne den Sieg ein und krönte seine starke Leistung mit einem zweiten Tor.
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