Eurosport - Di 27.Mai. 12:46:00 2008
Bruno Labbadia ist neuer Trainer von Bayer 04 Leverkusen. Der 42-Jährige tritt beim Bundesligisten die Nachfolge von Michael Skibbe an. "Das ist eine große Herausforderung und für mich der nächste Schritt", sagte Labbadia bei seiner Vorstellung. Er trainierte zuletzt Zweitligist Greuther Fürth.
"Bruno Labbadia hat bei Greuther Fürth mit bescheidenen Mitteln tollen Fußball spielen lassen. Er hat in hervorragender Art und Weise seinen Stil durchgesetzt. Bruno war ganz klar unser Kandidat Nummer eins", bekräftigte Sportdirektor Rudi Völler die Verpflichtung. Der ehemalige Bundesliga-Profi erhält in Leverkusen einen Zweijahres-Vertrag bis zum 30. Juni 2010.
Ziel: International spielen
"Wir haben einen Trainer gesucht, der unbelastet ist und zu unserem Spielsystem passt", begründete Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser die Entscheidung. Einfach war die Verpflichtung nicht. Fürths Präsident Helmut Hack hatte sich lange Zeit gegen einen Wechsel des Trainers gesträubt. Nach schwierigen Verhandlungen konnte Bayer letztlich doch seinen Wunschkandidaten vorstellen. Man habe mit den Franken eine Lösung gefunden, "die wirtschaftlich und sportlich kurz- und mittelfristig beiden Vereinen nützlich sein kann", so Holzhäuser.
Mit den "Kleeblättern" spielte Labbadia in der vergangenen Saison lange Zeit um den Bundesliga-Aufstieg mit, und das obwohl die Mannschaft personell arg gebeutelt wurde. Auf seiner dritten Trainerstation nach Darmstadt 98 und Greuther Fürth weiß der 42-Jährige um die klaren Vorgaben von Vereinsseite: "Das Ziel wird sein, immer wieder international zu spielen. Dieser Herausforderung werden wir uns in einem harten Wettbewerb stellen. Wir werden selbst Druck machen, um dieses Ziel zu erreichen", sagte der Ex-Profi, der kein Kumpeltyp sein will: "Ich duze die Spieler nicht, suche ihre Nähe, halte aber auch Abstand."
Punktuelle Verstärkungen
Um die sportlichen Ziele zu erreichen, hat Labbadia die Möglichkeit, die Mannschaft nach seinen Vorstellungen zu verstärken. Er werde sie jedoch nicht umkrempeln, sondern punktuell verstärken. Mit Nationalspieler Patrick Helmes habe Bayer bereits "ein Sahnestückchen" verpflichtet, erklärte Sportchef Völler, "und es werden noch einige Sahnestückchen hinzukommen."
In seiner Zeit als Spieler gewann Labbadia mit dem FC Bayern und dem 1. FC Kaiserslautern zweimal die deutsche Meisterschaft und wurde mit den Lauterern einmal DFB-Pokalsieger. Der Stürmer ist der einzige Profi, dem sowohl in der ersten als auch in der zweiten Liga mehr als 100 Tore gelangen. Zu seinen 328 Bundesligaspielen (103 Tore) und 229 Zweitliga-Partien (101 Tore) kommen zwei Einsätze in der Nationalmannschaft.