Eurosport - Mo 27.Apr. 14:05:00 2009
Aus dem Ruhestand zurück ins Rampenlicht - dem Lockruf seines langjährigen Freundes und Bayern-Managers Uli Hoeneß mochte Jupp Heynckes nicht widerstehen.
Obwohl der Weltmeister von 1974 nach insgesamt zehn Stationen mit der Arbeit als Trainer eigentlich abgeschlossen und sich als Frührentner in sein "Casa de los Gatos" (Haus der Katzen) am Stadtrand von Mönchengladbach zurückgezogen hatte, ließ er sich zu einem Comeback überreden.
Es passt ins Bild von einem spektakulären Coup, dass Heynckes ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Club Borussia Mönchengladbach erstmals wieder auf der Bank Platz nimmt.
Anders als viele andere seiner ebenfalls pensionierten Kollegen mied Heynckes in den vergangenen Jahren weitgehend die Öffentlichkeit. Gesundheitliche Probleme (Fußoperation) waren nicht der einzige Grund für den Rückzug ins Private.
Unschöner Abgang
Die letzten beiden Trainerstationen hatten dem renommierten Fußball-Lehrer die Freude an seiner Arbeit verleidet. In Gelsenkirchen musste er im September 2004 nach gut 14 Monaten gehen - begleitet von der beißenden Polemik des damaligen Vereinsmanagers Rudi Assauer: "Der Jupp ist ein Fußballer der alten Schule, aber wir haben 2004."
Nicht minder schmerzhaft verlief die Trennung Anfang 2007 in Mönchengladbach nach nur 215-tägiger Amtszeit. Als einen der Gründe für seinen Rückzug beim kriselnden Altmeister führte Heynckes anonyme Drohungen an.
"Am vergangenen Wochenende hat dies eine Dimension erreicht, die ich meiner Frau nicht länger zumuten wollte. Diese Drohungen waren so ernst zu nehmen, dass ich in Bochum und Cottbus von mehreren Polizisten in Zivil begleitet wurde", gestand er damals.
Titel und "größter Fehler"
Weniger unangenehm sind die Erinnerungen an sein erstes Engagement beim FC Bayern von 1987 bis 1991. Schließlich gelangen dem Ex-Nationalspieler sowie Weltmeister (1974) und Europameister (1972) in den Jahren 1989 und 1990 seine Meistertitel als Trainer. Doch als der Erfolg ausblieb, sprachen die Münchner im Oktober 1991 die Kündigung aus. Diesen Schritt bezeichnete Hoeneß im Nachhinein wiederholt als die "größte Fehlentscheidung" seiner Managerkarriere.
Auf seinem langen Trainerweg sammelte Heynckes bei insgesamt vier deutschen (Borussia Mönchengladbach, Bayern München, Eintracht Frankfurt, Schalke) und drei spanischen Clubs (Bilbao, Teneriffa, Real Madrid) sowie einem portugiesischem Verein (Benfica Lissabon) reichlich Erfahrung. Wie dicht Freud und Leid im Fußball mitunter zusammenliegen, bekam er vor allem 1998 zu spüren.
Nur eine Woche nach dem Triumph im Champions-League-Finale folgte bei Real Madrid der Rauswurf. "Die Entscheidung erfüllt mich mich Traurigkeit. Heynckes hat gute Arbeit geleistet", kommentierte der damalige Real-Chef Lorenzo Sanz den ungewöhnlichen Schritt.
Die Erfolge von Jupp Heynckes:
Als Spieler:
Weltmeister 1974, Europameister 1972, Zweiter im Europapokal der Landesmeister 1977 mit Borussia Mönchengladbach 1977, UEFA-Cup-Sieger 1975 mit Borussia Mönchengladbach, Pokalsieger 1973 mit Borussia Mönchengladbach, viermal deutscher Meister 1971, 1975, 1976 und 1977 mit Borussia Mönchengladbach, Torschützenkönig 1974 und 1975
Als Trainer:
Champions-League-Sieger 1998 mit Real Madrid, Zweiter im UEFA-Cup 1980 mit Borussia Mönchengladbach, zweimal deutscher Meister 1989 und 1990 mit FC Bayern München
Die Stationen von Jupp Heynckes:
Spieler (369 Spiele/220 Tore/39 Länderspiele): 1965-67 und 1970-78 Borussia Mönchengladbach, 1967-70 Hannover 96
Trainer: 1979-87 Borussia Mönchengladbach, 1987-91 FC Bayern München, 1992-94 Athletic Bilbao, 1994-95 Eintracht Frankfurt, 1996-97 CD Teneriffa, 1997-98 Real Madrid, 1999-00 Benfica Lissabon, 2001-03 Athletic Bilbao, 2003-04 FC Schalke 04, 2006-07 Borussia Mönchengladbach, 2009 FC Bayern München
Kommentare 1 - 6 of 26
vom regen in die traufe,,,der kann garnix.sorry,tabellenplatz 4 zum schluss.
Was machen die #Bayern eigentlich, wenn es mit Heynkes nun nicht mal der UEFA-Cup, geschweige denn die CL wird ?
von addiso ! so ein SCHWACHSINN zu schreiben, ist KLINSMANN etwa ein TIER ?
g. eisenhoefer 27.04.2009
Jupp Heynckes als fünf SPIELE-TRAINER scheint mir möglich, wenn er die MILLIONEN-TRUPPE in den griff bekommt, DEUTSCHER MEISTER wird MÜNCHEN nicht.
g.eisenhoefer 27.04.2009
Heynckes hat das was KLINSMANN NICHT HAT Menschlichkeit
"Weniger unangenehm sind die Erinnerungen an sein erstes Engagement beim FC Bayern von 1987 bis 1991. Schließlich gelangen dem Ex-Nationalspieler sowie Weltmeister (1974) und Europameister (1972) in den Jahren 1989 und 1990 seine Meistertitel als Trainer. Doch als der Erfolg ausblieb, sprachen die Münchner im Oktober 1991 die Kündigung aus. Diesen Schritt bezeichnete Hoeneß im Nachhinein wiederholt als die "größte Fehlentscheidung" seiner Managerkarriere."
An diese Sache habe ich noch eine recht lebhafte Erinnerung. Aber mal Hand auf's Herz: geht in in München heute anders zu? Denkt an Hitzfeld, der war auch eines schönen Tages nicht mehr gut genug, nachdem man ihm zuvor noch einen Vertrag auf Lebenszeit avisiert hatte! Klinsmann ist da auch nur eine weitere Fußnote des Trainerverschleißes in München.
Es mag reizvoll sein, dort zu arbeiten. Aber wer nicht weiß, worauf er sich da einlässt, wird nicht wirklich glücklich werden können.
Nun denn, warten wir mal ab. Ich habe immer behauptet, dass der Trainer alleine nie Schuld sein kann. Immerhin fehlt den Spielern jetzt eine gewichtige Ausrede.
Lasst die Bayern ab jetzt wieder in die Erfolgsspur kommen - ist das der neue Trainer oder schlicht und einfach das Ende der Arbeitsverweigerung unter dem alten?
Große Frage!!!
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