Hockeyweb.de hockweb

Huskies 0:3 gegen Crimmitschau

Do 27 Mär, 12:18 Uhr


Wenn man kein Tor schießt, hat man keine Chance zu gewinnen. Wenn man allerdings noch nicht mal auf das Tor schießt, erst recht nicht. Das Resümee von Huskies-Coach Stéphane Richer nach der vierten Viertelfinalpartie der Kasseler gegen den ETC Crimmitschau fiel entsprechend ernüchternd aus. Crimmitschau war über sechzig Minuten die bessere Mannschaft. Sie zeigen mehr Biss, Kampf und Einsatz und sie machen die Kleinigkeiten richtig. Eine wirklich schlechte Leistung sei es von seinem Team gewesen.

Und tatsächlich, vom starken Einsatz der Huskies vom Ostermontag war kaum etwas übrig, stattdessen meinte man wohl erneut, Crimmitschau mit Schönspielerei besiegen zu können. Eines muss man den Huskies dabei lassen: Wirklich schlecht sah es nicht aus, was sie spielten; die Checks wurden zu Ende gefahren, Zweikämpfe wurden zumeist gewonnen, auch Aufbau und Abwehr waren zeitweise ansehnlich - nur vergaßen sie dabei auch einmal auf das Tor zu schießen. Ein Rückhandschuss vom immer stärker spielenden Brad Burym in Überzahl - mehr brachten die Huskies im ersten Abschnitt nicht zustande. Sicherlich hatten auch die Eispiraten großen Anteil an der Hilflosigkeit der Kasseler. Sie standen ein ums andere Mal hervorragend und ließen die gegnerischen Angreifer verzweifeln. Meine Jungs haben im ersten Drittel auch nicht gespielt wie gedacht, erklärte Gunnar Leidborg, aber je länger das Spiel ging, desto besser haben wir die Dinge gemacht, die uns vorher stark gemacht haben. Tore schießen, zum Beispiel. Immer  die Eispiraten vor das Tor von Boris Rousson kamen, schrillten die Alarmglocken und in der 19. Minute gelang Willaschek schließlich die verdiente 1:0-Führung für die Gastgeber. Erstaunlich, dass es ausgerechnet Willaschek war, der im zweiten Abschnitt nach einem nicht gegebenen Tor der Gäste durch McNeil seine Nerven trotz der nicht vorhandenen Provokationen der Kasseler nicht im Griff hatte: Mit dem Stock gegen die Bande schlagend bettelte der Verteidiger geradezu um eine harte Strafe. Die bekam er dann auch: 10 + 10 Disziplinar und er durfte duschen gehen. Die Huskies nahmen aber diesen Weckruf genauso wenig an wie den Kampf.

Mit einem Rückstand von 0:1 gingen die Nordhessen also auch ins letzte Drittel und die Partie schien weiter relativ offen. Als Dave Bonk allerdings in der 52. Minute nach einen einfachen Bauerntrick die Scheibe an Roussons Schlittschuh spielte und diese von dort den Weg ins Tor fand, war das Spiel aus Huskies-Sicht gelaufen. Statt noch einmal zurück zu kommen, kassierte man in den letzten drei Minuten acht Strafminuten und ermöglichte Christian Grosch sogar noch das 3:0 bei doppelter Unterzahl.

Wenn Crimmitschau weiter so spielt, sind sie der Favorit, musste Richer anerkennen. Damit es nicht so weit kommt, verlangt er mehr von allen 22 Mann: mehr Biss und mehr Einsatz. Wir müssen viel einfacher spielen; in den Play-Offs sind immer die Kleinigkeiten entscheidend, die müssen wir richtig machen. Vor allem aber muss die Mannschaft zeigen, dass sie diese Serie wirklich gewinnen will. Halbherzig wird man weder gegen Crimmitschau noch gegen irgendeinen anderen Gegner bestehen können. Besonders wichtig für die Huskies dürfte es jetzt allerdings sein, die Stimmung hoch zu halten. In der Serie steht es schließlich erst 2:2 und mit dem Heimvorteil hat Kassel einen wahrhaftigen Vorteil.

 

Leona Malorny - Foto by City-Press

(Hockeyweb.de)