Bundesliga - Träsch: "Bayern ist immer unangenehm"

Do 26.Jan. 19:54:00 2012

Obwohl Felix Magath die halbe Mannschaft umgekrempelt hat, blickt Nationalspieler Christian Träsch optimistisch in die Zukunft. Im Interview mit eurosport.yahoo.de erklärt der 24-Jährige, was er von den neuen Mitspielern hält, wie sein Verhältnis zum Coach ist und wo's für die "Wölfe" hingehen soll.

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Das Interview führte Daniel Rathjen

Herr Träsch, Felix Magath hat in der Winterpause wieder kräftig eingekauft. Haben Sie noch den Durchblick behalten?

Christian Träsch (lacht): Den habe ich schon noch. Wir haben uns zu einem ziemlich frühen Zeitpunkt der Rückrunden-Vorbereitung kennengelernt. Es war nicht so wie in der Hinrunde, als immer wieder einer dazu gekommen ist. Deswegen empfinde ich die aktuelle Situation eigentlich als ganz positiv.

Aber wirbeln so viele Neuzugänge den Kader nicht unnötig auf?

Träsch: Nein, weil ich finde, dass Qualität dazu gekommen ist. Gerade die Spieler, die am letzten Wochenende gegen Köln gespielt haben, haben gezeigt, was sie drauf haben. Klar, die Umstellung auf die Bundesliga muss vielleicht noch erfolgen. Aber der Trainer hat den Kader definitiv aufgewertet.

Inwiefern ist Wolfsburg schon eingespielt?

Träsch: Natürlich braucht das alles ein bisschen Zeit. Aber gegen Köln haben wir schon gesehen, dass das alles ganz gut geklappt hat. Auch wenn hier und da noch Feinabstimmungen fehlen, die neuen Spieler haben sich sehr gut eingebracht. Wir sind auf einem sehr guten Weg.

Was wird denn getan, um den Teamgeist zu fördern?

Träsch: Wir haben im Trainingslager in Dubai einiges gemacht, hatten ein paar Tage zusammen frei und sind auch mal zusammen an den Strand gegangen. Wir haben eine Wüstenrallye gemacht, das hat schon Stimmung reingebracht. Dadurch wachsen wir immer weiter zusammen.

Können Sie nachvollziehen, dass Magath für seine Personalpolitik kritisiert wurde?

Träsch: Es gibt immer viele Leute, die etwas dagegen haben. Aber, wie gesagt, der Kader hat sich verbessert. Wir haben eine schlechte Hinrunde gespielt, danach war es klar, dass es Verstärkungen geben muss. Ich sehe das in keiner Weise negativ.

Als Kapitän haben Sie einen speziellen Draht zum Trainer. Wie würden Sie Ihr Verhältnis beschreiben?

Träsch: Ich bin Kapitän der Mannschaft, ich spreche viel mit ihm. Der Kontakt ist gut. Dass er ein unkommunikativer Mensch ist, ist ein Vorurteil.

Gegen Köln waren bereits positive Ansätze erkennbar. Was muss sich dennoch verbessern?

Träsch: Wir haben Köln klare Möglichkeiten gegeben, ein Tor zu schießen. Da haben wir in der Abwehr ein bisschen geschlafen. Auch vom Passspiel müssen wir noch sicherer werden, da waren einige Fehler dabei. Es braucht noch ein bisschen Zeit, um zu wissen wie die neuen Mitspieler ticken. Aber ich bin da optimistisch.

Sie mussten zurückweichen, spielen nun als rechter Verteidiger. Ist das in Ihrem Sinne?

Träsch: Ich habe mich mit dem Trainer zusammengesetzt, wir haben über die Situation gesprochen und sind zu dem Schluss gekommen, dass dort für mich die beste Position ist. Und ich habe damit auch überhaupt kein Problem.

Nun geht es zum Auswärtsspiel nach München. Kommt der große FC Bayern zu früh für einen Punktgewinn?

Träsch: Bayern ist immer unangenehm, egal, wann sie kommen. Deswegen ist mir das eigentlich egal. Bayern hat überragende Einzelspieler, aber auch die Mannschaft ist einfach überragend und ist klarer Favorit. Wir wollen an die Leistung vom letzten Wochenende anknüpfen, uns steigern und dann können wir eventuell sogar die Bayern ärgern.

Hoffnungen liegen beim VfL auch auf Youngster Sebastian Polter. Was halten Sie von ihm?

Träsch:  Er lebt von seiner Dynamik, von seinem Körper.  Er kann die Bälle vorne gut halten und ist enorm treffsicher. Privat ist er ruhig und nett. Und wenn er weiter so arbeitet und Fortschritte macht, hat er eine große Zukunft vor sich.

Hoch hinaus will auch der VfL Wolfsburg generell. Wie hoch schätzen Sie das Potenzial des Vereins ein?

Träsch: Eigentlich wollen wir in dieser Saison schon die internationalen Plätze erreichen. Momentan sind wir sechs Punkte davon entfernt, wir haben sie noch nicht aus den Augen verloren. Gleichzeitig müssen wir nach unten schauen. Mit Bayern und Gladbach kommen jetzt zwei Hammer-Gegner. Wir wollen attraktiven Fußball bieten, da müssen wir uns erst noch beweisen.

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