Afrika-Cup - Marokko muss die Koffer packen
Marokko mit dem ehemaligen Bundesliga-Trainer Erik Gerets scheidet nach einer 2:3 (1:0)-Niederlage gegen Gabun bereits in der Vorrunde des Afrika-Cups aus. Bruno Mbanangoyé sorgte für den Knockout der Nordafrikaner mit einem direkt verwandelten Freistoß in der achten Minute der Nachspielzeit.
Marokkos Kapitän Houssine Kharja hatte den Favoriten in Führung geschossen (24.). Pierre-Emerick Aubameyang (77.) und Daniel Cousin (79.) drehten dann jedoch Partie, ehe erneut Kharja per Elfmeter für den zwischenzeitlichen Ausgleich sorgte.
Die Lehren:
Gabun steht wie der andere Gastgeber Äquatorialguinea völlig überraschend bereits nach dem zweiten Spieltag als Viertelfinalist fest. Die Mannschaft des Trainers Gernot Rohr erkämpfte sich den Sieg gegen den großen Favoriten mit hohem Engagement und einem frenetischen Publikum im Rücken. Selbst nach dem späten Ausgleichstreffer steckten die "Panther" nicht auf und kamen so zum glücklichen Siegtreffer kurz vor Abpfiff. Mit den Fans im Rücken könnten sie sich im Viertelfinale erneut als Favoritenschreck erweisen.
Die hoch gehandelten Marokkaner müssen dagegen bereits jetzt die Koffer packen. Die mit internationalen Stars gespickte Mannschaft investierte nach der Führung zu wenig ins Spiel und versäumte es, die spielerische Überlegenheit in Treffer umzumünzen. Sie verteidigten das eigene Tor und wurden von den Gastgebern bitter für die Passivität bestraft. Für Erik Gerets wird es nun schwer, zurück in Marokko das frühe Scheitern zu erklären.
Die Höhepunkte:
24. TOOOR für Marokko! Kharja erzielt die Führung für den Favoriten. Nach einem schönen Pass von Belhanda lässt der marokkanische Kapitän Mouelle am Elfmeterpunkt aussteigen und schiebt den Ball dann platziert flach ins Tor. Keine Chance für Ovono.
26. Gute Chance für Aubameyang: Nach einer Flanke von N'Guéma köpft der Gabuner am Tor vorbei. Da war mehr drin.
50. Super Angriff der Gabuner: Aubameyang lässt seinen Gegenspieler El-Kaddouri im Laufduell stehen und legt zurück auf Cousin. Der scheitert mit seinem kraftvollen aber unplatzierten Schuss aus 15 Metern an Lamyaghri.
75. Gute Chance für Gabun: Mouelle nimmt einen Querpass volley und schießt ihn mit dem Außenrist gefährlich aufs Tor. Lamyaghri bekommt aber die Fäuste hoch und wehrt den Ball ab.
77. TOOOR für Gabun! Aubameyang erzielt den verdienten Ausgleich. Alioui verlängert den Ball unglücklich an den Elfmeterpunkt. Dort steht Aubameyang und drischt die Kugel volley und mit viel Wucht in die Maschen.
79. TOOOR für Gabun! Cousin erzielt das 2:1 und bringt die Masse im Stadion in Ekstase. Der Stürmer bekommt den Ball am Elfmeterpunkt serviert, dreht sich um seinen Gegenspieler und schiebt die Kugel gegen Laufrichtung von Lamyaghri über die Linie.
86. Fast das 3:1: Nach einem Freistoß kommt Madinda zwöf Meter vor dem Tor frei zum Schuss, schießt aber in Rücklage weit drüber.
90. Elfmeter für Marokko. Nach einem Schuss von Hadji bekommt Ekanga den Ball an die Hand.
90. +1 TOOOR für Marokko! Kharja behält die Nerven und schiebt den Ball in die rechte Ecke. Ovono blieb einfach in der Mitte stehen.
90.+8 TOOOR für Gabun! Mbanangoyé verwandelt den Freistoß direkt und trifft zum 3:2. Der Mittelfeldspieler zirkelt den Ball wunderbar ins Eck.
Der Kracher: Gabuns Zuschauer
Die Gabuner spielten von Beginn an mit hohem Engagement und Wille. Das honorierten die heimischen Zuschauer: Sie feuerten ihr Team unaufhörlich an und feierten zunächst jeden gewonnen Zweikampf frenetisch. Nach dem das Spiel gedreht war, kannte die Freude keine Grenze mehr. Der späte Siegtreffer sorgte für völlige Ekstase auf den Rängen.
Im Abseits: Marokkos Passivität
Die Nordafrikaner gingen als klare Favoriten ins Spiel und gaben sich mit der Führung zufrieden. Die Marokkaner verwalteten das Ergebnis und spielten nicht mehr konsequent nach vorne. Ihre Nachlässigkeit wurde bestraft und so scheitert die Mannschaft von Erik Gerets fast sensationell bereits in der Vorrunde.
Die Statistik: 100
Innerhalb von gerade einmal 100 Sekunden drehte Gabun zwischenzeitlich die Partie. Nach dem Ausgleichstreffer hatten sich die Marokkaner gerade wieder sortiert, da schlug es bereits zum zweiten Mal binnen weniger Sekunden in ihrem Tor ein.
TV-Tipp:
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