Tour Down Under - Greipel schreibt Geschichte

Eurosport - So 27.Jan. 17:03:00 2008

Der große Coup ist perfekt: Mit seinem insgesamt vierten Tagessieg hat Andre Greipel auf der Schlussetappe die Tour Down Under souverän für sich entschieden. Der Rostocker vom Team High Road übernahm so beim ProTour-Auftakt als erster Deutscher das Führungstrikot in der Jahreswertung der Eliteserie.

CYCLING 2008 Tour Down Under High Road Andre Greipel - 0

Zudem ist der 25-jährige Sprinter der erster Deutsche in der zehnjährigen Geschichte, der den Saisonauftakt auf dem fünften Kontinent gewinnen konnte, wo zuvor mit Steffen Wesemann und Kai Hundertmarck schon zweimal deutsche Profis auf dem Podium standen.

"Ich bin mächtig stolz auf diesen Sieg, aber es waren meine Teamkollegen, die ihn mir ermöglicht haben. Ohne sie wäre es nicht zu schaffen gewesen", sagte Greipel. "Ich war am Morgen vor der letzten Etappe echt nervös, denn in so einer Situation war ich noch nie."

Mit nur sieben Sekunden Vorsprung auf den Australier Allan Davis ging es auf die abschießenden 88 Kilometer auf einem Rundkurs mitten in Adelaide. Nachdem Davis den ersten Bonussprint für sich entscheiden konnte und damit drei Sekunden Zeitgutschrift einstrich, schien es noch einmal knapp zu werden. Doch Greipel schlug zurück, sicherte sich die nächste Bonifikation und machte mit dem Etappensieg den großen Coup perfekt. Zweiter wurde Robert Förster vom Team Gerolsteiner, während Davis nur Rang sieben blieb.

Allan Piper, der Sportliche Leiter der Mannschaft beim sechstägigen Rennen rund um Adelaide, war voll des Lobes für seinen Topfahrer und die ganze Truppe. "In der Woche vor dem Rennen sind wir hier in Australien wirklich zu einer verschworenen Gemeinschaft geworden, das war im ganzen Rennen und vor allem heute zu sehen. Andre hat sich über drei Monate auf diese Rundfahrt vorbereitet und die anderen Jungs haben ihn mit Begeisterung unterstützt - sie alle haben großartige Arbeit geleitet und waren einfach fantastisch." Pikant dabei: Mit Scott Davis gehörte der Bruder von Greipels größtem Rivalen zum Aufgebot des Nachfolgeteams von T-Mobile.

Andreas Schulz / Eurosport