Bundesliga - "Crazy Game" mit zwei Siegern

Eurosport - Mo 26.Okt. 11:14:00 2009

Im letzten Moment entgleitet Hamburg im packenden Spitzenspiel gegen Schalke noch der Sieg. Dennoch fühlen sich beide Seiten nach dem unterhaltsamen Unentschieden als moralische Sieger. Felix Magath sieht noch Verbesserungsbedarf, Kevin Kuranyi stimmt zu und kritisiert einen Teil der Fans.

FOOTBALL 2008 HSV Schalke - 0

90 Minuten schenkten sich beide Seiten nichts. Es ging rauf und runter. Sechs spektakuläre Tore, ein Platzverweis und ein Last-Minute-Tor würzten das 3:3-Unentschieden im Spitzenspiel zwischen Schalke 04 und dem Hamburger SV.

Ein "crazy game" sei es gewesen, befand dann auch Hamburgs Eljero Elia, und S04-Trainer Felix Magath stimmte zu: "Es war ein großes Spiel, ein echtes Spitzenspiel."

Bis zur 90 Minuten führten die Gäste aus der Hansestadt mit 3:2 beim Verfolger aus Gelsenkirchen, lange Zeit sah der HSV wie der sichere Sieger und wie der neue Tabellenführer aus.

"Dass wir dann noch den 3:3-Gegentreffer bekommen, ist bitter", beschrieb Dennis Aogo den späten Ausgleich durch Kevin Kuranyi (90.). Gleichzeitig bekräftigte der 22-Jährige aber auch: "In der Nachspielzeit hätten wir durch Gerald Asamoah fast noch das 3:4 bekommen, daher muss man dann mit dem Punkt zufrieden sein. Es herrscht insgesamt Riesenzufriedenheit, denn es war eine sehr, sehr erfolgreiche Woche."

"Kleiner Makel bleibt"

Ähnlich äußerte sich auch sein Trainer Bruno Labbadia, der ebenfalls zwischen Frust und Zufriedenheit schwankte. "Ein 3:2-Sieg wäre ein überragendes Spiel gewesen", meinte der "Pistolero". "So bleibt ein kleiner Makel, weil wir zwei Punkte liegen gelassen haben."

2:0 führte sein Team bereits nach starker erster Halbzeit durch Treffer von Marcus Berg (26.) und Piotr Trochowski (45.). "Wir dachten, dass da nicht mehr so viel anbrennen kann, auch weil wir gut aus der Pause gekommen sind", bekannte Aogo. "Doch dann kommt die Rote Karte, die hat das Spiel ein bisschen gedreht."

Labbadia lobt Moral

Trotz des vermeidbaren Platzverweises gegen David Rozenahl und des Verspielens der komfortablen Führung wollte Labbadia seinen Schützlingen, die noch am Donnerstag in der Europa League bei Celtic Glasgow gewonnen hatten, keinen großen Vorwurf machen.

"Meine Mannschaft hat eine sensationelle Moral bewiesen und mit zehn Mann sensationell gearbeitet. Wir haben es nur versäumt, früher ein drittes und viertes Tor zu machen, dadurch haben wir Schalke im Spiel gehalten."

Ein Sonderlob verdiente sich neben Doppeltorschütze Marcus Berg erneut Zé Roberto. "Zé hat eine von Gott gegebene Dynamik, wie sie wenige Spieler haben", sagte Labbadia über den Routinier. "Er ist ein zentraler Punkt im Team, wie er spielt, ist beeindruckend."

Auch Magath zufrieden

Beeindruckend fand Schalke-Coach Magath auch die Moral seiner Spieler: "Die Mannschaft hat großartig gekämpft und viel Einsatz und Laufbereitschaft gezeigt", lobte der Erfolgstrainer. "Hamburg war reifer und cleverer. Daher bin ich dann auch mit dem Punkt zufrieden."

Anders als der HSV sei man schließlich noch keine Spitzenmannschaft, wurde Magath nicht müde zu betonen. "Die Stärke der Mannschaft zeigt, dass wir fit genug sind, um über 90 Minuten alles zu geben, aber wir müssen weiter hart arbeiten, um fußballerisch besser zu werden", pflichtete auch Kevin Kuranyi der Analyse seines Chefs bei.

Kuranyi kritisiert Zuschauer

Neben den spielerischen Mängeln kritisierte der zweifache Torschütze auch das Verhalten einiger Zuschauer. "Als es bei der ein oder anderen Torchance in der ersten Halbzeit bei mir nicht so geklappt hat, haben ein paar Leute angefangen zu pfeifen", sagte Kuranyi.

"Gott sei Dank haben wir denen mit dem späten Ausgleich gezeigt, dass sie ganz falsch lagen. Ich hoffe, dass sie beim nächsten Mal ein bisschen besser überlegen."

Denn ein Spiel dauert bekanntlich länger als 90 Minuten...

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Aus Gelsenkirchen berichtet Jan Reinhold / Eurosport

Kommentare 1 - 1 of 1

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  1. War ein gutes Spiel! Nur, rechtfertigt das schon wieder­ einen Artikel? Es ist nicht nur der FCB, der in dieser­ Hinsicht kritikwürdig ist.

    All das ließe sich auch­ etwas komprimierter herüberbringen.

    Von Andreas S, am Mo 26.Okt. 12:52
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