Hacker schöpft neuen Mut

Eurosport - Mi 26.Aug. 14:27:00 2009

Weniger Rampenlicht, mehr Gelassenheit - so entspannt wie bei den Weltmeisterschaften in Posen hat man Marcel Hacker selten erlebt. Schon auf dem frühmorgendlichen Weg zum Training mit seinen Teamkollegen aus dem Doppelvierer herrscht lockere Stimmung.

ROWING Marcel Hacker - 0

Sein Entschluss, sich übergangsweise in einer anderen Bootsklasse zu versuchen, weckte bei dem ehemaligen Einer-Weltmeister neue Lust am Rudern. Die Vorfreude auf das Halbfinale der Titelkämpfe ist deshalb größer als das Lampenfieber. "Das war genau das, was ich wollte. Einmal bei einer großen Regatta nicht im Mittelpunkt zu stehen", sagte Hacker.

Der langjährige Einzelkämpfer findet mehr und mehr Gefallen an seiner Rolle als Teamplayer. Die noch zu Saisonbeginn angestellten Überlegungen, schon im kommenden Jahr wieder auf den Skiff-Rollsitz zurückzukehren, scheint er vorerst verworfen zu haben: "Festlegen möchte ich mich noch nicht. Aber im Moment geht die Tendenz für 2010 wieder Richtung Vierer. Ich möchte noch mehr Erfahrung sammeln."

Hacker meidet Druck

Den großen Druck, der ihm in seiner langen Zeit als Einer-Fahrer öfter mächtig zu schaffen gemacht hatte, will er möglichst lange meiden. Dennoch hält der 32-Jährige an seinem Ziel fest, zum Ende seiner bewegten Karriere sein Glück nochmals im Skiff zu versuchen. "Ich habe immer gesagt, bei den Olympischen Spielen in London Einer fahren zu wollen. Deshalb sollte ich spätestens 2011 wieder damit anfangen."

Noch hält sich die Gefahr in Grenzen, dass ihm jemand seinen Platz streitig machen könnte. Gleichwohl wächst die Zahl der Widersacher, die ähnliche Pläne wie Hacker haben. Immerhin sorgte dessen Nachfolger Mathias Rocher (Magdeburg) mit dem vierten Platz im Weltcup-Finale von Luzern für ein Ausrufezeichen. Nur wenige Minuten später folgte Rochers erste Verbalattacke: "Im Kampf um das Einer-Ticket für London kann sich Marcel Hacker warm anziehen."

Konkurrenzkampf in jeder Bootsklasse

Zur Freude von Hartmut Buschbacher sind die Zeiten, in denen sich kein deutscher Ruderer außer Hacker in den Einer traute, endlich vorbei. Schließlich legt der Cheftrainer des Deutschen Ruderverbandes (DRV) großen Wert auf einen harten Konkurrenzkampf in jeder Bootsklasse. Nicht zuletzt deshalb sprach er Rocher trotz bisher durchwachsener WM-Auftritte in Vorlauf (3. Platz) und Hoffnungslauf (2.) Mut zu: "Er kann das schaffen. Den nötigen Willen dazu hat er."

Die Fürsprache von Buschbacher für Rocher lässt Hacker kalt. Schon bei den Deutschen Kleinboot-Meisterschaften im kommenden Frühjahr will er wieder den Beweis antreten, auf nationaler Ebene unumstritten zu sein. Große Sorgen um seine Zukunft im Skiff macht er sich jedenfalls nicht. Die wenigen Monate im Doppelvierer haben ihn gelehrt, auch diese Angelegenheit entspannter anzugehen: "Wo ist das Problem? Wenn einer schneller ist als ich, soll er den Einer fahren."

dpa / Eurosport

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