Ligapokal 2007 - Ribery-Show geht weiter

Eurosport - Do 26.Jul. 17:47:00 2007

Bayern München hat mit dem Einzug in das Ligapokal-Finale ein Warnsignal an die Konkurrenz gesendet. Das 2:0 (1:0) beim VfB Stuttgart hatte wieder einen Hauptdarsteller: Franck Ribery ist auf dem besten Weg, eine Bayern-Legende schnell vergessen zu machen. Für Misstöne sorgte nur Mark van Bommel.

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Das Trikot mit der Nummer 7 stand beim FC Bayern 15 Jahre lang für Kreativität, Überraschungsmoment, Tempo, Dribblings, Pässe und spektakuläre Tore. Mehmet Scholl trug es, in den letzten Jahren verletzungsbedingt zwar immer seltener, doch Scholl blieb stets einer der Künstler, der für Raunen auf den Rängen sorgte, wenn er zum Dribbling ansetzte. Die Nummer 7 trägt jetzt Franck Ribery und vieles spricht dafür, dass der mit etwa 25 Millionen Euro teuerste Bayern-Transfer aller Zeiten die Zuschauer noch oft zum Raunen bringen wird.

Wie schon beim 4:1 über Werder Bremen am vergangenen Samstag in Düsseldorf war Ribery auch im Gottlieb-Daimler-Stadion die Hauptattraktion. Mit einem Bilderbuch-Tor überraschte der Franzose in der achten Minute VfB-Keeper Raphael Schäfer. Sandro Wagners Zuspiel hatte Ribery mit rechts angenommen und fast im selben Bewegungsablauf mit links ins rechte obere Eck geschossen - fast aus dem Stand und Fußgelenk. Damit waren die Fronten vor 45.500 Zuschauern in Stuttgart schnell geklärt. Die Bayern präsentierten sich gut zwei Wochen vor dem Punkspielstart schon hervorragend gerüstet, bestachen durch Ballsicherheit und ansehnliche Kombinationen.

Schäfer verhindert Debakel

Ribery legte zwar Kunstpausen ein, harmonierte aber glänzend mit Bastian Schweinsteiger und Marcell Jansen, der auf dem linken Flügel viel unterwegs war. Auch am zweiten Bayern-Tor war Ribery maßgeblich beteiligt, als er Jansen links außen in Szene setzte. Dessen Hereingabe vollendete Nachwuchstalent Wagner im Stile eine Klassestürmers (66.) "Im Moment fühle ich mich sehr gut. Es läuft einfach toll mit der ganzen Mannschaft. Aber ich hoffe, dass es noch besser wird", freute sich Ribery. Bayern-Manager Uli Hoeneß prophezeite bei "Premiere" gar: "Seine wahre Klasse wird sich zeigen, wenn Toni und Klose dabei sind. Dann wird noch besser auf seine Ideen eingegangen. Wenn alle gesund sind, haben wir sicher eine tolle Mannschaft. Aber wir sind gut beraten, nicht verrückt zu spielen."

Der Bayern-Sieg hätte leicht höher ausfallen können. Schäfer lenkte einen Distanzschuss des überzeugenden Hamit Altintop an den Pfosten (25.) und der frech aufpielende Wagner traf aus spitzem Winkel nur noch die Querlatte (81.). "Mir ist bewusst, dass der VfB nicht mit der Mannschaft angetreten ist, die in der Meisterschaft spielt." Dennoch sei dies ein wichtiger Sieg, "weil wir unbedingt nach Leipzig wollten", beschreibt Trainer Ottmar Hitzfeld die Bedeutung des Erfolges.

Veh sieht's locker

Der VfB dagegen, der auf zehn Spieler verzichten musste, war 90 Minuten lang fast chancenlos. Während die Bayern zwar mit Kahn, Luca Toni und dem kurzfristig wegen einer Sommergrippe ausgefallenen Miroslav Klose immerhin auf drei Stammkräfte verzichten mussten, wogen die Ausfälle von Mario Gomez, Yildiray Bastürk, Matthieu Delpierre, Pavel Pardo und Co. ungleich schwerer. Fast immer endeten die zaghaften und einfallslosen Angriffsbemühungen des deutschen Meisters bereits kurz hinter der Mittellinie. Einzelkämpfer Cacau hing fast hilflos in der Luft, hatte mit einer Einzelaktion (51.) die einzige Torchance der Schwaben, die Michael Rensing im Bayern-Tor zunichte machte. "Ich sehe das ganz locker. Ich weiß, was die Mannschaft zuletzt trainiert hat und wer alles gefehlt hat", meinte VfB-Trainer Armin Veh.

Van Bommel wenig vorbildlich

Weniger locker sahen die Bayern-Verantwortlichen eine Entgleisung des einmal mehr überhitzt agierenden Mark van Bommel, der Stuttgarts Fernando Meira in den Unterleib griff und am Rande des Platzverweises stand. "Das war totaler Blödsinn, da muss er sich disziplinieren", kommentierte Hoeneß, der van Bommel auf sein Fehlverhalten "aufmerksam machen" werde. Auch Hitzfeld sendete deutliche Worte an seinen Ersatzkapitän: "Ich will Spieler haben, die auch auf dem Platz Vorbild sind."

Alexander Beisse / Eurosport