Frauen-WM - Frankreich knackt den Afrikameister

So 26.Jun. 22:06:00 2011

Die französische Frauen-Nationalmannschaft ist mit einem knappen 1:0 (0:0)-Sieg in die Fußballweltmeisterschaft 2011 in Deutschland gestartet. Beim ersten Spiel des Turniers erzielte Marie-Laure Delie in der 56. Minute den entscheidenden Treffer für das Team von Nationaltrainer Bruno Bini.

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Die Lehren des Spiels:

Frankreich zeigte die reifere Spielanlage und hatte mehr Struktur in den Offensiv-Aktionen. Die Nigerianerinnen hielten mit Athletik, Schnelligkeit, Kompromisslosigkeit und individueller Klasse dagegen, igelten sich aber zu oft hinten ein. Der deutschen Mannschaft sollte das offensivere Spiel der Frauen aus der Grande Nation mehr entgegen kommen. Beim Afrikameister ging aber schon nach 15 Minuten die Ordnung verloren, Positionen waren nicht besetzt und jede Spielerin machte, was sie wollte. Frankreich ging es bis zur Pause aber die Zielstrebigkeit ab. Vor allem im Sturmzentrum fehlte den Französinnen die Durchschlagskraft.

Mit der Einwechslung von Le Sommer und Thomis kam mehr Schwung in Frankreichs Offensive. Der Ball lief flüssiger, die Räume wurden besser genutzt. Nigeria musste dem körperbetonten Spiel Tribut zollen und konnte nicht mehr zulegen. Für den Afrikameister wird es nach der Niederlage sehr schwer, die nächste Runde zu erreichen. Frankreich wird alles daran setzen, auch das zweite Spiele gegen Kanada zu gewinnen, um im letzten Gruppenspiel gegen Deutschland nicht unter Zugzwang zu sein.

Die Stimmen zum Spiel:

Ngozi Uche (Nationaltrainerin Nigeria): "Frankreich hat ein Tor gemacht, wir nicht - das war heute der Unterschied. Hätten wir unsere Chancen genutzt, hätten wir gewonnen."

Marie-Laure Delie (Frankreich): "Dass wir so große Probleme bekommen, hätten wir nicht gedacht."

Bruno Bini (Nationaltrainer Frankreich): "Wir haben drei Punkte, das ist erst mal wichtig. Spielerisch gibt es aber noch einiges zu verbessern."

Die Höhepunkte des Spiels:

17. Die erste große Chance der WM. Bussaglia zieht aus 30 Metern ab. Der Ball senkt sich auf die rechte Ecke. Dede ist aber zur Stelle und klärt zur Ecke.

18. Die nächste Riesenchance. Nach der Ecke kommt Thiney am kurzen Pfosten an den Ball. Sie hält den rechten Fuß rein und trifft den kurzen Pfosten.

22. Dede kommt bei der Ecke von Necib aus dem Kasten. Das Fangen geht schief und Frankreich bekommt die Nachschusschance. Ein Bein ist dazwischen - es gibt wieder Ecke. Das 1:0 für Frankreich liegt in der Luft.

33. Hallelujah. Soubeyrand zieht die Ecke von rechts aufs Tor. Der Ball klatscht, leicht berührt von Dede, auf die Latte.

44. Necib zieht aus 30 Metern zentraler Position ab. Der Ball segelt in die Richtung des rechten Pfostens. Dede ist wieder zur Stelle. Auch die anschließende Ecke kann die Keeperin entschärfen.

52. Das war knapp; Orji war in der Mitte nur zwei Zentimeter zu klein. Die Flanke kam von rechts. Orji stiehlt sich im Rücken der Abwehr davon, kommt aber nicht ganz an den Ball - eine Riesenchance.

56. TOOOR für Frankreich. 0:1, Delie. Necib leitet den Angriff über rechts ein. Le Sommer flankt, Necib rutscht in der Mitte vorbei, aber Delie ist da und erzielt aus kurzer Distanz mit rechts die Führung.

64. Thomis flankt von rechts aus dem Halbfeld. Delie nimmt den Ball mit dem Körper an und zieht dann mit rechts aus der Drehung ab. Dede ist aber auf dem Posten.

90. Necib versucht es per Freistoß direkt. Der Ball senkt sich gefährlich, geht aber doch einen Meter über den Kasten.

Der Kracher des Spiels: Louisa Necib

Die Edeltechnikerin von Olympique Lyon machte mit ihrer Gegenspielerin Ikidi in der ersten Halbzeit, was sie wollte. In Minute 34. musste diese für Chukwunonye Platz machen. Necib sorgte für viel Wirbel und leitete die meisten gefährlichen Szenen ein. Auch am Tor des Tages war sie beteiligt.

Der Verlierer des Spiels: Camille Abily

Die Mittelstürmerin der Französinnen wirkte behäbig und hatte oft Probleme in der Ballannahme. So ließ sie sich in der ersten Halbzeit viele Chancen entgehen. Auch im Zweikampf präsentierte sich die Champions-League-Siegerin aus Lyon schwach. Dennoch durfte sie durchspielen.

Die Zahl des Spiels: 0

Die WM erlebte ein äußerst faires Auftaktspiel. Obwohl vor allem die Nigerianerinnen körperlich sehr robust zur Sache gingen und ihre Körper nicht schonten, musste Schiedsrichterin Kari Seitz keine Verwarnung aussprechen.

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Tipp:

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Stefan Maurer / Eurosport

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