Eurosport - Fr 26.Jun. 18:52:00 2009
Er ist dreimaliger Weltmeister, hat WM-Geschichte geschrieben - und er will Gold im Giganten-Gipfel von Berlin. Wenn Tyson Gay bei der Leichtathletik-WM im August auf den dreimaligen Olympiasieger Usain Bolt trifft, will der Amerikaner die Hierarchie in der Sprint-Szene wieder zurechtrücken.
Berlin soll seine Bühne werden. "Bolt ist der Olympiasieger, aber ich war in Peking verletzt, und ich bin immer noch der Weltmeister", betont der 26-Jährige selbstbewusst. Gay gibt bei den US-Trials in Eugene (US-Bundesstaat Oregon) sein Saison-Debüt über 100 Meter.
Bolt, der am 17. Juni beim Grand-Prix-Meeting in Ostrau mit etwas zu starkem Rückenwind fantastische 9,77 Sekunden lief, startet zur gleichen Zeit knapp 5000 Kilometer südöstlich bei den jamaikanischen Titelkämpfen in Kingston. Er macht seit den Olympischen Spielen in Peking die Schlagzeilen in den Blättern. Gay hingegen, der 2007 bei der WM in Osaka mit einem "flotten Dreier" Geschichte schrieb und als zweiter Sprinter nach seinem Landsmann Maurice Greene Gold über die 100 Meter, die 200 Meter und mit der 4x100-Meter-Staffel gewann, spielt seither nur noch die Nebenrolle.
Zerrung bringt ihn um Olympia-Gold
Innerhalb eines Jahres wurde er vom Helden zum Herausforderer degradiert, vom Superstar zum Schattenmann - und das keineswegs aufgrund seiner um 16 Zentimeter geringeren Körpergröße. "Ich will einfach, dass er mich sieht, wenn ich auf meinem Höhepunkt bin, mein bestes Rennen laufen kann", sagt Gay. Im Vorjahr setzte er bei den US-Trials im Vorlauf mit 9,76 Sekunden ein Achtungszeichen und lief im Finale mit 9,68 Sekunden sogar Weltrekord - allerdings bei zu starkem Rückenwind von 4,1 Metern pro Sekunde. Anschließend zog sich Gay im 200-Meter-Viertelfinale eine Zerrung zu, die ihn um seinen Traum vom Doppelgold in Peking brachte.
"Ich konnte vier Wochen lang gar nichts machen, das war eine grausame Zeit für mich", betont er noch heute. Zwar wurde Gay rechtzeitig fit für Olympia, fand aber nie zu seiner alten Form und schied im 100-Meter-Halbfinale mit indiskutablen 10,05 Sekunden aus. "Die Welt hatte auf das Duell Bolt gegen Gay gewartet, es aber nicht bekommen. Deshalb versuchen wir jetzt beide, in Berlin unser besten Rennen zu laufen."
Erstes Duell in Lausanne
Vor dem Showdown im Olympiastadion wird es am 7. Juli beim Meeting in Lausanne bereits ein Beschnuppern geben. Gay startet dann über 100 Meter, Bolt über die doppelte Distanz, auf der Gay am 30. Mai mit 19,58 Sekunden die drittschnellste Zeit der Geschichte gerannt ist. Beim bislang letzten Duell hatte er klar das Nachsehen. Am 31. Mai 2008 sprintete Bolt im Regen von New York in 9,72 Sekunden zum neuen Weltrekord, während Gay 13/100 Rückstand hatte. Im 200-Meter-Finale von Osaka hingegen düpierte der Amerikaner den Jamaikaner um 15/100 und lief mit 19,76 Sekunden so schnell wie nie zuvor ein Weltmeister.
Trotz seiner Meriten und Medaillen ist der Sprintstar in seiner Heimat praktisch ein Namenloser. "Hier kennt mich kaum einer. Und ich bin acht Monate im Jahr hier. Deshalb genieße ich die Zeit im Sommer bei den Meetings in Europa immer besonders." Berlin ist für ihn auch eine Begegnung mit der sporthistorischen Vergangenheit seines Idols Jesse Owens, der 1936 bei den Sommerspielen viermal Gold gewann. Im Vorjahr trug Gay bei den Trials eine Replik von Owens blauem Berliner Sieger-Shirt.
Kommentare 1 - 3 of 3
Ich hoffe, dass das Großmaul Bolt mal nen Dämpfer kriegt ! ! ! Drücke auf jeden Fall Tyson Gay ganz fest die Daumen.
wenn bolt sich nicht verletzt wird gay hinterherschaun müssn
das wird ein schwieriges Unterfangen!
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