Eurosport - Fr 26.Jun. 21:42:00 2009
Es war zu schön, um wahr zu sein: Der Frieden in der Formel 1 ist nach nicht mal 48 Stunden in ernsthafter Gefahr. Max Mosley, Präsident des Internationalen Automobilverbandes FIA, ging schon wieder zum Angriff über und nahm vor allem Ferrari-Chef und FOTA-Boss Luca di Montezemolo ins Visier.
Der Präsident des Internationalen Automobilverbandes FIA kritisierte in einem Brand-Brief an Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo sowie in einem Appellschreiben an die FIA-Mitgliedsverbände aufs Schärfste das seiner Meinung nach unkorrekte Verhalten der Teamvereinigung FOTA nach der am Mittwoch verkündeten Einigung im Dauer-PS-Zoff. Mosley drohte, seine Rückzugsentscheidung nun doch wieder zu überdenken. Die FOTA habe die Medien in die Irre geführt.
"Wenn Sie wünschen, dass unsere Vereinbarung eine Überlebenschance hat, dann müssen Sie und die FOTA ihre Handlungen sofort richtigstellen", forderte Mosley in dem Brief an di Montezemolo, aus dem Medien übereinstimmend zitierten. Ein Sprecher von Ferrari bestätigte der Deutschen Presse-Agentur dpa am Freitag, dass Montezemolo Mosley bereits geantwortet habe. Darin habe man erklärt, die Einigung, die Mosley am Mittwoch in Paris verkündet habe, zu akzeptieren. Weitere Details wurden nicht bekanntgegeben.
Zustimmung "völliger Unsinn"
Mosley, der die FOTA-Teams auch schon als "Verrückte" tituliert hatte, erzürnte, dass die acht Rebellen-Rennställe der Presse erklärt hätten, dass er selbst aus der Formel 1 heraus sei und an seiner Stelle FIA-Senatschef Michel Boeri Hauptansprechpartner sei. Dies sei, wie die FOTA auch wisse, "komplett unwahr". Dass er zugestimmt haben soll, keine Rolle mehr nach seiner Amtszeit bei der FIA zu übernehmen, sei "völliger Unsinn". Zudem beklagte er, dass die FOTA gegenüber der Presse angedeutet habe, er sei ein "Diktator" gewesen. Dies beleidige die Mitglieder des 26-köpfigen Weltrats der FIA, die seit 1980 über Regeln und das Prozedere der Formel 1 abstimmen würden. "Sie müssen die falschen Aussagen, die gemacht wurden, richtigstellen und keine weiteren solche Statements machen", so Mosley.
"Max Mosley geht im Formel-1-Krach wieder in die Offensive", titelte die Londoner "Times" am Freitag. Die "Daily Mail" berichtete von einem "wütenden Brief". Der "Telegraph" schrieb: "Max Mosley macht eine dramatische Kehrtwende über seine Zukunft als FIA- Präsident."
Tritt Mosley doch nicht ab?
Denn: Mosley überdenkt seine Optionen, wie er mitteilte. Im Klartext: Der 69-Jährige sinniert nun, ob er seine Ankündigung, im Oktober nach Ende der Amtsperiode abzutreten, nicht wieder verwirft. "Bis mindestens Oktober bin ich Präsident der FIA mit der vollen Autorität", schrieb er. In der offiziellen FIA-Pressemitteilung vom Mittwoch hatte indes gestanden: "Mit Blick auf diese neue Einigung und der Aussicht auf eine stabile Zukunft für die Formel 1 hat FIA- Präsident Max Mosley seinen Beschluss bestätigt, nicht für eine Wiederwahl im Oktober zu kandidieren."
In einem weiteren Schreiben, aus dem am Freitag das Magazin "Autosport" auf seiner Homepage zitierte, appellierte Mosley an die FIA-Mitgliedsverbände: "Die Frage des FIA-Präsidenten ist eine exklusive Angelegenheit für Sie, die Mitgliedsclubs der FIA, und definitiv nicht für die Automobilhersteller, die die FOTA ausmachen." Dabei bezog sich Mosley wohl auf die Aussagen von FOTA-Vizechef John Howett, der sich am Donnerstag für einen "Unabhängigen" als Mosley- Nachfolger stark gemacht hatte. Der angeblich von Mosley favorisierte ehemalige Ferrari-Teamchef Jean Todt wäre dies beileibe nicht. "Wir müssen weiter die Unabhängigkeit der FIA verteidigen, selbst wenn es zu Schwierigkeiten in dem Sport führt", stellte Mosley klar, dessen Verband offenbar befürchtet, von der FOTA weiter entmachtet zu werden.
Alles andere als konfliktscheu
Der Brief mit den deutlichen Worten des nach seiner Kapitulation plötzlich wieder kampfeslustigen Mosley war di Montezemolo noch vorder Pressekonferenz in Bologna am Donnerstag zugegangenen. Di Montezemolo und seine FOTA-Mitstreiter der weiteren sieben Rennställe McLaren-Mercedes, BMW-Sauber, Renault, Toyota, BrawnGP, Red Bull und Toro Rosso lobten darin Mosley für seinen Beitrag insbesondere in Sachen Sicherheit in der Formel 1.
Schon vor der vermeintlichen Lösung des monatelangen Streits um die Regeln für 2010 und dabei insbesondere die eigentlich geplante Budgetobergrenze von 45 Millionen Euro hatte Mosley klargestellt, dass er nur bei einem loyalen Verhalten seiner Gegner zu einem Kompromiss bereit sei. Nun aber fühlt sich der alles andere als konfliktscheue FIA-Herrscher offenbar übergangen, mögliche eigene Fehler stellte er nicht zur Diskussion. Dabei hatten es die Teams ihm auch überlassen, die Rettung der Formel 1 am Mittwoch zu verkünden. Eine Rettung, die offenbar zu schön war, um wahr zu sein.
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Kommentare 62 - 81 of 81
Ja, das sehen sicher sehr viele auch so! Ändert aber leider nichts und stört diese Gelddruckmaschine (für einige wenige) nicht die Bohne! Egal wie der nächste Ober-Clown dieses Vereins heißen wird, er wird jedes Vertrauenvotum unbeschadet überstehn. Die allgemeinen $-Abhängigkeiten zwischen den führenden Köpfen der nationalen Clubs sind so konstruiert. Und eh die Club-Mitglieder ( sicher ja auch sehr oft noch F1-Fan ) begreifen, dass sie diesen Intrigenfirlefanz auch noch mitfinanzieren ...
Die Formel 1 ist eine einzige Soap. Da gibt es den Patriarchen, der bei einer @#$%-Orgie heimlich gefilmt wird und die Mitspieler manchmal mit 100-Millionen-Strafen malträtiert und manchmal frei davonkommen lässt. Da gibt es die Teams, die mit hunderten von Millionen um sich werfen und keiner weiß wozu. Die Rennen geben einen hübschen Rahmen ab, in dem sich das Leben abspielt. Interessant ist dabei vielmehr, wer mit welcher Yacht anreist und wer von wem zu welchem Preis für die kommende Saison abgeworben wurde. Jetzt wird es aber erst richtig spannend: Kommt es zum Bruch und sind die Teams in der Lage, ihren Patriarchen zu besiegen? Nein, der steht - obwohl scheinbar k.o. - wieder auf.
Das Leben schreibt doch noch immer die besten Geschichten.
Jo, was dort zählt haben die alle mal! ;-)
boy1br53 meine kündigung ist schon beim adac. rudi wilde, claus und loiserl90 for präsident. kampfabstimmung hier auf eurosport.
Natürlich rückwirkend!
Ist es nicht erstaunlich, dass der ADAC und alle anderen dieser Clubs, dem Herrn Mosley bei der "Vertrauensfrage" den Rücken gestärkt haben!? Trotz Skandale, bei denen andere nicht die Spur einer Überlebenschance gehabt hätten?!
Das bedeutet doch, dass die Mitglieder dieser Clubs dieses Intrigenspiel indirekt finanzieren!
Ich bin für Beitragserhöhung!!! :-))
es ist doch immer wieder schön zu sehen, wie einige von euch in die
unterste schublade des anstands greifen, um durch persönliche anfeindungen und
beleidigungen von ihrem nichtwissen und ihrer dummheit abzulenken.
Deine Mutter kackt vorm ALDI, weil da steht DRÜCKEN drauf.
so what?
@ maxmosley
Ich will mal jetzt Dein "Hardcore" mal vorweglassen...warscheinlich hast Du die Sonnabendlichen Hülsen schon geknüllt...ausserdem heisse ich Thor ! der kleine aber feine Unterschied,naja denn sag ich mal .mach Dich dahin,wo der MM schon ist...Dich holt eh keiner aus der Schublade...! Sowas nenn ich Spammer ;-)
iss ja ächt unnerste schupplade, ey!
@tor:
Dein post 76 ist ja auch nicht erste Sahne....!
Wenn du Rennsportfan sein willst, dann:
a) geh rennen
b) mach Sport
c) kauf dir nen Fan
Forme1 i s t per se unterste Schublade!!! W
Wenn du mit unserer hardcore Szene nicht zurechtkommst, dann mach dich vom Acker und müll hier nich den server voll!
Zuerst mal vorweg...persönliche Anfeindungen finde ich mal unterste Schublade...Wir sind Rennsportfans!!!
Oder sind wir hier "unterste Schubladeputzer"???
Zum Thema: Was den MM angeht...hm...der iss jetzt sooft durch den Wolf gedreht worden...müsste mittlerweile
feinstes Hack sein :-)Sollen die Geier ihn holen...!Sorry für die Härte...aber iss genug drüber gesagt worden
Aber...da ist noch ein weiterer "Dorn" der weh tut ab Nr52. loisl_90 oder eben Hans-Juergen B...die Beiden haben völlig Recht..der "Bernie" müsste auch gestoppt werden...denn wenn die Traditionsrennstrecken sich die Rennen wieder
leisten könnten,würden auch die Karten wieder billiger werden.(Kann mir keinen Geldgierigeren vorstellen als eben "Bernie") Sagte ja schon,ich weiß warum er den asiatischen Markt erschliessen will.Und hier würden weiter, wie seit Jahren schon,Camping,lange Grillabende,und das Formel1 Fest weiterstattfinden.Also Bernie, bring das ganze mal auf ein bezahlbares Niveau..."oder lande da wo MM schon ist"...*lach
PS:Wer macht in der heutigen Zeit solch langfristige Verträge von 17 Jahren mit zb. Donington Park, und eine der Traditionsreichsten Rennstrecken der Welt sagt...:najut wir kommen wieder...???
Donington iss "Bikerland" Silverstone iss F1 Land!!!
@claus
Lass doch abwarten was weiter passiert.Ich vertraue den Teams und der FOTA.
Nur sollten sie nicht nur gegen die FIA vorgehen sondern auch gegen Berni und seine Organisation. Diese ganze Geschichte ist noch nicht fertig-das Theater geht weiter.Nur was dabei heraus kommt fuer uns als Fans und Zuschauer sollte von interesse sein . Den Rennsport wollen wir doch alle sehen,nur spannend sollte er sein und ohne den grossen Anteil von Politik.
Wie kann man die FOTA und deren Forderungen nur als absurd hinstellen??? Die FOTA hatte IMMER klare Ziele vor Augen. Sie wollte u.a. nicht den Mist mit den verschiedenen Drehzahlen von Motor A und B ... das war auch so eine FIA Kalkgeburt. Mosley soll endlich gehen. Ich denke, ihm ist nicht bewusst, wieviel Hass er schon auf sich gezogen hat und noch ziehen wird. Die FIA ist der besch... Dachverband, den man sich nur vorstellen kann! Die FIM ist genial, die FIA ist absoluter Müll (nicht nur in Sachen F1).
Die jetzige saison hat ein reglement, welches den wenigsten gefällt, aber auch genau diese schreien am lautesten wenn es verändert werden soll. die FOTA teams wollten (weiterhin) sehr viel geld ausgeben, welches sie von bernie bekommen und der muss also auch mehr geld ranholen, was zur folge hat, dass man die rennen entweder nur noch auf paytv sendern sehen kann oder ticketpreise erhöht werden.
ich finde kein wort welches meine gedanken beschreiben kann wenn dann auch noch kommentare lese in denen ernsthaft leute behaupten die FOTA wollte was für die fans tun.
ich finds schade wie das ganze jetzt zu ende geht und bin schon fast enttäuscht, dass die FIA die regeländerungen nun doch nicht durchgeboxt hat, aber der absolute verliere des ganzen ist aus meiner sicht die FOTA. man muss sich mal die stellungnahmen der FOTA teams während des gesamten streits mit dem letztendlichen ergebniss in relation ziehen, dann ist das ganze an "absurdität" nicht mehr zu überbieten.
ist das ganze ein Theater. Es geht ja schon lange nicht mehr um Regeln oder Inhalte, was ich sehr enttäuschend finde, da ich in der Lockerung des technischen Reglements verbunden mit der Limitierung des Budgets eine große Chance für die Verbesserung des Rennsports sah, auch wenn meine Meinung damit relativ einzigartig ist. Reglementsänderungen hatten immer das Potential die Kräfteverhältnisse zu verschieben, wir sehen es grade jetzt. Zudem würde ich mir mehr Überholmanöver wünschen, Sam Michael hat es schon formuliert. Auch das Nachtankverbot in Verbindung mit neuen Reifenmischungen hätte dazu beitragen können, die Rennen spannender zu gestalten.
Die Kosten wären nicht explodiert, sondern hätten sich genau beziffern lassen auf eben 40 Millionen Pfund pro Team. Das wäre wirklich eine Herausforderung gewesen und zudem sehr transparent, da alle die gleichen Voraussetzungen gehabt hätten.
Dann kommt eine Einigung aus heiterem Himmel zustande - und unter welchen Bedingungen? Der FIA Präsident stellt sich zum Ende seiner Amtszeit nicht zur Wiederwahl und es bleibt ansonsten alles beim Alten, was als Stabilität verkauft wird. Ich hatte mir Fortschritt erhofft und ein Reglement mit Raum für kreative Köpfe.
Für diese Stagnation haben die Teams jetzt so vehement protestiert und gemeckert? Unter Androhung einer Piratenserie, die schon fast fertig geplant gewesen sein soll? So einfach war es die Teams zufrieden zu stellen?
Keine der beiden Parteien hat am Ende die Interessen des Sports vertreten. Positiv ist einzig, daß wir in der nächsten Saison ein größeres Starterfeld haben werden. Eine Spaltung in zwei Serien war meiner Meinung nach gemessen an den Reaktionen in dieser Woche nie ein Thema, es war einfach nur Theater und Mosley hat den nächsten Akt eröffnet.
Diese fragen sollten sich alle stellen die hinter dem vorgehen der FOTA standen und diejenigen, die selbst jetzt noch glauben, dass die FOTA was für die fans tun wollte.
Es ist schlimm zusehen zu muessen wie eine Person immer mehr den Bezug zur Realitaet verliert.
Ich hoffe die FOTA trifft die richtige Entscheidung.
ey alder,
guck nicht so! Ich bin nicht Europsport
Wau ! Wauwau! Wuff......
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