Mikitenko wiederholt Marathon-Coup

Eurosport - So 26.Apr. 14:26:00 2009

Irina Mikitenko hat wie schon im vergangenen Jahr beim London-Marathon triumphiert. Die deutsche Rekordhalterin vom TV Wattenscheid siegte erneut beim bestbesetzten Stadtmarathon der Welt souverän in 2:22:11 Stunden. Zweite wurde Mara Yamauchi (2:23:12) aus Großbritannien.

ATHLETICS 2009 London Marathon Irina Mikitenko - 0

Kleine Frau, Riesen-Läuferin: Die nur 1,58 Meter große Mikitenko ist mit ihrem zweiten Triumph in London in die Favoriten-Rolle für die WM in Berlin gerannt. Die gebürtige Kasachin vom TV Wattenscheid kam an der Themse zu einem souveränen Sieg. Auf der Zielgeraden vor dem Buckingham Palace blieb ihr sogar noch Zeit, Kusshändchen ins Publikum zu werfen.

"Ich kann es kaum fassen, dass ich zum zweiten Mal in London gewonnen habe", meinte die strahlende, aber auch sehr erschöpfte Mikitenko. Hingegen hat Europameisterin Ulrike Maisch aus Rostock als Dritte in Hamburg die WM-Norm verpasst.

3. Sieg im 4. Rennen

Mikitenko sicherte sich beim dritten Erfolg im vierten Marathon ihrer Karriere 55 000 Dollar (41 500 Euro) Sieg- und 25 000 Dollar Zeitprämie. Die im hessischen Freigericht lebende Ausdauerspezialistin, die erst vor zwei Jahren von den 10 000 Metern auf die klassische Strecke umgestiegen war, führte das Rennen über 42,195 Kilometer von Anfang an. Nach 32 Kilometern schüttelte sie bei sonnigem Wetter ihre hartnäckigste Verfolgerin Yamauchi ab. Auf Platz drei kam die russische Debütantin Lilia Schobukowa.

"Ich habe frühzeitig gemerkt, dass die anderen Schwierigkeiten haben, wenn ich das Tempo anziehe", sagte Mikitenko. "Bei Kilometer 25 wusste ich, dass ich genug Kraft habe, um siegen zu können. Aber die letzten drei Kilometer waren schon hart, weil ich lange das Tempo gemacht hatte." Vor Mikitenko hatte als einzige Deutsche nur Katrin Dörre-Heinig in London gewonnen - dreimal zwischen 1992 und 1994.

Wegen einer Beckenverletzung hat Mikitenko im vergangenen Jahr die Olympischen Spiele in Peking verpasst. Jetzt winkt ihr bei der WM der größte Erfolg ihrer Laufbahn: Ausgerechnet an ihrem 37. Geburtstag - am 23. August - wird der Frauen-Marathon in Berlin gestartet. An gleicher Stelle hatte sie im Vorjahr ihren deutschen Rekord auf 2:19:19 Stunden verbessert.

Hoffnung bei Maisch

Maisch läuft seit ihrem Überraschungscoup bei der EM 2006 in Göteborg ihrer Form hinterher und ist in Berlin möglicherweise nur Zuschauerin. Die 32-Jährige blieb in Hamburg in 2:34:28 Stunden deutlich hinter der vom DLV geforderten Zeit von 2:32:00 zurück.

"Ich hoffe noch ein bisschen, das es reicht", meinte Maisch, die im vergangenen Jahr an der Elbe aufgeben musste und später mit Pfeifferschem Drüsenfieber zu kämpfen hatte. Der Äthiopier Solomon Tside rannte in 2:11:47 Stunden allen davon, bei den Frauen gewann die Spanierin Alessandra Aguilar in 2:29:01.

Rekord durch Olympiasieger

Streckenrekord in London lief der 22-jährige Kenianer Samuel Wanjiru: Der Goldmedaillengewinner von Peking siegte bei den Männern in 2:05:10 Stunden vor dem Olympia-Dritten Tsegay Kebede aus Äthiopien (2:05:20) und dem Olympia-Zweiten Jaouad Gharib aus Marokko (2:05:27).

Wanjiru blieb nur eine gute Minute über dem Weltrekord des Äthiopiers Haile Gebrselassie (2:03:59) vom September 2008 in Berlin und hatte möglicherweise auch von der verletzungsbedingten Absage des dreimaligen London-Gewinners Martin Lel (ebenfalls Kenia) profitiert. Insgesamt waren 36 000 Läufer am Start.

dpa / Eurosport

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