World Championship - Feuerwerk von Maguire

Eurosport - Sa 26.Apr. 23:40:00 2008

Mit Titelverteidiger John Higgins und Shaun Murphy sind zwei Favoriten ausgeschieden, Stephen Hendry erreicht das Viertelfinale und meldet seine Ambitionen auf seinen achten Titel an, doch für das Glanzlicht des achten Tages der Weltmeisterschaft im "The Crucible" sorgte Stephen Maguire.

SNOOKER 2007 UK Championships Stephen Maguire - 0

Mit Titelverteidiger John Higgins und Shaun Murphy sind zwei Favoriten ausgeschieden, Stephen Hendry erreicht das Viertelfinale und meldet seine Ambitionen auf seinen achten Titel an, doch für das Glanzlicht des achten Tages der Weltmeisterschaft sorgte Stephen Maguire. Der Schotte war "On Fire" und degradierte Neil Robertson zum reinen Zuschauer. Mit 8:0 führt Maguire nach der ersten Session. Ronnie O'Sullivan erarbeitete sich in einem sehr unterhaltsamen ersten Spielabschnitt eine 5:3-Führung über Mark Williams und schaffte mit 140 auch ein neues höchstes Break für diese Weltmeisterschaft.

Stephen Hendry hatte gegen Ding Junhui schon über Nacht mit 11:5 geführt und nahm im ersten Frame des Tages Kurs auf ein Break von sogar 146 Punkten. Nach 112 Punkten war dann aber doch Schluss, aber der Rekord-Champion war bis auf einen Frame an das Viertelfinale herangekommen. Zwar verkürzte Ding Junhui mit einem Break von 79 Punkten und einer Clearance von 63 noch einmal um zwei Frames, aber Hendry blieb ruhig und machte im 20. Frame mit einer 70 das 13:7 klar.

Higgins vorzeitig ausgeschieden

Titelverteidiger John Higgins verabschiedete sich mit einem 9:13 gegen Ryan Day aus der WM. Zwar betonte er im Anschluss, dass Day der bessere Spieler gewesen sei und verdient gewonnen habe, doch Higgins beklagte sich auch über den Tisch. Die Banden, so der Schotte schlügen unregelmäßig ab, so dass das Stellungsspiel einer Lotterie glich. Die Tische, so Higgins, hätten dringend vor der zweiten Runde neu bezogen werden müssen.

Von diesen Tischproblemen ließ sich John Higgins auf jeden vollkommen aus dem Konzept bringen; selbst leichteste Bälle misslangen ihm manchmal. Mit 8:8 gingen die beiden in die letzte Session, doch der Titelverteidiger geriet sofort auf die Verliererspur. Lediglich als er in Frame 20 mit einer 83 zwischenzeitlich auf 9:11 verkürzte blitzte seine Klasse auf.

Ali Carter feierte mit 13:4 einen vor allem in der Höhe vollkommen überraschenden Sieg über Shaun Murphy. Murphy hatte offensichtlich seine "Potting Boots" nicht an den Füßen und kam in keine Breaks. Schon nach der ersten Session hatte der Erste der Provisorischen Rangliste mit 2:6 hintengelegen. Den ersten Frame der zweiten Session gewann Ali Carter dann auf die Farben und zog mit seinem sachlichen Spiel und einem Top-Break von 93 auf 12:3 davon.

In Frame 16 verhinderte Murphy mit einer 44er-Clearance dann noch das verfrühte Aus schon in der zweiten Session. Am Abend ging es dann aber schnell: Ali Carter brauchte nur noch einen Frame, um mit einer 45 und ein paar weiteren Punkten das 13:4 perfekt zu machen.

Maguire vom anderen Stern

Neil Robertson hatte gegen Stephen Maguire Probleme mit seinem Lochspiel, doch selbst in besserer Form hätte er es gegen den Schotten schwer gehabt. Dem gelang einfach alles; er spielte wie im Rausch. Sieben Breaks von mehr als 50 Punkten spielte Maguire, darunter mit 131 und 110 auch zwei Centuries. Das höchste Break von Robertson war lediglich eine 37.

Die erste Session zwischen Ronnie O'Sullivan und Mark Williams hatte zwei vollkommen unterschiedliche Hälften. In den ersten vier Frames zwangen sich die beiden überraschend in viele Safety-Duelle und neutralisierten sich teilweise gegenseitig. Nach knapp 80 Minuten hatten sie sich die Frames geteilt. Für die zweiten Frames brauchten sie dagegen nur gut 40 Minuten. Zunächst einmal stürmte Ronnie O'Sullivan mit dem neuen Top-Break von 140 sowie 81 und einer 59er-Clearance auf 5:2 davon, ehe Williams mit einer 88 im nur gut sechs Minuten dauernden achten Frame mit 3:5 den Rückstand in Grenzen hielt.

Rolf Kalb / Eurosport