Eurosport - Sa 26.Apr. 12:42:00 2008
Zum zehnten Mal in seiner Karriere steht Peter Ebdon im Viertelfinale der Weltmeisterschaft. In der Runde der letzten 16 setzte sich der Weltmeister von 2002 in Sheffield mit 13:9 gegen Mark King durch. In jeder Session hatte sich Ebdon dabei ein weiteres Stückchen nach vorne gearbeitet.
Es war der erwartete verbissene Kampf mit vielen langen Frames, in denen beide Spieler Geduld beweisen musste, doch Ebdons Matchhärte gab am Ende den Ausschlag.
Zwar war King mit 1:0 und 2:1 in Führung gegangen, doch am Ende der ersten Session führte Peter Ebdon mit einem Top-Break von 79 schon mit 5:3. Als nach 15 Frames die zweite Session wegen Zeitüberschreitung abgebrochen wurde hatte er seine Führung schon auf 9:6 leicht ausgebaut. Das entscheidende Polster verschaffte sich der in Dubai lebende Engländer zu Beginn der letzten Session, als er mit zwei 79er-Breaks auf 11:6 davonzog.
Hendry steht vor Sieg
Zwar kämpfte sich King mit dem einzigen Century im Match, einer 121, noch auf 8:11 heran, doch nachdem Ebdon den knappen 20. Frame für sich entschieden hatte, stand er ganz kurz vor dem Sieg. Kings 79, mit der er noch einmal auf 9:12 aufschloss, verzögerte das Ende nur noch. Im 22. Frame zog Peter Ebdon mit einer 54 davon. Zwar verschoss er einen roten Matchball, doch nach einem kurzen Safety-Austausch kam Ebdon wieder in die Bälle und machte alles perfekt.
Stephen Hendry führt über Nacht gegen Ding Junhui mit 11:5 und steht damit ebenfalls kurz vor dem Einzug ins Viertelfinale. Erst in der zweiten Hälfte der zweiten Session hielt Ding den Schaden einigermaßen in Grenzen. Zuvor agierte er unsicher und hatte seine Unbefangenheit beim Lochspiel verloren. Hendry begann stark mit einer 124. Im Anschluss reichte ihm aber solides Spiel, eine relativ niedrige Fehlerquote und mittlere Breaks, um auf 10:2 davonzuziehen.
Das Midsession Interval in der zweiten Session kostete Hendry dann aber offensichtlich die Konzentration, während Ding plötzlich zu seinem Breakbuilding fand. Prompt holte der 21-jährige Chinese die nächsten beiden Frames mit Breaks von 93 und 94 Punkten. Eine 62 für Ding in Frame 15 war allerdings nicht genug: Mit einer hervorragenden Clearance von 48 Punkten, eingeleitet durch eine lange rote, baute Hendry seine Führung auf 11:4 aus. Im letzten Frame des Tages aber schaffte Ding noch einmal eine 94, so dass ein Hoffnungsfunke glimmt.
Für Titelverteidiger John Higgins war der Arbeitstag so frustrierend, dass er wütend über sich selbst beim Weg aus der Arena hinaus den Spielball über den Tisch schleuderte. Gegen Ryan Day verspielte Higgins in der zweiten Session seine 5:3-Führung und geht mit 8:8 noch in die letzte Session. Dabei hatte Higgins im ersten Frame des Tages seine Führung sogar noch auf 6:3 ausgebaut, aber dann verlor er vier Frames in Folge und geriet erstmals in diesem Match im Rückstand. Erst danach fand der Schotte zu seinem Spiel und holte sich mit Breaks von 99 und 54 Punkten die nächsten beiden Frames, ehe Day mit einer 93 den Gleichstand herstellte.
Top-Favorit Shaun Murphy geriet gegen Ali Carter ins Straucheln: Der "Captain" führt nach der ersten von drei Sessions mit 6:2. Mit einem 97er-Break hatte Carter einen klasse Start erwischt, und im letzten Frame der Session spielte er mit genau 100 Punkten auch das einzige Century in diesem Match bisher. In den nächsten Sessions muss Murphy nun seine Stärke im Lochspiel wiederfinden, um eine weitere Überraschung im Crucible Theatre zu verhindern.
Rolf Kalb / Eurosport