Henn: "Warten auf den Knaller"

Eurosport - Sa 26.Apr. 20:28:00 2008

Aller guten Dinge sind drei: Beim letzten Ardennen-Klassiker soll es für Team Gerolsteiner endlich klappen mit dem großen Sieg. Im Exklusiv-Interview mit eurosport.yahoo.de spricht der Sportliche Leiter Christian Henn über die Chancen seiner Stars bei der 94. Austragung von Lüttich-Bastogne-Lüttich.

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Zweimal wurde Gerolsteiner in den letzten Tagen trotz starker Leistung nicht mit einem Podiumsplatz belohnt - klappt es jetzt in Lüttich?

Christian Henn: Das ist schwer einzuschätzen, zumal es ja am Ende eine neue Streckenführung gibt. In jedem Fall sind unsere drei Trümpfe gut drauf, und die Wettervorhersage ist auch vielversprechend. Wir werden in jedem Fall versuchen, in Ausreißergruppen dabei zu sein und das Rennen schwer zu machen - so wie zuletzt beim Flèche Wallonne.

Gehen wir ihre drei Topfahrer der Reihe nach durch: Davide Rebellin gibt wohl seine Abschiedsvorstellung beim ältesten Klassiker, hat er wieder die Form von 2004 und kann erneut siegen?

Henn: Er ist auf jeden Fall in Topform, sogar noch etwas stärker als unsere beiden anderen Asse. Seine große Erfahrung kann auch nur von Vorteil sein. Je länger das Rennen, desto besser für ihn und warum soll das Quäntchen, das ihm jetzt zweimal gefehlt hat, diesmal nicht den Ausschlag für ihn geben? Beim Amstel Gold Race haben ihn noch Krämpfe geplagt, beim Flèche war nicht sein Wetter und trotzdem war er jedes Mal vorne dabei.

Fabian Wegmann haben beim "Flèche Wallonne" nur 500m zum Triumph gefehlt: Klappt es bei ihm diesmal mit dem ersehnten Klassiker-Coup?

Henn: Er hat am Mittwoch alles richtig gemacht - und wenn er seine beiden Begleiter nicht durch einen Sturz verloren hätte, wäre vielleicht schon der Sieg möglich gewesen. Aber das Rennen hat ihm auf jeden Fall zusätzliche Motivation gegeben, er weiß, dass er es drauf hat. Das lässt hoffen für Lüttich. Er ist in den letzten Jahren an den schweren Klassikern gereift, es fehlt nur noch der Knaller - den würde ich ihm wirklich gönnen.

Für Stefan Schumacher lief es bei seinem Lieblingsrennen bisher nicht nach Wunsch: Könnte ihm jetzt in Belgien der Befreiungsschlag gelingen?

Henn: Er war nach dem Amstel Gold Race natürlich nicht zufrieden, dabei haben im entscheidenden Moment nur wenige Meter zum Sprung in die Spitzengruppe gefehlt. Beim Flèche hatte er dann Pech mit einem Sturz - doch er hat ganz klar aufsteigende Tendenz.

Der Streckenverlauf auf den letzten Kilometern wurde dieses Jahr geändert: Wie schwer ist das neue Finale und wem könnte es besonders entgegen kommen?

Henn: Der neue Berg hat es wirklich in sich, wir haben ihn uns genau angesehen - so wie wohl fast alle Topteams. Er ist bedeutend steiler als der Anstieg, den er ersetzt. Wenn dort schnell gefahren wird, kann da eine Vorentscheidung fallen. Denn dort den Anschluss an eine Gruppe zu halten, wird enorm schwer. Ich rechne damit, dass bei diesem neuen Streckenverlauf im Finale nicht mehr wie zuletzt knapp 50 Fahrer am Anfang des Schlussanstiegs zusammen sein werden.

Die Konkurrenz ist groß und in Topform - wen erwarten Sie im Kampf um das Podium mit ganz vorne?

Henn: Etliche Mannschaften haben wie wir mehrere Trümpfe. Ich gehe davon aus, dass neben uns die Teams von CSC, Caisse d'Epargne, Rabobank, High Road und Lampre mit um den Sieg kämpfen werden. Im Sprint einer kleinen Gruppe der Topfavoriten dürfte aber wohl Damiano Cunego die besten Karten haben.

Hinweis:

Verfolgen Sie den krönenden Abschluss der Ardennen-Klassiker nicht nur im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de: Auch im TV präsentiert Ihnen Eurosport "Lüttich-Bastogne-Lüttich" (Sonntag, 27. April ab 14:00 Uhr) live!

Das Interview führte Andreas Schulz / Eurosport