Wirth schießt erneut gegen Ullrich

Eurosport - Do 26.Mrz. 16:06:00 2009

Vor den Wettbewerben im russischen Khanty-Mansiysk hat Jürgen Wirth erneut Anschuldigungen gegen Bundestrainer Frank Ullrich erhoben. Wirth erklärte, dass die Trainer Ullrich und Wilfried Bock die Anweisung gegeben hätten, "dass wir mit trainingsunterstützenden Mitteln arbeiten müssen."

BIATHLON 2008-2009 World Cup 1 Oestersund Frank Ullrich - 0

Nach den Doping-Anschuldigungen gegen Ullrich wird der Bundestrainer schon bald ein Gespräch mit Funktionären des Deutschen Skiverbandes (DSV) führen. "Das wird wahrscheinlich nächste Woche schon stattfinden. Und dann wird man sehen, wie es weitergeht", erklärte DSV-Sprecher Stefan Schwarzbach. Ullrich, der noch bis Sonntag die Herren-Nationalmannschaft beim Weltcup-Finale im russischen Khanty-Mansiysk betreut, bestreitet die durch Wirth erhobenen Vorwürfe. Der Skiverband hält Wirth nach momentanem Kenntnisstand weiter für unglaubwürdig.

"Die letzten drei Tage haben wir die Aktenlage, soweit sie uns zur Verfügung stand, genau geprüft und da ist eben daraus hervorgegangen, dass man zumindest Zweifel an der Glaubwürdigkeit dieses Zeugen äußern muss", sagte Schwarzbach ebenfalls vor den Kameras. "Wenn man die komplette Akte studiert von dem Vernehmungsprotokoll, dann ist ganz klar zu erkennen, dass Frank Ullrich als einziger Trainer vom Zeugen Wirth entlastet wird, wohingegen sämtliche anderen Trainer und Mediziner belastet werden", sagte Schwarzbach.

Mal für, mal gegen Ullrich

Die von der ARD-Sportschau verbreiteten aktuellen Wirth-Aussagen stünden im direkten Gegensatz zu seinen früheren Zeugenaussagen vor dem Landeskriminalamt aus dem Jahre 1991, hatte der Skiverband in einer schriftlichen Mitteilung erklärt. Bereits am Mittwochabend korrigierte der Skiverband das Datum des ihm vorliegenden Protokolls auf das Jahr 1995. "Das ändert aber nichts am Inhalt und an der Aussage des Vernehmungsprotokolls", sagte Schwarzbach.

In dem Protokoll soll Wirth nach DSV-Angaben unter anderem festgestellt haben: "Für mich kann ich sagen, dass ich von dem (Frank Ullrich) nie diese Tabletten bekommen habe." In der ARD-Sportschau am Sonntag hatte der in Bad Berleburg lebende Staffel-Weltmeister von 1987 erklärt: "Frank Ullrich hat uns damals angewiesen, dieses Mittel Oral-Turinabol einzunehmen, damit wir schneller wieder regenerieren, das heißt, schnellere Erholungsphasen haben."

In der TV-Sendung am Donnerstag stellte Wirth fest, dass die Vergabe des Mittels Oral-Turniabol oder blauer Blitz bezeichnet, ausschließlich über den Arzt oder den Physiotherapeuten abgewickelt worden sei. "Ich habe nie behauptet, dass ein Frank Ullrich oder ein Wilfried Bock mir jemals eine Tablette in die Hand gegeben hat", sagte Wirth. Auf Nachfrage des ARD-Reporters bestätigte Wirth, dass Ullrich bei den Mannschaftsbesprechungen dabei gewesen sei und "dort diese Einnahmen überwacht" habe. "Wer dort etwas anderes behauptet, verdreht die Tatsachen."

Aufklärung in den Fall will eine vom DSV gebildete Kommission bringen. Sie will nun bei den zuständigen Behörden noch einmal Akteneinsicht beantragen und sich bei den zuständigen Behörden noch einmal umfassend informieren, meinte Schwarzbach.

dpa / Eurosport

Kommentare 1 - 9 of 9

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  1. wie war das , durch FLEISS, ist etwa schon Weinachten ?

    Von a_und_l, am Sa 28.Mrz. 22:50
  2. Was hier einige schreiben, hat nichts mit Frank Ullrich­ zu tun.!!!
    Und an die Beiträge 6 und 7 == Biathlon hat­ nichts mit Skilanglauf zu tun!

    Die Vorwürfe beziehen­ sich auf eine Zeit, da war Frank Ullrich gerade einmal­ 29/30 Jahre alt und gerade eben mit dem Trainerstudium­ fertig. In heutigen Zeiten sind Athleten noch bis 35­ Jahren und älter aktiv
    Wie soll ein so junger Trainer­ Einfluss in Sachen haben, die von oben bestimmt­ werden.

    Die widersprüchlichen Aussagen zum Thema:

    1.­ Protokoll von 1991

    Die von der ARD-Sportschau­ verbreiteten aktuellen Wirth-Aussagen stünden im­ direkten Gegensatz zu dessen früheren Zeugenaussagen­ vor dem Landeskriminalamt Thüringen aus dem Jahre 1991,­ erklärte der Skiverband in einer schriftlichen­ Mitteilung. In einem Protokoll der Anhörung vom 3. Mai­ 1991, die dem DSV in Kopie vorliegt, habe der Heute 43­ Jahre alte Wirth unter anderem festgestellt: "Für­ mich kann ich sagen, dass ich von dem (Frank Ullrich)­ nie diese Tabletten bekommen habe." (Quelle­ ZDF)

    2. In der weiteren TV-Sendung stellte Wirth­ fest, dass die Vergabe des Mittels Oral-Turniabol oder­ blauer Blitz bezeichnet, ausschließlich über den Arzt­ oder den Physiotherapeuten abgewickelt worden sei. «Ich­ habe nie behauptet, dass ein Frank Ullrich oder ein­ Wilfried Bock mir jemals eine Tablette in die Hand­ gegeben hat», sagte Wirth (Financial Times­ Deutschland)

    3. Vor dem Weltcup-Sprint der Männer­ hatte Wirth im Fernsehsender ARD seine­ Doping-Anschuldigungen gegen Ullrich und den früheren­ DDR- Cheftrainer Wilfried Bock erneuert. Vor den­ Fernsehkameras erklärte der Staffel-Weltmeister von­ 1985 am Donnerstag, dass die Trainer Wilfried Bock und­ Frank Ullrich die Anweisung gegeben hätten, «dass wir­ mit trainingsunterstützenden Mitteln arbeiten müssen.­
    (Financial Times Deutschland)

    Wieso kommen solche­ absurden Behauptungen nach 20 Jahren?
    Frank Ullrich­ hatte am Ende der Saison 07/08 angekündigt, dass die­ Saison 09/10 die letzte ist, wo er als Cheftrainer­ tätig sein wird.

    Von connylathan, am Sa 28.Mrz. 4:29
  3. @a_und_l: Na - dann denken Sie mal nach, wo geschrieben­ steht, das nur Norweger, Schweden, Finnen und Russen­ Siege im Langlauf verbuchen dürfen und keine Deutschen,­ Franzosen, Italiener oder Schweizer. Die trainieren­ nämlich auch fleissig und können es mal - bedingt durch­ viele Faktoren - an die Spitze schaffen. Nichts währt­ ewig - auch eine Langlaufüberlegenheit der ersten 4­ genannten Nationen nicht.
    Das man sich durch gute­ Arbeit und Einsatzwillen an die Spitze bringen kann,­ wird durch unsere Neidgesellschaft eh nicht akzeptiert.­ Der gebetsmühlenhaft vorgebrachte Dopingverdacht ist­ ohne Beweise hinfällig und ein Muster ohne Wert.
    Also -­ liebe "Doping-Behaupter" - schafft Beweise­ ran.....

    Von Markus K, am Fr 27.Mrz. 22:06
  4. einbisschen geschichte,eine frage an alle die an doping­ in deutschem leistungsport nicht glauben wollen. die­ deutschen langleufer männer von 1974-2004 haben im­ langlauf nichts gerissen nicht ein mal bis 2004 gewann­ ein deutscher gesamtweltcup die resultate waren so was­ wie durschnitlich, wenn ein deutscher in die besten 10­ kamm hat man wie platz 1 bejubelt sooooooo schwach­ waren sie immer, aber dann plötzlich ab 2003 teichmann­ gewint gold bei der wm und ab 2004-2007 gewannen­ deutschen 4 mal hintereinander gesamtweltcup, WAS IST­ PASSIERT??? haben die alle norweger,­ schweden,finnen,russen aufgehört zu trainieren immer­ hin diese nationen beherschten langlauf seit 30 JAHREN­ und wie kann man erklären das eine mannschaft plötzlich­ von plätzen 10-20 auf die spitze sich katapultiert und­ die szene 4 jahre lang beherscht? haben die jungs etwa­ statt 1mal am tag 3 mal MÜSLI BEKOMMEN ? viel spass­ beim nachdenken.

    Von a_und_l, am Fr 27.Mrz. 20:35
  5. Sollten wir nicht zu aller erst mal die Unschuld von­ Herrn Ullrich annehmen bis das gegenteil belegt ist??­ Das ist schliesslich in einem Rechtsstaat so sitte.
    Ist­ es nicht so das schon so viele des Dopings verdächtigt­ wurden und es im Nachhinein echt schwer hatten, trotz­ erwiesener Unschuld, Ihren Ruf wieder­ herzustellen?
    Also lasst den Wirth labern und wartet­ die Ergebnisse ab.

    Von Raymond L, am Fr 27.Mrz. 17:55
  6. Hab den Jürgen Wirth gestern im Fernsehn gesehen. War­ geschockt über ihn und sein Art zu reden. Das kenn ich­ eigentlich von Mitgliedern von Sekten. Hier müssen­ irgendwelche Interessenkreise dahinterstehen und den­ Mann bearbeiten.

    Von glaserjens, am Fr 27.Mrz. 16:59
  7. Daran zweifle ich leider: Die Deutsche Pharmaindustrie­ ist immer noch die beste in der Welt und die deutschen­ Athleten sind auch die schnellsten.

    Von julia, am Fr 27.Mrz. 11:17
  8. Totzdem fragt man sich, warum solche Anschuldigungen­ gerade jetzt kommen und nicht schon Jahre früher. Das­ in der früheren DDR flächendeckend gedopt wurde, ist ja­ hinlänglich bekannt. Aber das ist 20 Jahre her und­ irgendwann sollten Leistungen als Trainer über­ Praktiken und Zwängen in der damaligen DDR stehen und­ honoriert werden. Und Frank Ullrich ist nunmal ein­ erfolgreicher Trainer.

    Von rehaugele, am Fr 27.Mrz. 9:53
  9. Kommentar nicht angezeigt durch zu niedrige Bewertung. Zeigen

    pro ullrich oder kontra ist generel egal, DOPING WAR,­ IST, und WIRD dasein das bestätigen uns neue fälle in­ DEUTSCHEM LEISTUNGSPORT , noch ein RADLER aus einer­ DEUTSCHEN mannschaft "GEROLLSTEINER" hat­ wieder mit dem SPRITZEN übertrieben, aber EGAL deutsche­ sportler und treiner sind sauber. HA HA HA !!!!!!!!!!!!

    Von a_und_l, am Do 26.Mrz. 23:06
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