Europameisterschaften - Russisches Duell um den Sieg

Do 26.Jan. 19:25:00 2012

Während der Berliner Eiskunstläufer Peter Liebers mit einem enttäuschenden 13. Platz in die Europameisterschaften startete, liefern sich zwei Russen an der Spitze einen hochklassigen Kampf. Artur Gaschinski übernahm nach dem Kurzprogramm knapp vor Jewgeny Pluschenko die Führung.

Jewgeni Pluschenko - 0

Für den 29 Jahre alten Olympiasieger könnte es bei seinem Comeback nach zweijähriger Pause mit einer fehlerfreien Kür sogar zum siebten Titel reichen. Dritter ist Tomas Verner (Tschechien). Der 19 Jahre alte EM-Debütant Paul Fentz erreichte als 23. das Finale der besten 24.

"Ich wollte unter die Top Ten, nun muss ich in der Kür nahezu fehlerfrei laufen", sagte der sichtlich enttäuschte Liebers. Seiner Eingangskombination aus dreifachem Flip und Doppel-Toeloop zum Blues-Programm von Joe Bonamassa fehlte eine Umdrehung. Zudem wurde eine Pirouette gar nicht gewertet.

"Ich weiß nicht, ob sie nicht tief genug war oder mir eine Umdrehung fehlte", rätselte der Sportsoldat. Gut waren immerhin der dreifache Axel und der Lutz. "Er hat gekämpft wie ein Löwe nach der Kombination, für die ihm der Schwung fehlte", sagte Trainerin Viola Striegler.

Etwas überfordert schien Fentz zu sein, der den dreifachen Axel nicht sauber landete und den Lutz aufriss. "Ich bin unzufrieden mit meiner Leistung", meinte der deutsche Vize-Meister.

Pluschenko mit Sicherheitsprogramm

Der vom Publikum umjubelte Pluschenko ließ überraschend den vierfachen Toeloop aus und sprang stattdessen eine Kombination aus dreifachem Lutz und Toeloop. "Eigentlich gehört der Vierfache dazu, aber ich bin verletzt", sagte der Eislauf-Star, "wenn ich es riskiere, kann ich hinterher drei Minuten nicht mehr laufen. So sehr schmerzt mein linkes Knie."

Mit 84,71 Punkten honorierte das Preisgericht nicht nur seine sportlichen Elemente, sondern erstaunlich hoch auch die künstlerische Darbietung. "Ich habe viele Titel gewonnen, diese Saison ist nur zum Aufwärmen", sagte der Olympiasieger von 2006.

Nach dem Championat will er sich in München am Meniskus operieren lassen. "Zur WM kann ich nicht kommen, noch mehr Spritzen und Tabletten will ich nicht", erklärte der dreimalige Weltmeister, der erst im nächsten Winter in voller Stärke zurückkehren will. Bis auf Gatschinski, der ebenfalls bei Alexej Mischin trainiert, hielt keiner mit dem Niveau mit. Mit 84,80 Punkten führt der 19-Jährige vor der Kür am Samstag ganz knapp.

TV-Tipp:

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Britta Körber / dpa

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