Bundesliga - Fans entsetzt von FCB-"Transfer"
Do 26.Jan. 16:23:00 2012
Entgegen aller Ankündigungen meldete der FC Bayern am Donnerstag auf der eigenen Homepage die Verpflichtung einer "Offensivkraft". Kurz darauf stellte sich heraus: Es war ein PR-Gag für eine neue Fan-Aktion. Ein klassisches Eigentor.
Weitere Links
Von Daniel Rathjen (twitter: @DanielRathjen)
Plötzlich schlug die "Bombe" ein.
"FC Bayern verpflichtet Offensiv-Spieler", prangte am frühen Nachmittag in großen Lettern auf der Internetseite des FC Bayern. Auf einer Pressekonferenz sollte der Akteur um 14 Uhr vorgestellt werden.
Diverse Reporter warteten an der Geschäftsstelle an der Säbener Straße auf Details, die Mikrofone ausgerichtet, die Kameras im Anschlag - bereit für die angekündigte "spektakuläre Neuverpflichtung".
Doch sie und zahlreiche Fans wurden enttäuscht und getäuscht, denn es kam kein Spieler - und in dieser Transferperiode wird auch keiner kommen. Sportdirektor Christian Nerlinger schmunzelte in Richtung der Journalisten: "Es ist doch schön, wenn Sie auch mal irritiert sind."
Erst eine Stunde später stellte der Verein richtig, dass es sich um eine PR-Aktion, einen Marketing-Gag handelte. Der wahre Hintergrund war die Facebook-Aktion "The New FCB Star". Die Erklärung: "Jeder einzelne FCB-Fan ist die 'spektakuläre Neuverpflichtung', unser zwölfter Mann!" Die Fans konnten virtuell in das Trikot eines Spielers schlüpfen.
Allerdings schoss sich der Rekordmeister damit ein klassisches Eigentor. Sowohl die eigene Seite als auch die beworbene Website konnten dem Ansturm technisch nicht standhalten und brachen zusammen. Die Technik spielte verrückt, nichts funktionierte. Angeblich hat schon ein Probelauf nicht geklappt, weshalb die Presse nicht vorab von diesem "Spaß" informiert wurde. Was als lustig gedacht war, wurde zum Desaster.
Empörte User-Reaktionen
Auch auf eurosport.yahoo.de waren die User zunächst verwirrt und dann frustriert, als sie die Wahrheit erfuhren. Sie fühlten sich schlicht veralbert und waren damit nicht allein.
Die Reaktionen waren heftig, vor allem weil der Artikel auf der Bayern-Seite absolut seriös verpackt war und keine Anzeichen auf Werbung für die Aktion aufwies.
"Es mag wohl keinen interessieren und auch kein Verlust für den FCB sein, aber wenn's echt nur ein Werbegag war, haben sie mich als Fan und Mitglied verloren", postete User "Kevin" erbost.
"DORTMUNDER" schrieb: "Lächerlich wäre noch untertrieben. Ich frag mich echt, welches billige Marketingseminar der Nerlinger in seinem Studium belegt hat? Da sollte er lieber Luftballons verteilen, das kommt besser an."
Zwischendurch versuchte "Olafsonson" die Wogen zu glätten: "Letzte Woche des Transferfensters, Bayern will eine "Bombe" im Sturm verpflichten, Aktion schlägt ein wie eine Bombe! Also alles richtig gemacht."
Solch verständnisvolle Statements waren jedoch die Ausnahme.
Auf der Bayern-Facebookseite liefen so viele Beschimpfungen ein, dass die Administratoren mit dem Löschen nicht nachkamen. Ob dem Verein noch ein Nachspiel droht, bleibt abzuwarten. Massenhaft Sympathien hat der Vorzeigeverein mit dieser Aktion jedenfalls nicht gewonnen.
Der Wortlaut des Artikels "FC Bayern verpflichtet Offensiv-Spieler" auf fcb.de:
Anfang des Jahres hatte Uli Hoeneß die mögliche Verpflichtung eines neuen Spielers bereits angedeutet: "Unser größtes Problem ist doch: Was machen wir, wenn sich Mario Gomez verletzt? Da werden wir eine richtige Bombe brauchen, einen, der immer spielen kann, in Barcelona oder Manchester." Nun hat der FC Bayern kurz vor Ende der Wintertransfer-Periode auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Für 14 Uhr ist eine Pressekonferenz angesetzt, auf der Christian Nerlinger den Neuzugang vorstellen wird. Der FCB-Sportdirektor kündigte schon mal an: "Es wird eine spektakuläre Neuverpflichtung für den Offensiv-Bereich sein."
Video: Neymar narrt sie alle
Neymar narrt sie alle
TV-Tipp:
Der African Cup of Nations - vom 21. Januar bis 12. Februar. Eurosport und Eurosport2 zeigen alle 32 Spiele live und berichten ausführlich aus Äquatorialguinea und Gabun. Mehr als 200 Stunden Berichterstattung lassen für Fußballfans keine Wünsche offen.
Eurosport
Bemerkung
Kommentarfunktion ist für diesen Artikel nicht verfügbar.