Australian Open - Murray: Mit Lendl zum "Djoker"-Sieg?

Do 26.Jan. 15:19:00 2012

Als Andy Murray Ende des vergangenen Jahres Ivan Lendl als seinen neuen Trainer präsentierte, hielten das nicht wenige für einen verspäteten April-Scherz. Nun soll der Ex-Profi den Schotten zum Halbfinal-Sieg (am Freitag ab 9:30 Uhr im Liveticker bei eurosport.yahoo.de) über Novak Djokovic führen.

Tennis 2012 Lendl Murray - 0

Bei einem Erfolg würde Murray zum dritten Mal in Folge ins Finale bei den Australian Open einziehen. Sein Kumpel Djokovic erweist sich jedoch als große Hürde. Im Head-to-Head steht es 6:4 für den Serben.

In der Neuauflage des australischen Vorjahresfinales, das Djokovic 6:4, 6:2, 6:3 gewann, ist der Schotte der Außenseiter.

Mit Lendl zum Erfolg?

Lendl soll nun den Ausschlag geben und Murray nicht nur zum Erfolg über Djokovic, sondern auch zum ersten Grand-Slam-Titel führen. Schwer vorstellbar, unkten die Experten bei der Bekanntgabe der Verpflichtung des Coaches.

Doch wer die beiden auf dem Platz zusammen arbeiten sieht und ein bisschen über diese überraschende Verbindung nachdenkt, der kommt zu dem Entschluss, dass das ungleiche Paar doch eine ideale Kombination darstellen könnte.

"Die gleichen Dinge durchgemacht"

Dreimal stand der 24-Jährige bislang in einem Grand-Slam-Finale, dreimal musste er sich klar in drei Sätzen geschlagen geben. Dem Briten hängt daher in der Heimat ein Loser-Image an, die Kritik der englischen Medien könnte härter kaum sein.

Wer könnte das besser nachvollziehen als Lendl? Der heute 51-Jährige hat als Aktiver die ersten vier Endspiele bei Grand-Slam-Turnieren verloren, um am Ende doch achtmal bei Major-Events zu triumphieren und damit zu einem der erfolgreichsten Tennisprofis der Geschichte zu werden. 270 Wochen lang stand er an der Spitze der Weltrangliste.

"Wir haben beide die gleichen Dinge durchgemacht. Ich kann nachempfinden, wie er sich fühlt", sagte Lendl, nach langer Pause zurück auf der Tennis-Tour. Nach dem Ende seiner Karriere verlegte sich der heute in den USA lebende Lendl aufs Golfspielen. Zudem begleitete er seine fünf Töchter, die sich ebenfalls dem Golfspielen verschrieben haben.

"Reden wir über den gleichen Ivan Lendl?"

Inzwischen sind vier der fünf Mädchen außer Haus, so dass der Anruf von Murray zum richtigen Zeitpunkt kam. "Der Moment passte einfach", sagte Lendl. Zuvor hatte er mehr als zehn Angebote abgelehnt, aber die Aufgabe mit Murray reizte ihn einfach. "Andy ist ein harter Arbeiter, so wie ich es früher war. Das gefällt mir", sagte Lendl, als Spieler für seinen unbändigen Ehrgeiz bekannt.

Als Andy Murray Ende des vergangenen Jahres Ivan Lendl als seinen neuen Trainer präsentierte, hielten das nicht wenige für einen Scherz. - 2 Auch sonst scheinen Murray und Lendl Gemeinsamkeiten zu haben, mit denen Beobachter nicht im Traum gerechnet hätten. So schüttelte Jim Courier fassungslos den Kopf, als er Murray nach einem seiner Matches in der Rod Laver Arena fragte, was ihn mit Lendl verbinde. "Wir haben den gleichen Sinn für Humor", meinte Murray. Courier, früher wie Lendl Nummer eins der Welt und heute TV-Experte, guckte, als habe er in seinem ganzen Leben noch nie etwas Verrückteres gehört. "Reden wir über den gleichen Ivan Lendl?", fragte der Amerikaner entgeistert.

Aber Lendl ist mittlerweile in der Tat für jeden Spaß zu haben. An den erbitterten Kämpfer, dem als Aktiver für den Erfolg jedes Mittel recht war, erinnert nichts mehr. Als während eines der Murray-Spiele direkt vor ihm eine Fernsehkamera installiert wurde, warf er kurzerhand ein Handtuch darüber. "Gegen die Hitze", witzelte Lendl, der nicht im Mittelpunkt stehen will.

In Melbourne ist das ungleiche Duo mit den ungeahnten Gemeinsamkeiten nun auf einem guten Weg. Murray marschierte so fokussiert durchs Turnier wie Lendl in seinen besten Zeiten. So beäugt auch die Konkurrenz Murray voller Respekt. "Die Arbeit mit Ivan scheint ihm gut zu tun", sagte Halbfinal-Gegner Djokovic. "Andy macht einen sehr starken Eindruck."

Video: Roger Federer im Eurosport-Interview

ITW Federer

TV-Tipp:

Eurosport berichtet vom 16. bis 29. Januar Live im TV und im Eurosport Player von den Australian Open. Dazu berichten wir auf eurosport.yahoo.de ebenfalls live und ausführlich vom ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres.

Eurosport / dpa

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