Afrika-Cup - Angola gibt Matchball aus der Hand
Angola ist im zweiten Vorrundenspiel gegen den Sudan nicht über ein 2:2 (1:1) hinausgekommen. Manucho brachte den Favoriten zweimal begünstigt durch haarsträubende Abwehrfehler in Front, Mohamad Ahmed sorgte aber jeweils für den Ausgleich. Der 120. der FIFA-Weltrangliste wahrt damit seine Chance.
Die Lehren:
In einer größtenteils fahrigen Partie geht das Unentschieden völlig in Ordnung. Angola ging beide Male begünstigt durch einen schlimmen Abwehrfehler in Führung, brachte diese aber nicht über die Zeit. Nach dem Ausgleich zum 2:2 war der Sudan das aktivere Team, besonders gefährlich wurde es allerdings auf beiden Seiten nicht mehr. Angola blieb im Spiel nach vorne einiges schuldig und versuchte nach seinen Führungstreffern zu früh, das Spiel zu verwalten. Damit hat der WM-Teilnehmer von 2006 den vorzeitigen Sprung ins Viertelfinale verpasst, aber weiterhin alle Trümpfe in der Hand. Im abschließenden Vorrundenspiel gegen die Elfenbeinküste bedarf es jedoch einer deutlichen Leistungssteigerung. Bitter war der Ausfall von Nando Raffael, der nach seinem 27-minütigen Einsatz das Feld aufgrund einer Schulterverletzung wieder verlassen musste.
Sudan hat sich mit der Punkteteilung eine Minichance aufs Weiterkommen bewahrt. Der Afrika-Cup-Sieger von 1970 musste die schweren individuellen Patzer zu Beginn beider Hälften verkraften. Die "Wüstenfalken" bewiesen gute Moral und schlugen zweimal zurück. Im Gegensatz zu den vergangenen Teilnahmen beim afrikanischen Kontinentalturnier, kann der Außenseiter nun immerhin einen Punkt verbuchen. Mit Burkina Faso hat man es zum Abschluss mit einem Kontrahenten auf Augenhöhe zu tun.
Die Highlights:
5. TOOOR für Angola! 1:0 durch Manucho Alberto! Böser Schnitzer von Nagm Eldin, der den Ball leichtsinnig an Manucho verliert. Dieser läuft allein auf den Keeper zu und trifft mit einem platzieren Schuss ins linke untere Eck.
32. Da war wieder so ein Fehler. Flavio wäre beinahe der Nutznießer eines Missverständnisses in der sudanischen Abwehr gewesen. Er bleibt aber am letzten Verteidiger hängen.
33. TOOOR für Sudan! 1:1 durch Ahmed Bashir. Ahmed schraubt sich nach einer Flanke von der rechten Seite in der Mitte zwischen zwei Verteidiger hoch und köpft den Ball in die Maschen.
38. Wunderbares Zusammenspiel zwischen Manucho und Djalma, der aus kurzer Distanz abschließt. Ein sudanischer Verteidiger rettet in höchster Not für seinen schon geschlagenen Keeper.
44. Schöne Aktion: Tahir zieht nach einer Hereingabe aus 18 Metern volley ab, verzieht aber leicht.
50. TOOOR für Angola! 2:1 durch Manucho! Der Angreifer verwandelt den fälligen Foulelfmeter im linken, unteren Eck. Fast wäre Akram da noch herangekommen.
74. TOOOR für Sudan! 2:2 durch Ahmed Basheer! Ein böser Fehler von Vunguidica, der gerade erst auf den Platz gekommen ist. Sein verunglückter Versuch, den Ball im 16-Meterraum zu kontrollieren, fällt Ahmed vor die Füße. Der hämmert die Kugel aus sieben Metern ins Tor.
79. Konterchance für den Sudan. Sie spielen den Angriff aber etwas zu umständlich, Alrahman kommt aus halblinker Position zum Abschluss. Zu harmlos für den angolanischen Keeper.
85. Gefährlicher Eckball des Sudans: Der Ball segelt durch den Strafraum, Muawia bekommt den Ball vor die Füße. Er ist jedoch zu überrascht, damit ist die Chance vertan.
87. Manucho versucht es mit einem Schuss fast von der Mittellinie! Er hat gesehen, dass Akram zu weit vor seinem Kasten steht. Glück für den Keeper, die Kugel geht knapp drüber.
Der Kracher: Manucho und Ahmed
Die beiden Offensivakteure haben ihren Job gemacht. Sie nutzten die Nachlässigkeiten der gegnerischen Hintermannschaft gnadenlos aus und schnürten jeweils einen Doppelpack. Ihre Mitspieler verpassten es, die Angreifer häufiger in Szene zu setzen. Manucho hat mit drei Treffern die Führung in der Torschützenliste übernommen, da er auch schon gegen Burkina Faso erfolgreich war.
Im Abseits: Beide Abwehrreihen
Es begann in der fünften Minute, als Nagm Eldin mit einem leichtsinnigen Ballverlust den Führungstreffer Angolas einleitete. Das Foul, das zum Strafstoß führte, war ebenso überflüssig. Der Ausgleich des Sudans erfolgte nach einem bösen Patzer in der angolanischen Hintermannschaft, als drei Abwehrspieler die Situation nicht bereinigen konnten und der Ball Ahmed vor die Füße fiel. Auf beiden Seiten war die Defensive alles andere als sattelfest.
Statistik: 5
Fünf gehaltene Bälle von beiden Torhütern zusammen sind ein Indiz dafür, dass die Partie wenig Strafraumszenen zu bieten hatte. Vier Treffer klingen zwar nach einem Offensivspektakel, das war es allerdings überhaupt nicht. Die Begegnung spielte sich größtenteils zwischen den Strafräumen ab und war geprägt von vielen Ballverlusten und Unterbrechungen. Die schlimmen Abwehrschnitzer wurden also benötigt, um für Torgefahr zu sorgen.
TV-Tipp:
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