Eurosport - Sa 26.Jan. 12:00:00 2008
Was für ein Auftakt für Andre Greipel: Der Rostocker vom Team High Road hat mit seinem dritten Etappensieg bei der Tour Down Under am vorletzten Tag auch die Gesamtführung übernommen. Auf der 5. Etappe setzte er sich im Sprint gegen den Australier Allan Davis und Jose Benitez (Spanien) durch.
"Im letzten Jahr hätte ich das noch für unmöglich gehalten - jetzt bin ich Spitzenreiter der Tour Down Under, das ist fantastisch", freute sich der 25-jährige Sprinter, der auf dem Podium von Miguel Indurain beglückwünscht wurde. In der Gesamtwertung liegt er vor den abschließenden 88 Kilometern auf einem Rundkurs in Adelaide sieben Sekunden vor Davis, der ihm das Leben aber "bis zum letzten Meter" schwer machen will.
Auf der schwersten Etappe der Rundfahrt gelang es allen Angreifern nicht, die Topsprinter abzuschütteln, so dass es nach den 147km in Willunga einmal mehr zu einem Sprintfinale kam. Dabei bot der Anstieg zum "Willunga Hill" eine ideale Möglichkeit zum Angriff, doch die Teams von Greipel und Davis stellten die kletterstarken Fahrer rechtzeitig auf dem Flachstück ins Ziel.
Am Fuß der Bergwertung machte Adam Hansen (High Road) das Tempo für Greipel, der im Unterschied zum bisherigen Spitzenreiter Mark Renshaw (Credit Agricole) bergan gut mithalten konnte. Zwar gelang es einigen Topfahrern wie David Moncoutié (Cofidis), Luis Leon Sanchez (Caisse d'Epargne) und Philippe Gilbert (Francaise des Jeux), sich bei der Bergwertung etwas abzusetzen, doch ihr Vorsprung war zu gering. Angeführt vom unermüdlichen Hansen wurden die Ausreißer wieder gestellt und rund 40 Fahrer sprinteten um den Sieg. Renshaw aber konnte den Anschluss nicht mehr herstellen und musste seine Träume vom Podium begraben.
Zu Beginn der Etappe hatte sich Carlo Westphal vom Team Gerolsteiner zusammen mit dem Neuseeländer Greg Henderson (High Road) in einer Ausreißergruppe in Szene gesetzt. Zwar wurden die Angreifer rund 30 Kilometer vor dem Ziel wieder gestellt, doch der junge Deutsche hatte die beiden Zwischensprints des Tages für sich entschieden und sich den Preis für den kämpferischsten Fahrer des Tages redlich verdient. "Wir wollten mal was probieren. Das ist uns gelungen", sagte der Sportliche Leiter Reimund Dietzen und fügte an: "Carlo ist wirklich ein tolles Rennen gefahren. Das war eine starke Leistung."
Nicht ins Ziel kam Ex-Weltmeister Igor Astarloa (Spanien), womit das Aufgebot von Team Milram weiter schrumpfte.
Andreas Schulz / Eurosport