EM 2008 - DHB-Team scheitert nach Halbfinal-Drama

Eurosport - Sa 26.Jan. 23:31:00 2008

Deutschland hat bei der EM in Norwegen das Endspiel knapp verpasst. Im Halbfinale musste sich der Weltmeister in Lillehammer Dänemark nach einem Thriller mit 25:26 (13:10) geschlagen geben. Lars Christiansen verwandelte drei Sekunden vor Schluss den entscheidenden Siebenmeter für Dänemark.

HANDBALL 2008 Euro Germany Denmark Glandorf - 0

Die Mannschaft von Bundestranier Heiner Brand präsentierte sich vor rund 6.000 Zuschauern in der Hakons Hallen von der ersten Minute an hellwach und auch der Mittelblock, wo Nachrücker Frank von Behren den verletzten Abwehrchef Oliver Roggisch vertrat, kam gut in die Partie.

Trotzdem geriet die DHB-Auswahl in der von den Abwehrreihen bestimmten Anfangsphase zunächst in Rückstand und so führten die Dänen nach 18 Minuten mit 7:5. Nach der ersten Auszeit übernahm Michael Kraus für Kapitän Markus Baur die Spielregie. Dadurch kam mehr Dynamik ins Spiel der deutschen Mannschaft.

Mit sieben Treffern in Folge schien das Brand-Team die Partie zu seinen Gunsten drehen zu können und enteilte auf 12:7 (28.). Schlussmann Johannes Bitter vernagelte in dieser Phase seinen Kasten förmlich und ließ kein Gegentor zu. "Nach der 12:7-Führung haben wir etwas den Faden verloren. Wir hätten disziplinierter weiterspielen müssen", analysierte Brand nach der Partie. Trotzdem ging der Weltmeister mit einer 13:10-Führung in die Kabine.

Substanzverlust macht sich bemerkbar

Angetrieben von ihren zahlreichen und lautstarken Anhängern starteten die Dänen im zweiten Durchgang eine Aufholjagd. Der deutsche Pausenvorsprung war schnell aufgebraucht und mit dem starken Torhüter Kasper Hvidt als Rückhalt ging Dänemark mit 17:16 (41.) in Führung. "In der zweiten Halbzeit hatten wir Schwierigkeiten, Tore zu erzielen", erklärte der Bundestrainer.

Im weiteren Verlauf machte sich der Substanzverlust im deutschen Team im siebten Spiel in zehn Tagen bemerkbar. Unter Aufbietung der letzten Reserven hielt die DHB-Auswahl nach eigener 21:20-Führung (50.) die Partie bis zum Ende offen. Doch es reichte nicht ganz, obwohl Kraus 45 Sekunden vor Abpfiff der Ausgleich zum 25:25 gelang. Christiansen verwandelte die Hakons Hallen wenige Augenblicke vor Spielende mit einem verwandelten Strafwurf in ein rot-weißes Jubelmeer.

Nun gegen Frankreich

Deutschland bekam die Härte des eng gestrickten Turnierkalenders auch im Halbfinale zu spüren. Rechtsaußen Florian Kehrmann musste wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel lange behandelt werden. Sein Kollege auf der Außenbahn, Christian Zeitz, hatte nach einem Foul mit Rücken-Problemen zu kämpfen. Ein Einsatz im Spiel um Platz drei ist damit fraglich.

Dort trifft die deutsche Mannschaft am Sonntag (13:30 im eurosport.yahoo.de Live-Ticker) auf den entthronten Titelverteidiger Frankreich, der zuvor sein Semifinale gegen Olympiasieger Kroatien knapp mit 23:24 (9:11) verloren hatte. "Wir werden nun alles versuchen, um gegen die Franzosen zu bestehen. Bronze ist ja auch was", zeigte sich Kapitän Baur zwar enttäuscht, aber nicht niedergeschlagen.

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