Australian Open - "Ballmaschine" zerlegt Federer

Eurosport - Sa 26.Jan. 03:28:00 2008

Mit einer Gala-Vorstellung spielte sich Novak Djokovic ins Finale der Australian Open. Der 20-jährige Serbe schickte den Schweizer Weltranglisten-Ersten Roger Federer nach Hause. Nach zwei Stunden und 28 Minuten war der 7:5, 6:3, 7:6-Erfolg der Nummer drei der Welt unter Dach und Fach.

TENNIS 2008 Australian Open Semifinal Federer R. - Djokovic N. Djokovic - 0

Djokovic war zu jeder Zeit des Matches der stärkere Mann in der Rod Laver Arena, zeigte keine Schwächephase. Vor allem bei den Big Points war der Serbe ("ich bin mit dem Druck gut umgegangen") an diesem Tag unantastbar. Kaum roch Federer seine Chance, konterte der 20-Jährige mit seinem starken Aufschlag und brachte den Schweizer zur Verzweiflung. "Ich bin zufrieden mit der Art und Weise, wie ich gespielt habe. Es hat gut geklappt mit dem Service", stapelte Djokovic tief. Insgesamt brachte es der Mann aus Belgrad auf 13 Asse und machte mit seinem ersten Aufschlag zu 78 Prozent den Punkt.

"Ich hätte gerne besser gespielt, aber ich wusste, dass solche Tage kommen werden. Ich habe mich nicht so gut bewegt und nicht so gut aufgeschlagen. Er hat einfach die wichtigen Punkte gemacht", kommentierte Federer seine Niederlage. Erstmals seit den French Open 2005 verpasste der 26-Jährige ein Endspiel bei einem Grand-Slam-Turnier. "Ich bin enttäuscht, aber ich schaue nach vorne", merkte der Schweizer an.

Federer unter Druck

Im ersten Satz schien für die Nummer eins der Welt noch alles nach Plan zu laufen. Nach zwei abgewehrten Breakbällen durchbrach Federer Djokovic' Aufschlag im siebten Game, wovon sich der Serbe aber nicht beeindrucken ließ. Bei 5:3 servierte Federer zum ersten Satzgewinn, konnte den Sack aber nicht zumachen. Der Weltranglisten-Dritte nutzte seinen einzigen Breakball und gab in der Folge kein Spiel mehr ab.

Mit dem ersten Satz im Rücken und einem gesteigerten Selbstbewusstsein setzte der 20-jährige Serbe den Titelverteidiger weiter unter Druck und zog mit zwei Breaks auf 5:1 davon. Federer wollte den Satz aber nicht so einfach abgeben, kämpfte sich noch einmal heran. Zu mehr als einem Re-Break reichte es jedoch nicht.

Zu Beginn des dritten Satzes reichte Federer ein 0:40 nicht zum Break. Aber auch Djokovic nutzte seine Breakchancen nicht. In der Folge meisterten beide Akteure ihre Aufschlagspiele relativ problemlos - bis zum 6:5. Da kam für den zwölffachen Grand-Slam-Sieger wieder Hoffnung auf. Doch die Nummer drei der Welt machte zwei Satzbälle des Schweizers zunichte und servierte sich ins Tie-Break. Dort hatte Federer anfangs die Nase vorn, führte mit 3:1, konnte den Vorsprung aber nicht verteidigen. Beim 6:5 nutzte der Serbe aber seinen ersten Matchball und zog zum zweiten Mal in seiner Karriere in ein Grand-Slam-Finale ein.

Finale gegen Tsonga

"Ich habe alles versucht, habe gekämpft, aber ich habe viele Chancen verpasst. Wenn ich den ersten Satz gewonnen hätte, wäre das Match vielleicht anders gelaufen. In drei Sätzen zu verlieren ist natürlich brutal, aber eigentlich ist es mir auch egal, ob ich in drei oder fünf Sätzen verliere", sagte Federer.

Im Finale trifft "Ballmaschine" Djokovic nun auf den Überraschungsmann des Turniers, Jo-Wilfried Tsonga. "Das Finale gegen Tsonga wird richtig interessant. Dieses Endspiel hätte sicher niemand erwartet", meinte der Serbe, der der Meinung ist, dass es gut sei, "ein paar junge Gesichter im Finale zu haben."

Birgit Riezinger / Eurosport