Fuentes, die Zweite? Dopingnetz enttarnt

Eurosport - Mi 25.Nov. 08:59:00 2009

Die spanische Polizei hat ein Dopingnetz aufgedeckt und rund ein Dutzend Verdächtige festgenommen. Unter ihnen seien mehrere Ärzte und Apotheker, die verbotene Mittel wie EPO und Wachstumshormone an Sportler verabreicht hätten, teilten die Behörden in Madrid mit.

CYCLING Feature Doping EPO - 0

Gut drei Jahre nach der Aufdeckung des großen Skandals um die "Operación Puerto" hat die spanische Polizei erneut ein Dopingnetz zerschlagen. Der Kopf der jetzt aufgedeckten Organisation soll der peruanische Sportarzt Walter Viru gewesen sein, ein Ex-Kollege des Dopingarztes Eufemiano Fuentes. Beide waren einst Teamärzte in der Kelme-Mannschaft.

Die Beamten nahmen in Valencia, Barcelona, Murcia und Granada insgesamt elf Verdächtige fest, darunter auch die Ehefrau und zwei Söhne des Mediziners. Wie die Polizei mitteilte, wurden 15 Arztpraxen, Apotheken sowie Wohnungen durchsucht und dabei große Mengen an Wachstumshormonen, EPO und anderen Dopingmitteln sichergestellt.

Top-Leichtathlet betroffen?

In den Skandal soll auch einer der erfolgreichsten spanischen Leichtathleten verwickelt sein, der Geher Francisco "Paquillo" Fernández. Der 32-Jährige hatte bei den Olympischen Spielen 2004 im 20-Kilometer-Gehen die Silbermedaille gewonnen, war zweimal Europameister (2002, 2006) und dreimal Vize-Weltmeister (2003, 2005, 2007). Der Leichtathlet bestritt die Vorwürfe.

"Ich habe nie etwas mit Doping zu tun gehabt", betonte er in einer Erklärung. Er kenne Viru zwar, habe dessen Dienste aber nicht in Anspruch genommen. Fernandez wurde nicht festgenommen, denn nach spanischem Recht können wegen Dopings nur Sportärzte, Manager und Zwischenhändler verurteilt werden, nicht aber die Sportler.

"Wäre fast gestorben"

Der Peruaner Viru war schon bei der Operación Puerto ins Visier der Ermittler geraten, denn er hatte zusammen mit Fuentes die Radprofis des damaligen Rennstalls Kelme medizinisch betreut. Im entscheidenden Augenblick hatte er aber das Glück auf seiner Seite: Weil die Polizei nicht genug Beamte auf den Fall ansetzen konnte, beschränkten die Ermittler sich auf die Dopinglabors in Madrid. Der in Valencia praktizierende Viru blieb verschont.

Dies war nicht das erste Mal, dass der Peruaner sich als Glückspilz erwies. Im Jahr 2000 nahm er nach Angaben der Zeitung 'El País' bei der Portugal-Rundfahrt im Wallfahrtsort Fátima nach einer Lebensmittelvergiftung zu viele Medikamente ein und wäre beinahe daran gestorben, wenn die Ärzte eines anderen Radteams ihn nicht gerettet hätten.

Der Radprofi Jesús Manzano, der maßgeblich zur Aufdeckung von Dopingpraktiken beitrug, beschuldigte Viru 2004, ihn systematisch gedopt zu haben. Einmal habe der Arzt sogar einen für ihn bestimmten Blutbeutel mit dem eines Teamkameraden verwechselt, berichtete Manzano. "Ich wäre beinahe daran gestorben." Die Ermittlungen gegen den Peruaner wurden aber eingestellt.

Otxoa festgenommen

Nach der Auflösung von Kelme zog Viru, der als Medizinstudent nach Spanien gekommen war, sich aus dem Profi-Sport zurück und kümmerte sich um Privatpatienten und Amateursportler. Einer seiner Söhne betrieb eine Apotheke, die Dopingmittel vertrieben haben soll.

Unter den jetzt Festgenommenen waren auch der Radprofi Pedro Vera (Team Contentpolis) und der paralympische Radsportler Javier Otxoa. Beide sollen andere Sportler mit Dopingmitteln versorgt haben. Otxoa war bis zu einem Unfall 2001 ein renommierter Radprofi im Kelme-Rennstall gewesen, der bei der Tour de France eine Etappe gewann.

Bei der Operación Puerto, dem größten Dopingskandal in der Radsportgeschichte, waren 2006 über 50 Radprofis mit Doping in Verbindung gebracht worden. Es wurden aber weder Fuentes noch dessen Mitarbeiter vor Gericht gestellt, weil Spanien noch kein Dopinggesetz hatte. Heute drohen Dopingärzten bis zu zwei Jahre Haft.

dpa / Eurosport

Kommentare 1 - 14 of 14

Kommentare sortieren: Aktualität | Meist bewertet
  1. wann kommen diese dreckigen verbrecher endlich hinter­ gittern!!!!!

    Von seife1001, am Mo 30.Nov. 10:42
  2. Spanische Netze lassen bekanntlich alle durchschlüpfen­ - also wieder mal viel Wind um nichts - saure­ Gurkenzeit - gäääähn

    Von ogahtrak, am So 29.Nov. 10:46
  3. @Lieber Paparazzi, Du hast mich auch aus das Sellle­ geschriepen. ( Oder ist geschreipen richtig ? )

    Von Madalyn, am Fr 27.Nov. 14:26
  4. Lieber Andreas,
    da hast Du mir aus der Selle­ geschrieben. Sportler die ohne Dopen nach vorn wollen,­ will im Grunde keiner, weil mit den bescheidenen­ menschlichen Leistungen kein Geld zu verdienen ist. Im­ Grunde liegen im Dopen die gleichen Lehrsätze, wie auch­ in der letzten Weltwirtschaftskrise. Man muss das­ gesellschaftliche Problem global sehen. der Zuschauer­ Zuhause, ist der eigentliche Dumme, der anscheinend die­ Weißheit über Natur- und Dopingleistung aufgrund von­ gezielten Nachrichten unterscheiden kann. Weit gefehlt,­ wenn nicht Lichtjahre zurück. Hier werden die Presse­ und Gerichte instrumentalisiert, um den wahren­ Tatsachen mit Augenwischerei in die Verschränkung zu­ wissen. Da produzieren Tailand, Russland und­ Deutschland Megatonnen an Anabolika am Tag und wir­ überführen pro Monat einen Sportler? Der wird uns zum­ Fraß vorgeworfen, damit unser Hunger nach Falschmeldung­ bestehen bleibt.

    Na dann, Guten Appetit!

    Peter­ Rentzsch

    Von Paparazzi, am Fr 27.Nov. 11:36
  5. was sind denn die ursachen für das doping, ganz einfach­ der mensch ist an seine eigenen grenzen der leistung­ gestossen und um weiter besser zu sein als der andere­ und damit am zipfel des geldes zu nagen muss er halt­ dopen, im grunde weiss es jeder das es ohne nicht geht­ und der kampf gegen doping ist im endeffekt auch nur­ was zur gewissensberuhigung. beim fussball weiss auch­ jeder das spiele versoben werden und wurden und das­ auch nur weil da so viel geld im spiel ist, also wird­ sich daran nichts ändern.

    Von Andreas W, am Fr 27.Nov. 9:30
  6. Liebe Sportfreunde und sehr geehrte Funktionäre der­ Dopingkontrollen.

    Mich wundert jetzt ehrlich Eure­ plötzliche Panik in Sachen Doping. 1999, 2001 und 2002­ habe ich nach eigenen Wettkämpfen beim Deutschen­ Sportverband darauf hingewiesen, dass­ Haupt-Kampfrichter, deren Namen von mir benannt wurden,­ Dopingkontrollen durchführten, dieselben mir nach dem­ Wettkampf Anabolika angeboten haben. Darauf hin gab­ ich gleich eine Beschwerde ab und hängte den Sport an­ den Nagel. Weder der Sportverband Nabba, noch der­ Deutsche Kraftsportverband hatten sich für mein­ Anliegen interessiert. Diese Praktik erschien auch in­ meinem Buch. Trotzdem war keine Interesse vorhanden das­ Dealen mit Anabolika einzudämmen. Jetzt muss ich eine­ Frage stellen: "Ist je ein bekannter Dealer in­ weiß oder als Verbandsfunktionär, so hart bestraft­ worden wie derjenige Sportler, der sich unter Umständen­ ohne Wissen dieses Zeug zugeführt hat - bestraft­ worden?" In der Öffentlichkeit wird viel zu oft­ darauf hingewiesen, dass der Sportler der eigentliche­ Nutzer von Dopingbetrug wäre - ist leider nicht so.­ Denn, hier ist eine ganze Maschinerie, die den­ Fußballwettskandal in den Schatten stellt.

    Vielleicht­ gilt auch diese Praktik in Sachen­ "Pechstein". Wer nicht mitspielt wird des­ Dopings überführt!
    Wo sind denn die Hintermänner von­ Jan Ulrich? Vielleicht im Team derer, die jetzt von dem­ Urteil an Claudia Pechstein Profitieren?

    Ich bleibe­ dran!

    Von Paparazzi, am Fr 27.Nov. 7:49
  7. W tym forum, trzeba napisac niemieckim. Jezeli kazdy­ pisze w swoim jezyku, ze nie jest mozliwe dla­ wszystkich. Dlaczego tak wielu doniesien o dopingu. Nr­ artykulu bez.

    Von Raimund00, am Do 26.Nov. 15:20
  8. Dopende Radler scheinen sich beim pedalieren permanet­ aufs eigene Hirn zu trampeln

    Von ogahtrak, am Do 26.Nov. 14:37
  9. Doping im Radsport? Niemals!

    Von machodijai, am Do 26.Nov. 11:16
  10. ja ja, kelme, das waren noch zeiten, mittelchen gabs­ damals bestimmt auch, was es nicht gab war diese­ andauernde dopingpolemik.

    Von topschmarrn, am Do 26.Nov. 9:26
  11. Livestrong
    Wie wenig du im Hirn hast.Das Beweist wieder­ einmal dein Kommentar!
    Es kann Niemals eine Positve­ Dopingprobe von mir geben!
    Da ich Nachweisbar Niemals­ in meinem Leben gedopt habe! Und einen Eid darauf­ Schwören kann! Ich muss mich schon Fragen wievieleI­ Geisteskranke "Dopingjäger" wie du,Geistern­ hier im Forum herum!

    Von ruopph, am Mi 25.Nov. 21:15
  12. passiert eh nichts weiter... gääähnnn²

    Von rippedcurls, am Mi 25.Nov. 11:02
  13. Und in Deutschland gibt es keine Doping-Aerzte­ ?????????????????????????????????????????

    Von Solar - m, am Mi 25.Nov. 7:27
  14. solange nichts passiert­ -----------------------------------GÄHN

    Von tpietzka, am Di 24.Nov. 22:16
Kommentare sortieren: Aktualität | Meist bewertet

Kein Yahoo!-Nutzer? Kostenlos .