Frauen-WM 2009 - DHB-Triumph nach Siebenmeter-Krimi

Eurosport - So 27.Sep. 19:31:00 2009

Die deutschen Frauen haben beim World Cup Platz drei belegt. Im packenden "kleinen Finale" des Turniers im dänischen Aarhus besiegte der EM-Vierte Gastgeber Dänemark mit 36:34 nach Siebemeterwerfen. Nach der regulären Spielzeit hatte es 28:28 (17:11) gestanden. Turniersieger wurde Rumänien.

Handball 2009 World Cup Germany Denmark - 0

Vor rund 2.500 Zuschauern in der NRGI Arena warf Nadine Krause (5) die meisten Tore für die deutsche Mannschaft. Im Vorjahr hatte das neu formierte Team von Bundestrainer Rainer Osmann das Spiel um Platz drei verloren. Sieger des exzellent besetzten Turniers wurde Rumänien. Der WM-Vierte entschied das Finale gegen Olympiasieger und Europameister Norwegen mit 28:27 (19:13) für sich. Die Rumäninnen hielten der Aufholjagd des Favoriten stand und sicherten sich die Siegprämie von 25 000 Euro.

Schwachstelle Chancenverwertung

Trotz Platz drei hat Bundestrainer Rainer Osmann zehn Wochen vor der Weltmeisterschaft noch eine Menge Arbeit vor sich. Der Umbruch im Team der deutschen Frauen macht nach guten Leistungen bei der "Mini-WM" im dänischen Aarhus Hoffnungen auf Edelmetall, die schwache Wurfausbeute bereitet dem Coach aber noch große Sorgen. "Wir müssen uns vor allem bei der Chancenverwertung verbessern", forderte der Eisenacher Osmann und monierte: "Wir erspielen uns viele gute Gelegenheiten, bringen den Ball dann aber nicht im Tor unter."

Einen Tag nach der 24:30-Niederlage im Halbfinale gegen Rumänien zeigte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) im "kleinen Finale" Nervenstärke. Im packenden Spiel um Platz drei bezwang der EM-Vierte am Sonntag Gastgeber Dänemark im Siebenmeterwerfen mit 8:6. Die ehemalige Welthandballerin Nadine Krause hatte das DHB-Team mit ihrem fünften Treffer kurz vor Spielende ins Siebenmeterwerfen gerettet.

"Mit den Top-Nationen mithalten"

Reserven sieht Osmann bei seinen Spielerinnen in der körperlichen Fitness: "Eine WM ist nicht nach drei Tagen vorbei. Man muss sich die Kräfte anders einteilen als jetzt beim World Cup, wo nach drei Spielen der Zeiger nach unten ging." Immerhin stehen vor dem Jahreshöhepunkt vom 5. bis 20. Dezember in China noch die ersten beiden Spiele der Qualifikation zur Europameisterschaft 2010 an. Am 14. Oktober startet das DHB-Team in Wetzlar gegen Slowenien, am 18. Oktober folgt das Auswärtsspiel beim vermeintlich leichtesten Gegner Italien. "Wir haben beim World Cup bewiesen, dass wir mit den Top-Nationen mithalten können. Mit diesem Selbstvertrauen müssen wir auch in die Qualifikation gehen", sagte Rückraumspielerin Krause.

Die frühere Welthandballerin, die beim Turnier im dänischen Aarhus ihr Comeback im Nationalteam feierte, bemängelt bei der deutlich verjüngten Mannschaft die fehlende Konstanz. Auf starke Leistungen wie dem knappen 25:26 gegen Olympiasieger Norwegen folgte ein Absturz im Halbfinale gegen Rumänien. Rekord-Nationalspielerin Grit Jurack, die aufgrund ihrer Schwangerschaft fehlt, ist aber optimistisch: "Die Mannschaft ist auf einem guten Weg, hat viele positive Ansätze gezeigt. Dennoch wartet einiges an Arbeit und Feinabstimmung", erklärte die 31-Jährige im Gespräch mit Eurosport. Die Leipzigerin hatte das Turnier für den TV-Sender als Expertin begleitet.

Lob von der Konkurrenz erntete das junge Rückraum-Duo Susann Müller (Leipzig) und Franziska Mietzner (Frankfurt/Oder). "Das ist die Zukunft des deutschen Frauen-Handballs", sagte Russlands Nationaltrainer Jewgeni Trefilow: "Wenn sie ihre Chancenverwertung und ihr Defensiv-Verhalten noch verbessern, werden sie absolute Weltklasse." In der schweren WM-Vorrundengruppe in Wuxi trifft die deutsche Mannschaft auf Dänemark, Schweden, Frankreich, Brasilien und den Kongo.

TV-Tipp:

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Tobias LAURE / Eurosport

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