Cottbus (dpa) - Der SC Cottbus hat sich zur erfolgreichsten deutschen Turn-Mannschaft aufgeschwungen. Die Lausitzer sicherten sich mit einem 31:25-Erfolg gegen die TG Saar im Finale der Deutschen Turn-Liga (DTL) in Eppelheim nach 1991, 1992, 1999, 2000, 2003 und 2006 zum siebten Mal den Titel.
Damit zog der SC mit dem bisherigen Rekordmeister KTV Stuttgart gleich. Bis zum frühen Morgen feierte die Riege um die Nationalmannschafts-Turner Robert Juckel, Brian Gladow, Steve Woitalla und den verletzten Philipp Boy in einer Kneipe der Heidelberger Innenstadt ihren Sieg.
«Das DTL-Finale ist das nationale Highlight im Jahr. Den Titel will jeder haben, und die TG hat es uns ganz schön schwer gemacht. Entsprechend groß ist natürlich die Freude», sagte Robert Juckel, der mit der Nationalmannschaft zu den vorolympischen Wettkämpfen nach Peking fliegt.
Besonders umlagert in der Rhein-Neckar-Halle war nach dem Erfolg der Cottbuser Philipp Boy. Dabei hatte der WM-Dritte von Stuttgart mit der deutschen Riege nicht eine Übung im Finale absolvieren können. Trotzdem musste der Sonny-Boy des deutschen Turnens jungen Mädchen Autogramm in Hülle und Fülle schreiben, für Fotos posieren und Küsschen geben. Im Finale war Boy aufgrund einer Schulteroperation zum Zuschauen gezwungen. Kommende Woche endet für ihn die sechswöchige Zwangspause. «Dann darf ich wieder die Schulter belasten», so Boy, dem Mitte Oktober ein entzündeter Schleimbeutel entfernt worden war.
Vor dem Jubel von Boy, Juckel & Co. stand indes eine Zitterpartie. Die TG Saar, die erstmals seit 1982 wieder um die Meisterschaft turnte, zeigte sich als hartnäckiger Gegner und hielt vor allem dank einer starken Vorstellung am Barren bis zum letzten Gerät das Finale offen. Am Barren haben wir uns nervös machen lassen, stellte Steve Woitalla fest. So stand der Erfolg des SC Cottbus erst fest, als der Berliner Brian Gladow als allerletzter Turner des Abends seine Übung nervenstark fehlerfrei zu Ende gebracht hatte. «Ich hatte mit einem Krimi gerechnet. So zu gewinnen, ist natürlich genial», freute sich SCC-Trainer Karsten Oelsch, der im Ukrainer Roman Zozulja (8) seinen besten Punktesammler hatte.
Die Trauer der Saarländer nach der verpassten Meisterschaft hielt sich aufgrund der starken Saison in Grenzen. Immerhin wurden der KTV Straubenhardt und das Turn-Team Stuttgart auf die Plätze verwiesen. «Wir hatten schon mit dem Erreichen des Finales mehr erreicht, als wir uns erträumen konnten», bilanzierte TG-Manager Paul Rupp. Kleiner Trost: Anton Fokin erwies sich als bester Punktesammler (10) im Finale. Schon in der regulären Saison war der WM-Dritte aus Usbekistan der erfolgreichste Scorer.



