Tolles Eis-Comeback von Olympiasieger Pluschenko

So 25.Okt. 11:44:57 2009

Moskau (dpa) - Dreieinhalb Monate vor den Winterspielen in Vancouver hat Eiskunstlauf-Olympiasieger Jewgeni Pluschenko beim Grand Prix in Moskau ein triumphales Comeback gefeiert. Der Russe gewann den Cup of Russia und meldete sich mit 240,65 Punkten als Medaillenanwärter zurück.

«Ich habe allen gezeigt, dass ich noch der Boss bin. Das ist ein tolles Gefühl», sagte der 26- Jährige, der sich nach seinem Olympiasieg 2006 vom Wettkampfsport verabschiedet hatte. Die deutschen Teilnehmer konnten beim zweiten Grand Prix der Saison hingegen nicht glänzen: Annette Dytrt landete nach einigen Stürzen auf dem vorletzten Platz, die Eistänzer Carolina Hermann/Daniel Hermann belegten gar den letzten Rang.

Pluschenko ließ indes keinen Zweifel daran, dass er in Vancouver nach Silber 2002 und Gold 2006 seine dritte olympische Medaille holen will. Verlernt hat er nichts. Technisch war der dreifache Weltmeister präzise wie immer, künstlerisch hat er dazugewonnen, auch wenn er sich in der Kür Tango Amore vor allem auf die Sprünge konzentrierte. «Natürlich habe ich noch viel Arbeit vor mir. Das Programm ist noch nicht ganz ausgereift, es kommt noch einiges an Choreographie dazu», sagte Pluschenko, der bei der EM in Tallinn starten will und dort wahrscheinlich auf den ebenfalls zurückgekehrten zweifachen Weltmeister Stéphane Lambiel aus der Schweiz und Europameister Brian Joubert aus Frankreich treffen wird.

Einen schwachen Eindruck hinterließ die deutsche Meisterin Dytrt bei ihrem internationalen Saisondebüt. «Vielleicht war ich mental noch nicht richtig auf den Wettkampf eingestellt, denn ich habe erst am vergangenen Donnerstag erfahren, dass ich hier laufen werde», meinte Dytrt, die kurzfristig nachnominiert worden war. «Jetzt laufe ich am nächsten Wochenende in Graz und dann in Nagano bei meinem zweiten Grand Prix. Ich glaube, viele Wettkämpfe werden mir helfen.» Mit 109,74 Zählern verpasste die Münchnerin die Olympia-Norm von 128 Punkten deutlich und muss nun bei den nächsten Wettkämpfen zulegen.

Bereits zum zweiten Mal blieben die Eistanzgeschwister Hermann unter der Norm. Sie erreichten 134,69 Punkte, gebraucht hätten sie 145. Carolina Hermann stürzte in der Kür in der Kreisschrittfolge, so dass nicht mehr als der neunte Platz drin war. Die Dortmunder konnten bisher noch nicht an ihre gute Form aus der vergangenen Saison anknüpfen, als sie bei der WM in Los Angeles einen Olympia-Startplatz für Deutschland ertanzten. Sieger im Eistanz wurden die Amerikaner Meryl Davis/Charlie White. Die Japanerin Miki Ando gewann bei den Damen, im Paarlauf waren die Chinesen Qing Pang/Jian Tong siegreich.

 

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