Berlin (dpa) - Der Patient Hertha hat die tiefschwarze Serie zwar beendet, konnte aber auch im elften Pflichtspiel nacheinander nicht gewinnen. Zumindest trotzte das Schlusslicht der Fußball-Bundesliga nach zuletzt acht Liga-Pleiten in Folge dem Deutschen Meister VfL Wolfsburg ein 0:0 ab.
Die engagierte Vorstellung der Berliner gab den 36 799 Zuschauern im Olympiastadion Hoffnung auf bessere Zeiten. Nur 65 Stunden nach dem peinlichen 0:1 gegen den SC Heerenveen in der Europa League wirkte die Krisen-Hertha über lange Strecken wie ausgewechselt. Die Wolfsburger arbeiten sich unterdessen auch ohne ihren Torjäger Grafite, der für einen einwöchigen Sonderurlaub in seine brasilianische Heimat geschickt wurde, weiter nach oben. Nach drei Siegen und zwei Unentschieden aus den letzen fünf Spielen sind die «Wölfe» jetzt Sechster.
Knapp 300 Hertha-Fans hatten im Abschlusstraining stumm Spalier gebildet und wollten den Profis mit dieser stillen Demonstration noch einmal die Dringlichkeit der Mission vor Augen führen. «Wir werden es schaffen, wir werden aus dieser Situation herauskommen», versprach Berlins Coach Friedhelm Funkel kämpferisch. Von der ersten Sekunde an stand er am Rand der Coaching-Zone und trieb sein Team nach vorn. Dementsprechend engagiert begann auch seine Elf. Nach nur 45 Sekunden versemmelte Gojko Kacar aus aussichtsreicher Position. Die Gastgeber investierten und riskierten sehr viel im Spiel nach vorn, die Schwächen in der Rückwärtsbewegung blieben zunächst ohne Folgen.
Stammtorhüter Jaroslav Drobny hatte bei seiner Rückkehr nach fünfwöchiger Verletzungspause allerdings Glück, als der ex-Berliner Ashkan Dejagah nach einem Traumpass von Zvjezdan Misimovic (23.) die Führung nur um Zentimeter verfehlte. Die «Wölfe» versuchten, der Berliner Leidenschaft und Offensiv-Dynamik mit Spielkultur zu begegnen, waren aber in den Zweikämpfen meist nur zweite Sieger. Hartnäckig setzte die Hertha nach. Nach einer Einzelleistung des starken Sturmsolisten Raffael rettete VfL-Keeper Diego Benaglio mit dem linken Fuß (38.) in höchster Not, der Nachschuss von Pal Dardai segelte knapp drüber.
«Genauso müssen wir uns in dieser Situation präsentieren, kompakt und kämpferisch», lobte Hertha-Manager Michael Preetz, doch nach dem enorm hohen Tempo in den ersten 45 Minuten häuften sich bei seiner müden Mannschaft die Fehler. Mit einer völlig anderen Einstellung übernahm Wolfsburg die Initiative und flirtete mit dem 1:0. Edin Dzeko (54./61.) und Christian Gentner (55.) vergaben aus vielversprechender Position. Für die Berliner, die durch das zweite Unentschieden dieser Spielzeit wenigstens einen Teilerfolg verbuchten, hatte Kacar (75.) eine gute Chance. Vier Minuten vor dem Ende setzte Adrian Ramos den Ball sogar noch an den Außenpfosten.
[Hertha BSC]: Hanns-Braun-Straße, Friesenhaus 2, 14053 Berlin


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