Hoffenheim dank Eichners Traumtor wieder obenauf

So 25.Okt. 10:49:19 2009

Sinsheim (dpa) - Als seine Teamkollegen längst auf dem Heimweg waren, stand Christian Eichner immer noch in den Stadion-Katakomben und musste ein ums andere Mal seinen Premieren-Treffer für 1899 Hoffenheim der Marke «Tor des Jahres» schildern.

Mit einem fulminanten Sonntagsschuss aus 30 Metern in den Winkel hatte der Abwehrspieler die nach zwei Niederlagen verunsicherten Hausherren beim 3:0 (2:0) gegen Aufsteiger 1. FC Nürnberg auf Siegkurs gebracht und war damit zum Mann des Tages avanciert. «Es war sehr zäh in den ersten 20 Minuten. Das Traumtor von Christian war dann der Dosenöffner für uns. Es war wunderschön für ihn und wichtig für die Mannschaft», sagte Trainer Ralf Rangnick.

«Das war ein perfekter Schuss, da muss schon Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen. In solch einer Situation heißt es: Kopf ausschalten und drauf auf die Hütte. Wenn solch ein Ball einschlägt, herrscht auch ein Stück Ungläubigkeit. In diesem Moment empfindet man die totale Befreiung», schilderte der umjubelte Torschütze die Szene in der 34. Minute. «Es war ein überragendes Tor. Danach ging es für uns leichter», meinte Vedad Ibisevic, der mit seinem vierten Saisontor nach einer herrlichen Einzelaktion nur vier Minuten später die Vorentscheidung herbeigeführt hatte.

Das 3:0 durch den eingewechselten Franco Zuculini (64.) war nur noch eine willkommene Zugabe für die 30 150 Fans in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena. Der Argentinier hatte nach der Pause den formschwachen Chinedu Obasi ersetzt, der wegen einer Muskelblessur im rechten Oberschenkel in der Kabine bleiben musste und für das Pokal- Achtelfinale am Mittwoch gegen Zweitligist TuS Koblenz auszufallen droht. «Das war natürlich ein Traum-Einstand für ihn. Es ist eine Freude zu sehen, mit wie viel Spaß und Lust er Fußball spielt. Und das, obwohl die letzten Wochen nicht einfach für ihn waren», lobte Rangnick den Torschützen nach dessen drittem Kurzeinsatz.

Ähnliche Anlaufprobleme wie der für 4,6 Millionen Euro verpflichtete Zuculini hatte auch Eichner. «Die ersten 100 Tage waren nicht leicht. Daher war dieses Tor auch ein kleiner Befreiungsschlag für mich. Ich habe heute gezeigt, dass ich auch in Hoffenheim Akzente setzen kann und freue mich, dass ich die Mannschaft in die richtige Richtung geschubst habe», sagte der 26 Jahre alte Linksverteidiger.

Der Traumschuss des in Sinsheim geborenen Eichner, der im Sommer vom Karlsruher SC und bislang erst in fünf Saisonspielen zum Einsatz gekommen war, brach den Widerstand der bis dahin selbstbewusst aufspielenden Nürnberger. «Ich denke zwar nicht, dass er ihn da hin haben wollte, aber die Niederlage ist auch in dieser Höhe verdient. Nach dem 1:0 haben wir uns teilweise ergeben», erklärte Gäste- Schlussmann Raphael Schäfer.

FCN-Coach Michael Oenning wollte mit seinen Spielern dennoch nicht zu hart ins Gericht gehen. «Die Mannschaft hat Herz gezeigt und eine halbe Stunde lang mutig nach vorne verteidigt», meinte er. «Nach dem Rückstand hat man dann gemerkt, dass wir nicht clever genug sind. Da laufen wir in einen Konter in einer Situation, in der man sich konsolidieren muss. Am Ende geht die Niederlage in Ordnung.»

 

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