Hölzl und Rebensburg buchen Olympia - Rieschs 18.

So 25.Okt. 11:42:50 2009

Sölden (dpa) - Kein Traumstart für Maria Riesch & Co., aber auf Anhieb schon besser als in der goldenen WM-Saison. Die deutschen Skirennfahrerinnen haben zum Auftakt des Olympia-Winters gleich zwei Tickets für Vancouver gelöst.

Riesenslalom-Weltmeisterin Kathrin Hölzl (Bischofswiesen) verpasste in ihrer Spezialdisziplin zwar das angepeilte Podium deutlich, doch als Siebte erfüllte sie auf dem Gletscher im österreichischen Sölden die Norm für die Winterspiele. Das gelang in 3000 Metern Höhe bei Kaiserwetter auch Junioren-Champ Viktoria Rebensburg (Kreuth) durch einen achten Rang. Als 18. ins Ziel kam Slalom-Weltmeisterin Maria Riesch (Partenkirchen) beim Riesenslalom-Erfolg der Finnin Tanja Poutiainen, die mit 1/100 Sekunde Vorsprung auf Kathrin Zettel (Österreich) gewann.

«Ich habe schon ein bisschen die Handbremse gemerkt», gestand die Gesamtweltcup-Zweite Riesch, die im zweiten Durchgang ihrer schlechtesten Disziplin als Neuntschnellste sogar besser als die Gewinnerin war. «Ich weiß, woran ich arbeiten muss, und das mache ich die nächsten zwei Wochen, bevor es richtig los geht.» Richtig los geht es Mitte November im finnischen Levi in ihrer letztjährigen Domäne Slalom.

Auch ohne Riesch in vorderster Spitze hatte der Deutsche Skiverband (DSV) beim Gletscher-Riesenslalom erstmals seit 1996 und dem Sieg von Katja Seizinger sowie Rang drei durch Hilde Gerg wieder zwei Fahrerinnen in den Top-10. «Es ist nicht der Traumstart gewesen. Aber es war auch nicht ein Start, bei dem man sagen müsste, wir wären nicht vorbereitet für den Olympia-Winter», sagte Sportdirektor Wolfgang Maier. «Die Big Points werden im Februar vergeben.»

Zwar weisen alle DSV-Athleten und -Verantwortlichen immer wieder darauf hin, wie weit Olympia noch entfernt ist. Doch wie sehr der Gedanke von Edelmetall in Köpfen umher schwirrt, verdeutlichte die große Freude der 20-jährigen Rebensburg. «Das ist natürlich ein Traum», frohlockte die dreimalige Junioren-Weltmeisterin. «Jetzt sind die Katy und ich an Bord. Jetzt hoffen wir, dass die anderen sich noch qualifizieren, dann wäre es super.»

Wie viel auf dem Weg nach Vancouver passieren kann, machte das Pech von Nicole Hosp deutlich. Die österreichische Medaillen- Kandidaten war nach einer Knie-Verletzung aus dem Januar mit neuem Mut in die Saison gestartet. Nach nur 25 Sekunden und einem Kreuzbandriss war der Winter für die Gesamtweltcupgewinnerin von 2007 vorbei. «Das Risiko fährt immer mit. Man hat bei Niki Hosp gesehen, wie schnell es gehen kann», sagte Maria Riesch bei ihrem abendlichen Auftritt im ZDF-Sportstudio, zu dem sie gleich nach dem Sölden-Rennen mit Auto und Flieger gereist war.

Die Kapelle des 165 Menschen starken Maria-Riesch-Fanclubs verstummte im ersten Durchgang bei der Ziel-Einfahrt ihres Lieblings mit weitem Rückstand, ebenso wie bei Hölzl. «Ich habe mir im Steilhang irgendwie den Schneid abkaufen lassen. Mein Wunsch ist gewesen, auf dem Podium zu stehen», räumte sie nach ihrer besten Sölden-Platzierung ein. «Aber Frühform ist eh nichts und bis zum nächsten Riesenslalom ist ja noch Zeit.» Und bis zum Saisonhöhepunkt - bislang brachte Hölzl dort immer ihre Topleistung - sowieso.

 

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