Ballack führt Chelsea zum 5:0 - «Ein Vergnügen»

So 25.Okt. 12:01:05 2009

London (dpa) - Mit einem starken Michael Ballack als Strippenzieher hat der FC Chelsea Blackburn Rovers mit 5:0 überrollt und das jüngste Stolpern in der englischen Fußball- Meisterschaft vergessen gemacht.

«Es war ein Vergnügen, die Mannschaft heute spielen zu», schwärmte Trainer Carlo Ancelotti nach dem Kantersieg. Es war der höchste unter seiner Regie, und nach dem 4:0 über Atletico Madrid in der Champions League die zweite Demontage einer Gäste-Elf binnen wenigen Tagen. Englands Presse schrieb den «Blues» bereits den «Faktor X» beziehungsweise «das gewisse Etwas» zu. «Fänden alle Spiele an der Stamford Bridge statt», so die «Sunday Times», «hätte Chelsea die Meisterschaft schon in der Tasche.»

Nur im ersten Durchgang konnte Blackburn Chelseas Übermacht dank eines starken Paul Robinson zwischen den Pfosten noch halbwegs standhalten. Beim Pausenpfiff stand nur das Eigentor von Gael Givet (20. Minute) zu Buche. Nach dem Wechsel trafen Frank Lampard (48./59., Foulelfmeter), Michael Essien (52.) und Didier Drogba (64.), letzterer per Kopf nach einem von Ballack exzellent getretenen Eckball. «Neun Tore in vier Tagen sollten mehr als genug sein, die Scharte auszuwetzen», urteilte der «Observer», «die Elf vibrierte, und man fragt sich, ob Ancelotti den 'Faktor X' gefunden hat, auf den Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch so lange gewartet hat.»

«The Independent on Sunday» befand: «Chelsea glitzerte und funkelte in der Art, die zu sehen Abramowitsch schon so viel Geld ausgegeben und so viele Trainer abgefunden hat.» Bestnoten verdiente sich auch der englische Nationalspieler Joe Cole, der nach einem Kreuzbandriss erstmals seit zehn Monaten in der Chelsea-Startelf stand. «Ich freue ich für ihn und für uns», sagte Ancelotti und pries Cole als «Genie.»

Ohne den gesperrten deutschen Abwehrspieler Robert Huth gelang Außenseiter Stoke City beim Spitzenclub Tottenham Hotspur ein 1:0- Coup. Trainer Tony Pulis warnte aber vor allzu großer Euphorie. «Wir müssen uns erstmal drei Jahre in der Premier League halten, bevor wir uns höhere Ziele setzen», urteilte der Coach des Aufsteigers von 2008, «wir leben immer noch in Containern neben dem Trainingsplatz.»

 

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